St. Gallen

05. August 2010 21:41; Akt: 05.08.2010 23:59 Print

Kopftuchverbot an Schulen wird diskutiert

von Tobias Bolzern - Die St. Galler Schulen sollen ein Verbot für alle Kopfbedeckungen einführen – samt Kopftuch. Für die Gegner ist das ein unnötiges Verbot – für die Befürworter ein Segen für die Schülerinnen.

Fehler gesehen?

In einem Rundschreiben an die Schulen empfiehlt der Erziehungsrat, das Tragen von Kopftüchern und anderen Kopfbedeckungen zu verbieten – eine Schweizer Premiere. Als Grund gibt Bildungsdirektor Stefan Kölliker (SVP) an, dass es immer wieder Probleme rund ums Tragen des Kopftuchs im Unterricht gab. Weil die Schulen nicht gewusst hätten, wie sie damit umgehen müssen, habe man die Empfehlung herausgegeben.

Umfrage
Sind Sie für ein Kopfbedeckungsverbot in Schulen?
50 %
32 %
18 %
Insgesamt 1046 Teilnehmer

Begrüsst wird diese von Saïda Keller-Messahli vom Forum für einen fortschrittlichen Islam: «Als Lehrerin erlebe ich, wie Kinder wegen des Kopftuchs abseits stehen.» Oft seien es Eltern, die auf das Kopftuch drängen, obwohl dieses keine religiöse Vorschrift sei.

Für «völlig daneben» hält die SP des Kantons St. Gallen die Empfehlung: «Das ist nur ein weiterer Schritt in der Verbotskultur. Damit löst man diese Probleme nicht», so Parteipräsidentin Claudia Friedl.

Wie die Umsetzung im Detail aussieht, sollen die Gemeinden entscheiden. Die ­Regierung rät, das Verbot in einem Reglement zu verankern, das dem fakultativen ­Referendum untersteht.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans-Joachim Schmidt am 15.08.2010 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Dipl.-Ing.

    Nach Zuzug der ersten Türken hatte man sich damit abgefunden, daß nur alte Frauen (aus Anatolien stammend) das Kopftuch trugen. Heute sind es bereits junge Mädchen. Es liegt auf der Hand, daß man uns den Anblick auf-zwingen möchte. Es ist nicht die Kultur des Abendlandes. Wer sich hier integrieren möchte, sollte uns nicht ihre Kultur auf-zwingen. Wo bleiben die Grünen. Unterstützen sie die Unterdrückung der Frau, ich würde sagen, daß sie das sogar vehement wollen. Und die christliche Gemeinde schläft dazu.

  • Adem am 06.08.2010 01:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann es nicht glauben...

    Es geht immer weiter, diese Diskriminierung und falsche Aussagen hören nicht auf. Das wird nicht gut für die Schweiz und für die Moslems.. Es wird auf beiden Seiten keine Gewinner geben,glaubt mir das.

    einklappen einklappen
  • Eugen H. am 06.08.2010 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Kopftuch und Schule

    Was wäre, wenn alle Religionen nun eine Kopfbedeckung für Mädchen einführen. Vor rund 60 Jahren trugen in Bern die jüdischen Schüler keine Kippa, also waren sie auch kein Problem und voll integriert. Sek- und Progi-Schüle trugen unterschiedliche Käppi, was ein paar Jahre später auch verboten wurde. Damit islamische Schüler/Schülerinnen integriert sind (und nicht isoliert abseits stehen bzw. deutlich werden), empfiehlt sich die Integration an unsere Gegebenheiten sehr. Dieses Verlangen hat nichts mit Missachtung der Religion zu tun. Es ist zum Wohle der Betroffenen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • kübra Akten am 19.08.2010 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen tragen seit 50 Jah in Deut Kopft

    Wenn ich im Sommer fast nackt 'gekleidete' Frauen sehe, kommt mir niemals der Gedanke auf, es denen zu verbieten, obwohl es meinen Prinzipien- als eine Kopftuchtragende- ganz widerspricht. Ganz im Gegenteil, ich spüre die Vielfalt und die Toleranz, die wir in der deutschen Kultur haben. Warum hat es seit 50 Jahren niemanden gestört, als Kopftuchtragende, Putzfrauen waren?Jetzt entscheiden sich türkische Kopftuchtragende Frauen für die Bildung und es stört den Leuten. ch bitte um etwas mehr Toleranz!!!!!!!!

    • Adi am 23.08.2010 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Kübra Akten

      wenn in der Schule ein Kopfbedeckungsverbot kommt, dann wird dies auch fürs Kopftuch bei Muslimas gelten und dies hat jetzt Null und gar nichts mit dem zu tun, ob Frauen halbnackt in der Öffentlichkeit rumlaufen. Also, wenn schon in Staaten wie Syrien, Türkei in den Schulen ein Kopftuchverbot Tatsache ist, dann sollte dies auch hier möglich sein, ohne dass der Schweiz und den Schweizern gleich wieder Intoleranz unterstellt wird. Intolerant sind hasspredigende Imane und extrem Gläubige Menschen (gleich welcher Religionen)

    einklappen einklappen
  • Hans-Joachim Schmidt am 15.08.2010 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Dipl.-Ing.

    Nach Zuzug der ersten Türken hatte man sich damit abgefunden, daß nur alte Frauen (aus Anatolien stammend) das Kopftuch trugen. Heute sind es bereits junge Mädchen. Es liegt auf der Hand, daß man uns den Anblick auf-zwingen möchte. Es ist nicht die Kultur des Abendlandes. Wer sich hier integrieren möchte, sollte uns nicht ihre Kultur auf-zwingen. Wo bleiben die Grünen. Unterstützen sie die Unterdrückung der Frau, ich würde sagen, daß sie das sogar vehement wollen. Und die christliche Gemeinde schläft dazu.

  • Ein_Österreicher am 09.08.2010 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt vor so viel MUT!

    Bei uns in Österreich haben wir die exakt selben Probleme. Woher die kommen, verstehe ich nicht ganz - vermute aber die religiösen Apelle an "Gläubige", die Welt dem Koran bzw. der Sharia (als einzig anzuwendendes Strafrecht) zu akzeptieren. Nachdem es keine religiöse Vorschrift ist, geht es um persönliche Machtdemonstration bzw. teilweise auch Provokation, die man in einem Gastlasnd eigentlich nicht dulden muss. Die Italiener mit ihrer generellen Anti-Verschleierungs-Mafia-Paragraphen sind uns um Nasenlängen voraus - Berlusconi wird dafür aber auch nicht übverall geliebt. Der Schlussatz mie

  • Giovanna am 09.08.2010 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Schuluniform wünschenswert.

    Eine Schuluniform hat mehrere Vorteile. Unter anderem werden Kinder aus weinig begüterten Familien unter Pöbeleien leiden, da sie keine "Markenklammotten" tragen und sieht es auch ordentlicher aus. Ausserdem haben Kopfbedekungen aller Art in der Schulklasse nichts zu suchen, somit auch diese Kopftücher der Mahommedanerinnen. Es sieht so aus, dass Schritt für Schritt islamische Bäruche eingeführt werden. Sind wir schon ein islamisches Land? Übrigens Islam bedeutet übersetzt "Unterwerfung".

  • Adi am 09.08.2010 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    fortsetzung islam. Zentralrat

    das Öl und wirtschaftliche Interessen stellen sich da in den Weg. Länder mit Energiereserven dürfen sich ja alles erlauben. Selbst die Türkei, welches kein eigentl. Ölförder-Land ist, hat Macht über diesen Rohstoff. Denn die Ölpiplines welche durch die Türkei führen, gibt ihnen strategische Macht und genau solche Gegebenheiten führen dazu, dass menschenrechtsverletzende Staaten, Länder unantastbar sind und bleiben. Unsere Wirtschaft u. Politik verkauft unsere Interessen und unsere Freiheit gegen Energien. Wir verkaufen unsere Seele für Rohstoffe und es merkt keiner !