Angst vor Elektrosmog

12. Juli 2013 15:58; Akt: 04.09.2013 16:41 Print

Lehrerin kündigt – wegen interaktiver Wandtafel

Weil an ihrer Schule elektronische Wandtafeln eingeführt worden sind, hat eine Thurgauer Pädagogin gekündigt. Sie habe unter dem Elektrosmog gelitten, sagt sie.

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Das Gekratze von Kreide ist an Schweizer Schulen immer seltener zu hören: Neue, interaktive Modelle ersetzen zunehmend die herkömmliche Wandtafel. Dank ihrer Funktionen können die neuen Boards nicht nur wie eine Wandtafel genutzt werden, sondern ersetzen auch Hellraumprojektor und Fernseher.

In Frauenfeld TG sind solche interaktiven Wandtafeln bereits im Einsatz. Doch eine Lehrerin hatte keine Freude am innovativen Unterrichtsmittel: Sie reichte die Kündigung ein – mit der Begründung, sie leide unter dem Elektrosmog, den die Wandtafel ausstrahle.

«Für Menschen unbedenklich»

Frauenfelds Schulpräsident Andreas Wirth glaubt jedoch, dass die Geräte bezüglich Elektrosmog kein Problem darstellen: «Darauf haben wir bei der Ausschreibung für das Projekt viel Wert gelegt», sagt er gegenüber der «Thurgauer Zeitung».

Auch bei der Firma Mobil Werke AG aus Berneck, welche die Tafeln vertreibt, heisst es, von dem Produkt gehe keine Gefahr aus. Marketingleiter Claudio Frisenda: «Nur die Oberfläche ist elektromagnetisch – dort entstehen Strahlenfelder. Diese sind für Menschen aber unbedenklich.»

Anders sieht dies Markus Lauener, Präsident des Dachverbands Elektrosmog Schweiz: «Menschen reagieren auf alles, was strahlt.» Die Auswirkungen seien bei jedem anders. Er gibt zu bedenken: «Ich könnte mir vorstellen, dass die Lehrerin stärker von der Strahlung betroffen ist als beispielsweise ein Schüler, da sie ja direkt neben dem Gerät steht.»

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Wettermann am 12.07.2013 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    *kofpschüttel*

    Mich würde noch interessieren, wie die Lehrerin telefoniert, am PC arbeitet oder TV schaut. Denn überall dort ist nämlich die Strahlung garantiert mindestens so hoch wie die von dieser Tafel ausgehende Strahlung. Ich kenne diese Tafeln und weiss, wie sie funktionieren. Dass es Menschen gibt, die auf Elektrosmog stärker reagieren ist allerdings auch nichts neues. Ich wage aber bezweifeln, dass man genau wegen diesen Tafeln ein Problem bekommt.

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  • andrea am 12.07.2013 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    leise vergiftung der Umwelt

    Elektrosmog ist nicht zu unterschätzen. Es leiden wohl weit mehr Menschen darunter, als die Betroffenen es wirklich merken,dass der Elektrosmog der Täter ist. Leider kann man der heutigen Technik nicht mehr entschwinden und sobald man seine Bedenken äussert,wird mit dem Finger auf einen gezeigt. Traurig!Elektrosmog ist ausserdem ein stiller Verbraucher von Kalium chloratum,welches zur Entgiftung des Körpers gebraucht wird.Kopfschmerz ist nur eines von vielen Symptomen.

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  • Strahlemann am 13.07.2013 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Strahlen

    Ich reagiere auch extrem auf Strahlen - auf das Strahlen meiner Frau, wenn ich mit Ihr ins Bett gehe! ;-))

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lia Landruth am 14.07.2013 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Das ist so unnötig wegen so einer kleinigkeit muss man doch nicht kündigen,oder?!

  • Thomas am 14.07.2013 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Relativieren

    Mal den Elektrosmog gemessen bei einer SBB-Leitung? Da gibt es z. T. gewaltige Werte. Ich denke, dass da eine Multimediatafel vergleichsweise gut dasteht. Ich will nicht jemanden verunglimpflichen der auf Elektrosmog empfindlich reagiert, bin aber erstaunt, dass nie jemand das Thema in Bezug auf der SBB-Leitung thematisiert.

  • mako am 14.07.2013 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts gelernt

    Damit der Lehrer nicht mit dem Rücken zu den Schülern steht, und so den Unterricht besser ordnen und gestalten kann, hat man den Hellraumprojektor eingeführt. Ein Erfolg. Nun kommt die so moderne Technik und der Lehrer steht wieder mit dem Rücken zu den Schülern. Das nennen dann auch noch einige Fortschritt.

  • Marco P. am 13.07.2013 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit der Lehrerin

    Schon interessant wie viele Kommentarschreiberlinge der Lehrerin die Freiheit absprechen, ihre Stelle zu kündigen und eine Stelle zu suchen, die mehr ihrem Stellenprofil entspricht. Ob an der Elektrosmog-Geschichte was dran ist oder nicht, wir leben doch immer noch in einem freien Land mit einem Arbeitsmarkt, wo der Arbeitnehmer auch freie Entscheide fällen kann.

  • Anton Keller am 13.07.2013 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Leuchtstoffröhren

    In jedem Schulzimmer hat es Leuchtstoffröhren, die noch viel mehr Elekrosmog verursachen.