Chur

17. Januar 2020 20:37; Akt: 17.01.2020 20:37 Print

Läderach blieb wegen Seifengeruch geschlossen

In Chur blieb eine Filiale des Schokoladenherstellers Läderach vorübergehend geschlossen, weil es im Laden angeblich zu sehr nach Seife roch.

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«Wir müssen leider unsere Chocolaterie per sofort und bis auf Weiteres schliessen», hiess es kürzlich beim Eingang des Schoggiladens von Läderach in Chur. Grund dafür: Seifenduft des Nachbarladens. Es handelt sich um den Kosmetikartikelhersteller Lush, wie die «Südostschweiz» am Freitag berichtete. Unter den gegebenen Umständen könne man die Qualität der Produkte nicht mehr gewährleisten.

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Bei Lush und Läderach liefen daraufhin Abklärungen, wie man das Problem angehen könnte. Am Freitagabend gab Läderach bekannt, dass unter Beteiligung der Mieter, Fachplaner und der Eigentümerin der Immobilie nun Lösungsansätze gefunden worden seien. So soll sich die Situation dank verbesserten und veränderten Lüftungsströmen verbessern. Deswegen werde die Chocolaterie im Einkaufscenter Steinbock in Chur am Samstag wieder geöffnet sein. Allerdings werde das Angebot nur in reduzierter Menge in der Auslage bereitstehen, um die Geruchseinwirkung zu mindern.

Buttersäure-Anschlag

Es ist nicht das erste Mal, dass es in einem Geschäft des Schokoladenherstellers stinkt. Im Oktober 2019 wurde ein Buttersäure-Anschlag auf eine Läderach-Filiale in Basel verübt. Das betroffene Geschäft blieb zwei Tage geschlossen. Nach dem Anschlag tauchte ein Bekennerschreiben auf.

Darin hiess es, man schliesse sich anderen Gruppierungen an, die sich gegen Läderach auflehnen. Als Grund dafür wurde das Engagement von Inhaber Jürg Läderach beim Verein «Marsch fürs Läbe», bei dem er Kassier ist, genannt. Der Verein spricht sich unter anderem gegen Abtreibungen aus.

Boykott-Aufruf in Chur

Deswegen stand Läderach auch in Chur in der Kritik. Die Juso Graubünden protestierte vergangenen Herbst vor der Filiale in Chur, weil der Jungpartei «Sponsoring von christlich-fundamentalistischen Werten» gegen den Strich ging. Läderach sei einer der grössten Sponsoren, wenn es gegen Rechte der LGBTQ-Community oder gegen Abtreibung gehe. Die Juso rief damals zum Boykott gegen Läderach auf.

(jeb)