Mysteriöser Fall

03. Januar 2016 18:06; Akt: 03.01.2016 18:06 Print

Kugel durchschlägt Rollladen in Wohnquartier

In Altstätten SG ist während des Silvesterfeuerwerks ein Projektil in den Rollladen eines Hauses eingeschlagen. Wer den Schuss abgab, ist bisher unklar.

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In Altstätten SG hat ein Munitionsprojektil in den Rollladen eines Hauses im Moosacker eingeschlagen. (Bild: mlü)

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Die Bewohner des Hauses im Moosacker in Altstätten SG beobachteten von ihrem Balkon aus das Neujahrsfeuerwerk, als sie am Freitag kurz nach Mitternacht einen lauten Knall beim Sitzplatz wahrnahmen. Bei Tageslicht stellten sie am nächsten Tag ein Loch im Lamellenstoren fest.

«Der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei St. Gallen konnte das Projektil einer Schusswaffe im Bereich des Sitzplatzes sicherstellen», sagt Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, zu 20 Minuten.

Doch wer geschossen hat und aus welchem Grund der Schuss abgeben wurde ist unklar. «Auch aus welcher Distanz der Schuss abgefeuert wurde ist bisher unbekannt», so Krüsi. Mit einer Pistole wäre dies theoretisch bis aus etwa zwei Kilometern möglich, mit einem Sturmgewehr sogar noch von weiter weg.

Der Naturwissenschaftliche Forensische Dienst der Kapo St. Gallen ermittle nun die Art der Waffe und eruiert dann das genaue Modell. «Zudem wird mit Hilfe des Einschusswinkels die Schussdistanz ermittelt», so Krüsi.

«Zustände wie im Wilden Westen»

Die Bewohner des betroffenen Hauses wollten sich gegenüber 20 Minuten nicht äussern. Nachbarn sind aber verunsichert. «Es sind Zustände wie im Wilden Westen. Es wird einfach herumgeballert», so ein Anwohner. Zum Glück sei niemand von der Kugel getroffen und verletzt worden. M.s Frau kann sich keinen Reim auf die Täter machen. «Wer macht denn so was», fragt sie sich. Da müsse man Angst haben – die nächste Kugel könne jemanden treffen.

Ein Passant mutmasst, dass es sich um einen Freudenschuss gehandelt haben könnte. Dabei habe sich der Schütze wohl nicht überlegt, dass die Kugel irgendwann auch wieder herunterkommt. «Es gibt immer einer der übertreiben muss. Vielleicht wollte derjenige seine Freunde beeindrucken», so der Passant.

Polizei sucht Zeugen

Dass es sich um einen Freudenschuss gehandelt haben könnte, hält auch Polizeisprecher Krüsi für wahrscheinlich. «Zum Glück kommt so etwas nur selten vor. Eine Schussabgabe ist immer sehr gefährlich», so Krüsi. Was dem Schützen droht, wenn er ermittelt wird, sei Sache der Staatsanwaltschaft. «Im Vordergrund steht Gefährdung von Menschenleben und eventuell Verstoss gegen das Waffengesetz», sagt Krüsi.

Die Polizei bittet Personen, die Hinweise oder Angaben zu einer Schussabgabe machen können, sich bei dem Polizeistützpunkt Thal, 058 229 80 00, in Verbindung zu setzen.

*Name der Redaktion bekannt

(mlü)