Betriebskonzept

15. Juni 2011 11:57; Akt: 15.06.2011 15:39 Print

Kugl: Stadt gibt vorerst grünes Licht für Betrieb

Die Stadt St. Gallen hat ein Baugesuch für ein erweitertes Betriebskonzept und neue Öffnungszeiten des Kulturbetriebs Kugl bewilligt. Sie hat sich damit gegen die Einsprachen des Nachbarn entschieden. Dieser hat aber Rekursmöglichkeiten.

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Wenn kein Rekurs des Nachbarn erfolgt, kann das Kugl den Betrieb mit erweiterten Öffnungszeiten weiterführen. (Bild: www.kugl.ch)

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Anfang Jahr haben die Betreiber des Kulturlokals Kugl ein neues Betriebskonzept mit Lärmschutzmassnahmen im Eingangsbereich, erweitertem Sicherheitskonzept und angepassten Betriebszeiten ausgearbeitet und bei der Stadt eingereicht. Nun hat die Baubewilligungskommission das Konzept geprüft - und bewilligt. Das neue Konzept sieht vor, dass der Kulturbetrieb während des Sommers jeweils eine Nacht (Samstag) und während des Winters jeweils zwei Nächte (Freitag / Samstag) mit aufgehobenen Schliessungszeiten fortgeführt werden kann.

Langwieriger Streit

Dem Entscheid vorausgegangen ist ein Hick-Hack mit einem Nachbarn des Kugls, der sich über den Lärm beschwerte und gegen das Kugl klagte. Darauf hat das St. Galler Verwaltungsgericht im März 2010 entschieden, dass ein Betrieb dieser Grösse mit drei Nächten über das ganze Jahr mit aufgehobener Schliessungszeit in der Wohn-Gewerbezone nicht zonenkonform sei. Die Betreiber des Lokals haben nach dem Entscheid das erweiterte Betriebskonzept bei der Stadt eingereicht.

Im Rahmen dieses Baubewilligungsverfahrens wurde durch den gleichen Nachbar wieder eine Einsprache gegen das Baugesuch erhoben. Das Amt für Baubewilligungen führte in der Folge Einspracheverhandlungen durch. Der Versuch, auf der Basis des eingereichten Baugesuches eine Einigung mit dem Einsprecher zu erzielen, blieb jedoch ohne Erfolg, wie die Stadt heute mitteilte. Nach eingehender Prüfung kommt die Baubewilligungskommission aber zum Schluss, dass der Betrieb in der beantragten Form zonenkonform sei, wie sie heute mitteilten. Das Gesuch wurde mit der Auflage bewilligt, dass die im erweiterten Betriebskonzept enthaltenen Massnahmen umgesetzt werden.

Durststrecke steht bevor

Ein Sieg auf ganzer Länge sei dies aber nicht, sagt Kugl-Chef Daniel Weder: «Das ist nur ein Schritt in die richtige Richtung», so Weder. Denn sobald der Entscheid der Baubewilligungskommission in den nächsten zwei Wochen offiziell eröffnet wird, hat der Nachbar wieder die Möglichkeit, dagegen Rekurs einzureichen, wie Alfred Kömme, Sekretär Direktion Bau und Planung, erklärt. Dann muss der Kanton und im Anschluss eventuell auch noch das St. Galler Verwaltungsgericht über den Fall entscheiden.

Bis der Entscheid also definitiv gefällt wird, könnte den Betreibern des Kugls darum eine Durststrecke bevorstehen. Denn bis zur Umsetzung gelten die verkürzten Öffnungszeiten mit der Grundlage des Verwaltungsgerichtsurteils von 2010, so Kömme. Sprich: Das Lokal muss am Wochenende regulär um 1 Uhr schliessen. «Dies versuchen wir mit einer längeren Sommerpause aufzufangen», so Weder. Falls der Rekurs des Nachbarn wirklich erfolge, gäbe es aber auch noch die Möglichkeit einzeln Verlängerungen bis um 3 Uhr bei der Polizei zu beantragen.

7 Jahre Kugl

Seit Herbst 2003 ist das Kugl im Besitz einer Baubewilligung für den Betrieb eines Kultur- und Unterhaltungslokals mit 450 Personen auf dem Areal des St. Galler Güterbahnhofes. Im Herbst 2004 wurde zudem die Bewilligung für verlängerte Öffnungszeiten (aufgehobene Schliessungszeiten) während drei Nächten in der Woche erteilt. An diesem Wochenende feiert das Kugl ein dreitägiges Sommerpausenfest: Von Donnerstag bis Samstag ist der Eintritt gratis.

(tob)

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