St. Gallen

27. August 2009 22:10; Akt: 27.08.2009 23:03 Print

Kurde wollte den Freund seiner Tochter töten

von Marlene Kovacs - Ein gebürtiger Kurde (49) zog mit einer Pistole los, um den Schweizer Freund seiner Tochter zu erschiessen. Dafür soll er für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

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Durch die schnelle Reaktion einer jungen Frau wurde im Februar 2006 in St. Gallen wohl eine Bluttat verhindert. Auslöser war ein Familienstreit gewesen: Ein 49-jähriger Fami­lienvater aus der Türkei hatte seine Tochter mit ihrem Schweizer Freund gesehen. Zu Hause soll er sie dann verprügelt haben, weil er der Ansicht ist, dass Schweizer Männer die türkische Kultur nicht verstünden und nur mit den Frauen ins Bett wollten. Als der Freund den Vater anrief, soll dieser gesagt haben: «Ich komm vorbei und mach dich tot.» Der 49-Jährige schnappte sich eine Pistole und fuhr Richtung Wohnung des Freundes. Die Tochter warnte den Freund, dieser rief die Polizei, die den eingebürgerten Schweizer aufhalten konnte. Im Hosenbund fand sie eine entsicherte Pistole mit 14 Pat­ronen.

Gestern stand der 49-Jährige deswegen vor dem Kreisgericht St. Gallen. «Ich wollte nur meine Waffe zur Reinigung bringen», sagte er zur Verteidigung. Er habe den Freund sicher nicht töten wollen. Der Untersuchungsrichter bezeichnete ihn jedoch als Lügner und verlangte wegen Vorbereitungshandlungen zu vorsätzlicher Tötung eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren.