Jonschwil SG

30. Juli 2019 18:03; Akt: 30.07.2019 18:11 Print

Linksextreme attackieren falsche Firma

Eine Firma in Jonschwil SG ist ins Visier der linksextremen Szene geraten. In einschlägigen Foren wird die Verantwortung für einen Brandanschlag übernommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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Zwei Firmen in Jonschwil SG dürften im Juni 2019 nur knapp einem Brandanschlag entgangen sein. Wie hallowil.ch berichtet, kursiert auf linksextremen Portalen das Bild eines Firmenautos, unter dem eine braune Flasche liegt, an der etwas befestigt ist. Das Auto gehört zur österreichischen Baufirma Andritz Hydro, die sich in Jonschwil Büros mit der Schweizer Turbal AG teilt.

Unter dem Foto folgt ein Bekennerschreiben. Darin heisst es: «Als Beitrag zu den internationalen Aktionstagen gegen den Ilisu-Staudamm in der Türkei haben wir in der Nacht vom 7. Juni bei der österreichischen Baufirma Andritz in Jonschwil Feuer gelegt: Kriegs-Profiteure, Faschismus-Kollaborateure und Umwelt-Zerstörer sind angreifbar.»

Die Hintergründe:

Andritz Hydro, die auf Wasserkraft-Projekte spezialisiert ist, betreibt in Jonschwil ein Büro für Planung und Beratung. Die Extremisten unterstellen der Firma, sie sei massgeblich an der Zerstörung von Teilen Kurdistans beteiligt. Die Firma wirke nämlich am Bau des höchst umstrittenen Ilisu-Staudamms in der Türkei mit.

Gemäss Wikipedia soll das Wasserkraftwerk den Tigris kurz vor der Grenze zu Syrien und dem Irak im Südosten des Landes aufstauen. Der Hauptkritikpunkt: Die Stadt Hasankeyf und weitere archäologische Stätten würden überflutet, sobald die Anlage in Betrieb genommen wird. Zudem scheiterte 2002 ein erster Anlauf des Projekts, nach internationalen Protesten. Jedoch wurde es einige Jahre später neu lanciert. Doch im Jahr 2009 stoppten Deutschland, Österreich und die Schweiz ihre Exportrisikoversicherungen, da sie Auflagen für Umwelt- und Kulturgüterschutz als nicht erfüllt sahen.

Überflutung von Kulturgut

Laut den linksextremistischen Portalen sind heute nur noch wenige internationale Firmen an dem Projekt beteiligt. «Es gilt auch diese aus ihrer Anonymität zu holen, ihre Kollaboration zu denunzieren und sie anzugreifen: Schweizer Waffen und Geld morden mit», heisst es in dem Text unter dem Foto weiter.

Von Andritz Hydro war am Dienstag keine Stellungnahme erhältlich. Dafür äusserte sich Lukas Hugentobler, Geschäftsführer der benachbarten Turbal AG. Demnach hat Andritz Hydro Jonschwil mit dem Staudamm-Projekt überhaupt nichts zu tun. Die österreichische Andritz-Gruppe hingegen schon.

Ob es sich bei der unter dem Fahrzeug montierten Einrichtung tatsächlich um einen Sprengkörper handelte, kann nicht abschliessend gesagt werden. Ein Feuer soll nämlich nicht ausgebrochen sein. Dennoch informierte die Firma nach dem Auffinden der vermeintlichen Brandvorrichtung die Polizei.

Wie die Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage von 20 Minuten sagt, rückte sie am 7. Juni aus. Dabei soll auch die Feuerwehr mit vor Ort gewesen sein. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt: «Es wurde ein Strafverfahren wegen versuchter Brandstiftung gegen Unbekannt eröffnet», sagt Mediensprecherin Beatrice Giger. Derzeit würden die Ermittlungen in alle Richtungen laufen. Festnahmen habe es noch keine gegeben.

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefaniesli am 30.07.2019 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Linksterror die Gefahr

    Da spricht man die ganze Zeit von Rechtsterror, dabei sind linksmotivierte Straftaten um ein vielfaches höher. Steine gegen Polizisten zu werfen ist ja schon fast normal.

  • T. Staub am 30.07.2019 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag es nicht mehr hören..

    Ja, ja, aber uns will man eintrichtern, dass das Böse "Rechts" ist.

  • Paul am 30.07.2019 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gegen den Krieg

    aber unter dem Auto ein Brandkörper legen. Toll dadurch gerät das Auto und Brand und der Fahrer wenn er Pech hat wird mit abgefackelt. Zum Glück sind es linksextreme und nicht rechtsextreme, das gäbe einen Aufschrei

Die neusten Leser-Kommentare

  • Findnicht am 30.07.2019 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hier hilft nur das Eine

    Bei meiner Firma müssten sie so etwas gar nicht versuchen. Hochauflösende, mit Bewegungssensoren ausgerüstete und Nachtsicht taugliche Kameras sowie das Internet würden bald Resultate liefern.

  • Anthony am 30.07.2019 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht

    So oder so, das sollte hart bestraft werden. Rechtsfreie Räume sollten geschlossen werden, wir brauchen härtere Strafen und mehr Überwachung.

  • René am 30.07.2019 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    spannender Aktionismus, bringen tuts nix

    für mein Verständnis: die CH hat sich zurückgezogen, aber da man als Aktivist das wohlfühlprogramm wünscht plant man einen anschlag in der CH um dagegen Stellung zu beziehen?

  • Hr Schmidt am 30.07.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewalt ist keine Lösung

    Wir wollen Frieden in der Schweiz. Es geht uns gut, weil wir eben nicht gegeneinander kämpfen. Wir wollen keine Sprengsätze unter Fahrzeugen einer Firma, deren ausländische Dachorganisation irgendwo in der Welt irgendwas macht. Sonst könnte man gleich alle internationalen Firmen sprengen. Gewalt ist keine Lösung. Nie.

  • BRUMMPÄNGLI am 30.07.2019 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    besser gut gebaut

    Einmal ganz abgesehen von dem "Anschlag". Ich bin auch links und auch gegen diesen Staudamm... Zumindest so wie geplant. Aber besser er wird von guten Firmen gebaut und es kommt in 30 Jahren nicht zu einer Katastrophe. Denn eins ist klar, gebaut wird der sowieso... Da können die "Linken" tun was sie wollen