Gumball-Nachahmer

09. Juni 2016 15:31; Akt: 09.06.2016 15:39 Print

Luxus-Raser im Engadin gestoppt

Die Polizei hat am Mittwoch in Pontresina GR eine Gruppe ausländischer Autofahrer angehalten. Diese waren mit bis zu 151 km/h in einer 80er-Zone unterwegs.

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Die in Pontresina angehaltenen Sportwagen: Die Aufmachung der Autos erinnert an jene der Gumball Rallye oder des Cannonball Race. Ob sich die Gruppe ein privates Autorennen lieferte, konnte die Polizei jedoch nicht sagen. Die Gumball Rallye findet jedes Jahr im Mai statt und führt die Teilnehmer in sechs Tagen auf öffentlichen Strassen über eine Strecke von 3000 Meilen (5000 km). Daher die Bezeichnung «3000». (Im Bild: 2004 Ferrari 612 Scaglietti) Unter dem Motto «It's not a race, it's a rally!» wurde 1999 das Rennen durch Maximillion Cooper ins Leben gerufen. Das Rennen zieht regelmässig finanzstarke Autofans, Prominente und Zuschauer aus allen Schichten in seinen Bann. (Im Bild: 1973 Porsche 911 RS) Die Teilnehmerzahl ist auf 120 Fahrzeuge begrenzt. In den £10'000 (24'000 Franken) Startgebühr auch ein Beifahrer inbegriffen ist, was die Anzahl der Teilnehmer auf 240 steigen lässt. (Im Bild: Im 2005 McLaren Mercedes SLR) Der gesellschaftlich amüsante Teil ist dabei wichtiger als - wie bei anderen Ralleys etwa - der sportliche oder kämpferische. (Im Bild: 2004 Lamborghini Gallardo) Neben den täglichen Etappen im Auto finden abends in den Hotels Dinners und Partys statt. (Im Bild: 2003 Lamborghini Roadster) Ein offizieller Gewinner wird generell nicht gekürt, um keine zu extremen Rennsituationen zu provozieren. (Im Bild: 1999 Lamborghini Diablo) Der Preis für alle Teilnehmer ist eine kleine Trophäe. (Im Bild: 2004 Lamborghini Murcielago) Neben den Fahrzeugkosten und den Teilnehmergebühren entstehen extreme Kosten durch Strafzettel und Gebühren. (Im Bild links: 1992 Lamborghini LM002 American) Inoffiziell ist das «Einsammeln» von Strafzetteln zu einer Art Belustigung für die Teilnehmer geworden und gilt in internen Rankings als Bewertungskriterium. Je teurer und mehr, desto besser! (Im Bild: 2004 Ultima GTR) Juristisch ist das Rennen in etwa wie eine illegale, nicht angemeldetete Demonstration zu betrachten. (Im Bild: 2005 Mercedes Benz CLS55 AMG) Beliebte Fahrzeuge für die Teilnahme sind Mercedes-Benz, Porsche, Lamborghini, Ferrari, Aston Martin, Audi und BMW. Es bestehen laut Reglement keine Mindestanforderungen an die Fahrzeuge. (Im Bild: 2003 Range Rover) Generell gilt das Bestreben, so auffällig wie möglich aufzutreten. Das Feld erstreckt sich also von Geländewagen oder Kleinnwagen... (Im Bild: 1990 VW 21 Window Samba) ... bis hin zu Exoten, wie den 2CV oder einen Rolls Royce. (Im Bild: 2004 Rolls Royce Phantom) Unter den Teilnehmern befindet sich jedes Jahr viel Prominenz. Im Jahr 2006 waren dabei: Rennfahrer und Pink-Ehemann Carey Hart, mit einem Porsche Cayenne, ... ... Skaterlegende Tony Hawk, mit einem 2006 Jeep Cherokee STR8, ... ... Profi-Problemkind Bam Margera und Teamkollege Ryan Dunn, mit einem 2004 Lamborghini Gallardo und ... ... Lindsay Lohans Ex-Freund und Milliardärssohn Harry Morton, mit einem Porsche Cayenne.

Die beschlagnahmten Sportwagen.

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Aufgrund verschiedener Meldungen über zu schnell fahrende Autos im Gebiet Oberengadin/Pontresina hat die Kantonspolizei Graubünden am Mittwoch eine gezielte Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt.

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Auf einer Hauptstrasse, wo maximal 80km/h erlaubt sind, wurden innerhalb weniger Minuten neun Sportwagen vom Radargerät erfasst. Unmittelbar danach hielten die Beamten die fehlbaren Lenker an.

Mit 151 km/h geblitzt

Dabei handelte es sich um Staatsangehörige Spaniens und Andorras. Acht von ihnen wurden die ausländischen Führerscheine abgenommen. Einer konnte seine Fahrt nach dem Bezahlen eines Bussendepositums fortsetzen.

Zwei Sportwagen, die mit einer Geschwindigkeit von 149 km/h und 151 km/h unterwegs waren, wurden im Auftrag der Staatsanwaltschaft Graubünden sichergestellt.

Rennmässige Verzierungen und Startnummern

Die teuren Sportautos waren gemeinsam unterwegs und fuhren «zügig durch ganz Graubünden», wie bei der Medienstelle der Polizei zu erfahren war. Alle Autos trugen rennmässige Verzierungen und einen identischen Startnummernaufkleber. Ob sich die Gruppe ein privates Rennen lieferte, konnte die Polizei nicht sagen.

Die beiden bekanntesten Autorennen durch Europa sind der Cannonball Run Europe oder das Gumball 3000. Der Cannonball Race 2016 startet in rund zwei Wochen. Das diesjährige Gumball Rallye fand am 14. Mai in Bukarest (Rumänien) seinen Abschluss.

(kko/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin am 09.06.2016 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Am Zoll...

    "Guten Tag. Sie haben aber ein auffälliges Auto. Führen Sie Waren mit?" "Nein, wir fahren zu einem illegalen Rennen." "Na dann, willkommen in der Schweiz! Wir dachten schon, Sie hätten mehr als 1 kg Fleisch dabei. Das hätte natürlich eine saftige Busse gegeben."

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  • Sanz am 09.06.2016 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Merci

    Danke für die uralte Bildstrecke.

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  • Ken-Guru am 09.06.2016 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heisser Ofen

    Am besten gefällt mir auf dem ersten Bild, der weiße Sportwagen mit den leuchtroten Dekors.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Apop85 am 10.06.2016 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rennen? Schrottpresse!

    Autos die für illegale Strassenrennen verwendet werden sollte man ohne zu zögern in die Schrottpresse stecken. der Halter sollte natürlich zuschauen müssen.

  • G. Wieft am 09.06.2016 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Via sicura

    Huch 149 und 151 im 80er tönt ganz nach Raserdelikt. Ich bin nun gespannt wie die Richter die 'starren' Vorgaben ohne Ermessensspielraum durchsetzen. Mind 2 jahre ausweisentzug, im wiederholten Fall für immer,auto einziehen... Aber vielleicht macht man bei finanzkräftigen Ausländern eine Ausnahme. As usual...

    • BMW-Sepp am 10.06.2016 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @G. Wieft

      Bitte dann nicht nur Auto einziehen, dann auch ab damit in die Presse. Solchen Knallköpfen den Blech-Würfel dann noch mitzugeben, wäre die Krone der Genugtuung.

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  • duligeen am 09.06.2016 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lachhaft

    150 kmh das ist doch gar nichts.Bin leztens in den Ferien auf der Landstrasse 260 km/h mit dem Töff gefahren.

  • Hoisi Ludtzig am 09.06.2016 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Raserei kostet viel und ist gefährlich

    Sie sollen gebürstet werden wie alle andern auch, die so waß machen. Ein Kompliment an die Polizei.

    • jsu am 09.06.2016 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hoisi Ludtzig

      was soll das doppel s und auch noch so geschrieben :)

    • Gerd am 09.06.2016 20:57 Report Diesen Beitrag melden

      Obacht!

      vor allem das "sie sollen gebürstet werden" gefällt mir

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  • giachem am 09.06.2016 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    autorennen

    Das Auto der Rennleitung hat die dezenteste Bemalung...