Fotofallen

08. Juli 2015 14:07; Akt: 08.07.2015 15:54 Print

Luchse in der Ostschweiz auf dem Vormarsch

In der Nordostschweiz leben immer mehr Luchse. 23 Exemplare der schwarz gefleckten Raubtiere tappten im vergangenen Winter in eine Fotofalle.

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Einer der 23 Nordostschweizer Luchse, der in eine Fotofalle getappt ist. (Bild: zvg)

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Den unerwartet hohen Bestand von 23 Luchsen in der Nordostschweiz führen Forscher auf ideale Lebensbedingungen zurück. Auch das vor 14 Jahren gestartete Wiederansiedlungsprojekt für Luchse in der Nordostschweiz (Luno) sei ein Erfolg, heisst es in einer Medienmitteilung des St. Galler Amtes für Natur, Jagd und Fischerei vom Mittwoch.

Mit einem Fotofallen-Monitoring an 54 Standorten in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, St. Gallen, Thurgau und Zürich wurden 15 selbständige Luchse und 8 Jungtiere nachgewiesen, wie die Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (Kora) meldete.

Mehr Tiere als erwartet

Mit einer Dichte von 2,17 selbständigen Luchsen pro 100 Quadratkilometer sei die Dichte in der Nordostschweiz stark gestiegen und liege im schweizerischen Durchschnitt. 2011 zählten die Forscher auf derselben Fläche lediglich 1,36 Tiere.

Offenbar seien die Lebensbedingungen für Luchse, die als Einzelgänger in permanenten Territorien leben, in der Nordostschweiz gut. «Als das Projekt Luno vor 13 Jahren startete, hat man eine weit tiefere Dichte erwartet», sagte Dominik Thiel, Leiter des St. Galler Amtes für Natur, Jagd und Fischerei, gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Keine Gefahr für Schafe

Bei der Berechnung der Dichte werden nur erwachsene Tiere gezählt, weil Jungtiere oft sterben oder in andere Gebiete abwandern. Ein erwachsener Luchs frisst pro Jahr 50 bis 60 Paarhufer. Offenbar gebe es in den Wäldern ein so gutes Nahrungsangebot, dass sich die Raubtiere nicht in die Quere kommen, sagte Thiel.

Anders als Wölfe seien Luchse für weidende Schafe keine Gefahr. Es gebe äusserst selten Angriffe auf Nutztiere. Der Luchs möge kein Schaffleisch, sondern bevorzuge Rehe und Gemsen. Selten rissen die schwarz gefleckten Katzen auch Hasen oder Füchse.

Wiederansiedlung vor 40 Jahren

Der Luchs starb in der Schweiz während des 19. Jahrhunderts aus. Die letzte historische Beobachtung erfolgte 1904 beim Simplonpass. Vor gut 40 Jahren wurde der Luchs in der Schweiz wieder angesiedelt. Seither konnte sich laut Kora eine stabile Population etablieren.

Der Lebensraum behage den Katzen mit Ohrpinseln, Beute habe es genug. Dennoch gelte die Art heute noch zu Recht als bedroht. Für die Erhaltung der Luchse im Alpenraum trage die Schweiz eine spezielle Verantwortung, heisst es in der Mitteilung weiter.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • thobile am 08.07.2015 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    schöne Tiere

    Ich hatte das Glück, mal einen in freier Wildbahn zu sehen.

  • l.ulu am 08.07.2015 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Ein sehr schönes Tier. Gäbe viel dafür, eines in freier Wildbahn zu sehen.

  • MartinB am 08.07.2015 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wiederansiedlung

    Finde ich super, wenn man die Fehler die unsere Vorfahren gemacht haben, ausbessert und wieder versucht die ausgestorben Tierarten anzusiedeln. Daumen Hoch!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Puur am 12.07.2015 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel Wild

    Die Jäger haben haben es geschafft, dass es viel zuviel Wild hat bei uns. Weil sie das unter dem Deckmantel "Naturschutz" tun haben sie auch noch die Grünen zum Teil hinter sich. man kann sich in der Natur ja kaum mehr bewegen. Aber es geht ihnen eigentlich nur um sie Sicherung des Jagderfolges im Herbst. Weil es viel Wild hat ist halt der Luchs gerne hier und zwar solange bis der Wildbestand zusammenfällt. Dann wird sich der Luchsbestand auch einregulieren. Die Bauern müssen ihre Schafherden halt schützen und nicht nur die Subventionen kassieren und nichts tun für den Schutz der Herden.

  • Schiess Heinz am 11.07.2015 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luchse, Wölfe, Bären...

    Genügend Lebensraum für alle? Wenn der Bär den Wolf und die Wölfe den Luchs jagen geht die Rechnung auf. Insofern der Bestand in Grenzen gehalten werden kann. Probleme beginnen dann, wenn sich die Tiere übermässig verbreiten und die Beuteopfer menschlich werden. Darum mal Ja zum Luchs und dann step by step.

  • Sydeboelleli am 09.07.2015 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Darf er auch Hunger haben?

    Ueberaschend für mich ist jedesmal wieder, dass es wohl Wildtiere geben darf, jedoch eines dürfen sie nicht, sich ernähren! Die sind so scheu und gehen dem Menschen aus dem Weg. Wie der Wolf auch! Spezies Mensch rottet alles aus, was ihm nicht passt. Herdenhunde anschaffen und die Schafe nicht mehr ganz alleine lassen. Ob jetzt ein Tier in das Tobel fällt, spielt keine Rolle, das zeigt man nicht, wenn jedoch eines gerissen wird, um den Hunger zu stillen, schon. Schönen Tag wünsche ich...

    • grünrock am 14.07.2015 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wildbiologe?

      in deutschland habe ich ein wildhüter kennen gelernt der im letzten 3 fälle hatte wo wölf menschen angegriffen haben. soviel zum thema menschen scheu..... ps. wir sind in der schweiz und nicht in kanada wo es mehr freiraum für diese tiere gibt

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  • Cla am 08.07.2015 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wildtiere

    Ich finde es schön wie die Schwiez die Wildtiere wieder einführen will. Ich haben auch nichts gegen Wölfe und Bären. Es gibt Plaz für alle auf dieser Welt, auch in der Schweiz!

  • üäli am 08.07.2015 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten

    Es wird wahrscheinlich nicht mehr viele jahre gehen ist das reh oder die gemse in der Schweiz ausgestorben und man sieht in den bergen überhaupt kein schalenwild mehr!!

    • jäger am 09.07.2015 09:40 Report Diesen Beitrag melden

      keine ahnung,

      sorry, aber sie haben von wildtierbiologie und ökologie keine ahnung. die verfügbarkeit von beutetieren regelt den bestand an beutegreifern viel mehr als umgekehrt.

    • weidmann am 14.07.2015 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      dankä

      danke einer wo wenigstens das sieht was ist. daumen hoch

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