Sevelen SG

16. Februar 2020 17:12; Akt: 16.02.2020 17:17 Print

Dieser Unfall führte zum Rückwärtsfahren auf A13

Am Samstag kam es in Sevelen auf der A13 zu einer Auffahrkollision. In der Folge wendeten mehrere Lenker und fuhren durch die Rettungsgasse. Verzeigt wird dafür niemand.

Auf der A13 bei Sevelen SG kam es am Samstag zu einem Unfall. In der Folge wurde die Rettungsgasse zum Zurückfahren genutzt. (Video: 20 Minuten)
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Eine 26-Jährige fuhr am Samstag gegen 17.30 Uhr mit ihrem Auto auf dem Normalstreifen der A13 in Richtung Trübbach. Vor ihr fuhr eine 43-jährige Frau mit ihrem Auto samt Anhänger. Als die 26-Jährige überholten wollte, fuhr sie zu nahe auf und prallte in das Heck des Anhängers. Durch die Wucht der Kollision entkoppelte sich der Anhänger und fuhr unkontrolliert weiter, bis er sich überschlug und die geladenen Holzpellets auf der ganzen Fahrbahn verstreute. Das Zugfahrzeug der 43-Jährigen geriet ins Schleudern und kippte schliesslich auf die rechte Seite. Das Auto der 26-Jährigen geriet ebenfalls ins Schleudern und prallte erneut in den Anhänger.

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(Bild: Kapo SG)

Durch den Unfall wurde ein 16-jähriger Beifahrer der Fahrzeugkombination leicht verletzt. Aufgrund der Unfallsituation mussten beide Fahrstreifen für rund eineinhalb Stunden gesperrt werden. Der Verkehr wurde bei der Ausfahrt Sevelen abgeleitet. Es entstand Sachschaden von mehreren tausend Franken, wie die Kantonspolizei St. Gallen am Sonntag in einer Mitteilung schreibt.


Das Bilden einer Rettungsgasse hat funktioniert. (Video: Leser-Reporter)

Keine Anzeigen

Wie zwei Leser-Reporter berichten, kam es dann zu kuriosen Szenen auf der A13. Einige Lenker kehrten in der Rettungsgasse um und fuhren teilweise sogar rückwärts durch die Gasse davon. Für Leser S. O.* ist klar: «Den Leuten sollte man den Fahrausweis sofort entziehen.»

Wie Pascal Helg, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, auf Anfrage sagt, drohen den Lenkern in diesem Fall aber keine Konsequenzen. Niemand werde verzeigt. «Die Lenker durften das. Die Feuerwehr erlaubte das Wenden und half teilweise sogar dabei», so Helg.


Bild: Leser-Reporter

Die beiden Leser-Reporter sind verwundert. Sie hätten zwar gesehen, dass die Feuerwehr von Auto zu Auto ging und das Wenden erlaubte, allerdings hätten das schon zuvor diverse Autos getan. «Ich bin mir sicher, dass sie einfach ohne Erlaubnis gefahren sind», so O. Vor allem rückwärts zwischen den stehenden Fahrzeugen zu fahren, sei doch super gefährlich. «Es kann doch nicht sein, dass die mit so einer Aktion einfach davonkommen. Das ist für mich unverständlich.»

Anzeige und sogar Fahrausweisentzug

Auch wenn von Einsatzkräften nicht ausdrücklich erlaubt, kommt es bei Stau regelmässig zu riskanten Wendemanövern. So etwa auf der A53 bei Rapperswil-Jona SG, wie folgendes Video zeigt:

Ein zweites Beispiel. Diese Szenerie spielte sich im Februar 2019 auf der Autostrasse bei Wattwil SG ab:


(Video: Leser-Reporter)

Erwischt die Polizei solche Lenker, werden sie laut Helg bei der Staatsanwaltschaft verzeigt und es wird Meldung an das Strassenverkehrsamt gemacht. Es droht also nicht nur eine Busse, sondern auch der Fahrausweisentzug.

* Name der Redaktion bekannt

(taw)