Tochter zur Sexsklavin gemacht

22. März 2018 11:29; Akt: 22.03.2018 15:20 Print

Sadomaso-Paar muss lange ins Gefängnis

Weil ein Paar in St. Gallen die Tochter (5) der Frau zur Sexsklavin machen wollte, wurden die beiden nun verurteilt. Sie kassieren fünf bzw. vier Jahre und drei Monate Gefängnis.

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«Ich ekle mich selbst vor mir für das, was ich meiner Tochter angetan habe», sagte die Beschuldigte Sara I. (31)* vergangenen Donnerstag vor dem Kreisgericht St. Gallen. Mitte August 2013 war sie mit dem Deutschen F.H. (53)* eine Sadomaso-Beziehung eingegangen, in der sie der unterwürfige Part, also die Sklavin, und er ihr Herr war.

Im Zuge dieser Unterwürfigkeit legte sie auch die Erziehung ihrer Tochter in die Hände des Deutschen. Ziel war es offenbar, die Fünfjährige ebenfalls als Sexsklavin auszubilden. Im Rahmen dieser «Ausbildung» musste die Tochter masturbieren, sexuelle Handlungen an ihrer Mutter vornehmen und mit Dildos hantieren. Vor Gericht gab die Mutter sogar zu, dass sie wollte, dass ihre Tochter von H. entjungfert würde, wenn sie älter wäre.

Haftstrafen und Massnahmen

Am Donnerstag gab das Kreisgericht St. Gallen die Urteile bekannt. Sara I. wird zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind, mehrfacher Pornografie sowie mehrfacher Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht. Es wird zudem eine ambulante Massnahme angeordnet. Des Weiteren wird ihr für die Dauer von zehn Jahren jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit verboten, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen
umfasst.

Während I. vor Gericht geständig war und Reue zeigte, stritt H. die meisten Vorwürfe ab. Ihm sei es nur darum gegangen, die sexuelle Beziehung zu I. aufrechtzuerhalten. So habe er den Dingen eben ihren Lauf gelassen. «Ich bin nicht pädophil, ich habe selber drei Kinder», sagte er vor Gericht. So forderte denn auch sein Anwalt mehrere Freisprüche: «Mein Mandant ist nicht unschuldig. Aber er ist auch nicht das grosse böse Monster.»

Das Gericht folgte dem nicht und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren wegen sexueller Handlungen mit einem Kind, mehrfacher Anstiftung zu sexuellen Handlungen mit einem Kind, mehrfacher Pornografie sowie mehrfacher Anstiftung dazu. Auch bei ihm wird eine ambulante Massnahme angeordnet und das Verbot ausgesprochen, während zehn Jahren regelmässigen Kontakt mit Minderjährigen zu unterhalten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

* Namen der Redaktion bekannt

(taw)