Über dem Säntis

26. Februar 2020 04:49; Akt: 26.02.2020 04:49 Print

Künstliche Blitze führen zu Flugverbot

Ein neuer Blitzableiter soll mit Lasertechnik künstliche Blitze erzeugen und so Flugzeuge vor Gewittern schützen. Anfang April startet auf dem Säntis die Testphase.

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Genfer Forscher haben eine neue Lasertechnik entwickelt mit der Flugzeuge vor Gewittern geschützt werden sollen. Während der Testphase von Anfang April am Säntis wird ein Flugverbot ausgesprochen. Dies hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) entschieden. Betroffen ist der Himmel über Wildhaus SG in einem Radius von fünf Kilometern. Wenn Tests stattfinden, dürfen sich Flugzeuge nicht in diesem Raum bewegen. Piloten müssen sich vorgängig informieren, an welchen Tagen für das Gebiet ein Flugverbot gilt. Die Verfügung gilt bis zum Ende der Testphase Ende November.

Bis zu 400 Blitze entladen sich am Ostschweizer Hausberg pro Jahr. Dies will der Genfer Professor für angewandte Physik Jean-Pierre Wolf für sein Experiment nutzen. Mit seinem Team will er Laserstrahlen in Gewitterwolken schiessen und deren Auswirkungen testen. Das Projekt namens «Laser Lightning Rod» soll zeigen, ob der Laser als Blitzableiter tatsächlich eine Zukunft hat. Es wird von der Europäischen Union mit knapp vier Millionen Euro unterstützt.

Lasersysteme rund um Flughäfen

Ziel ist es, Blitze gezielt vom Himmel an den Boden leiten. Wolf schwebt vor, stationäre Lasersysteme rund um Flughäfen und Kraftwerke zu errichten, die heranziehende Gewitterwolken entladen, bevor sie gefährlich werden können.

Das Herzstück dieses Projekts ist die Entwicklung eines bis dahin einmaligen Super-Lasers. Mit diesem Laser lässt sich eine Art Kanal in Gewitterwolken erzeugen, das sogenannte Laserfilament. Sobald sich ein Blitz aus der Gewitterwolke entladen möchte, lässt dieses Laserfilament dem Blitz keine andere Chance, als aus dem vorgegebenen Kanal aus der Wolke auszutreten und so kontrolliert auf dem Boden einzuschlagen. Die Entwicklung des Lasersystems hat über zwei Millionen Franken gekostet.

Gewaltige Schäden

Durch Blitzeinschläge in Flughäfen, Atomkraftwerken, Wolkenkratzern und Wäldern entstehen weltweit jährlich Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Franken. Allein in den USA entsteht durch Gewitter und Blitzschlag ein wirtschaftlicher Schaden von fünf Milliarden Dollar jährlich, meist durch Störungen des Flugverkehrs und Schäden an Flugzeugen oder Hochspannungsleitungen.

Wolf arbeitet seit über zehn Jahren federführend am Projekt. Es gibt zahlreiche Partner, darunter die ETH Lausanne (EPFL), die Universität für angewandte Wissenschaften der Westschweiz HES, das Luft- und Raumfahrtunternehmen Ariane Group sowie der deutsche Laserentwickler Trumpf.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. Spock am 26.02.2020 05:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klingt interessant

    wenn wir dann zukünftig, die aus Blitzen entstehende Energie nutzen können, dürfen wir alle E-Autos fahren

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  • miranda am 26.02.2020 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    angriff

    schon wieder ein Angriff auf die Natur hoffentlich rächt sich das nicht.

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  • ROMAN SIMON / BRÄNDLE am 26.02.2020 05:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur kontrollieren ?

    hallo ... ? seid ihr lieben Leute denn verrückt ...macht nur weiter so und versucht die Natur zu kontrollieren. Und dann werdet ihr die Folgen tragen mpssen und wir auch!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Les brilleaux am 26.02.2020 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    vom blitz getroffen.

    Ist doch schade . Wir brauchen doch im Unterland die Steine vom Säntis für die wunderbaren Steingärten um die Bequemlichkeit den Leute gerecht zu werden.

  • Super Ähscheniör am 26.02.2020 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Woa geil

    sicher Kugelblitze!

  • Jan am 26.02.2020 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Cool, Flugverbot über dem Säntis ist doch gut.

  • Xsasan am 26.02.2020 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Amüsante Weltbilder

    Schon amüsant, hier befürchten viele Leser dass der Mensch immer mehr Kontrolle und Einfluss auf die Natur ausübt, und gleichzeitig gibt es Teile der Bevölkerung (die hier auch sehr fleissig kommentieren) welche den menschlichen Einfluss am Klimawandel leugnen. Dabei macht sich der Mensch schon lange im grossen Stil die Natur so wie er will. Ganze Seen werden trockengelegt oder neu geschaffen, ganze Wälder gerodet - auch jetzt, in dieser Sekunde, Quadratkilometerweise. Dämme und Stauseen werden gebaut, Flüsse umgeleitet, Inseln aufgeschüttet, und dazu noch Milliarden Tonnen Öl und Kohle, welches über Millionen Jahre in der Erde entstanden ist, in wenigen Jahrzehnten verbrannt. Und man macht sich hier Sorgen weil man Blitze "abfangen" will. Herrlich!

  • The End am 26.02.2020 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Auf handy gerichtete augen

    Kennt ihr HAARP? Ich hab vor 10 jahren aufgehört mich mit verschwörungstheorien zu befassen... da ich dachte es sei zu viem humbug. nun mit 30 jahren holt es mich wieder ein. Immer mehr theorien bestätigen sich. Wildhaus sg, , 20mim von mir zuhause.

    • MD am 26.02.2020 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @The End

      Wenn man etwas verheimlichen will und es kommt doch sn die Öffentlichkeit, dann ist es immer eine Verschwörungstheorie. Es ist erstaunlich, dass gewisse "Leute" mit UNSEREM Planeten machen können, was sie wollen. Wir werden nie gefragt, ob wir das wollen. Z.B. 5G

    • Gaudimax am 26.02.2020 11:30 Report Diesen Beitrag melden

      @The End

      Nennt man Midlife Crisis, ist einfach schon ein bisschen früher bei dir :-D

    • Tschörtschi am 26.02.2020 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @The End

      Aluhüte sollen helfen.

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