Bergunfall im Alpstein

02. Mai 2012 10:01; Akt: 02.05.2012 18:56 Print

Mandy ass nur Schnee und Brot

von U. Zwingli - Seit Sonntag fehlte von Mandy Reichert jede Spur. Die Suchaktion blieb lange erfolglos, bis die Frau nach drei Tagen gefunden wurde. Unklar bleibt, wie schwer sie verletzt ist.

storybild

Kapo-Sprecher Roland Koster zeigt in den Wald, wo Mandy Reichert gefunden wurde. (Bild: upz)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die seit Sonntagabend vermisste 33-jährige Mandy Reichert ist im Laseierwald oberhalb von Wasserauen (AI) lebend gefunden worden - nach drei Tagen im Freien. Sie wurde mit einer Seilwinde durch die Rega geborgen und in ärztliche Behandlung geflogen.

Gefunden hat sie ein Suchtrupp, der sich aus Leuten der Alpinen Rettung Schweiz, der Feuerwehr und der Polizei zusammensetzte. «Sie lag an einem sehr steilen, glitschigen und unzugänglichen Ort», sagt Kapo-Sprecher Roland Koster. Sie habe winken können. Der Fundort ist nur wenige hundert Meter Luftlinie von der Bahnstation Wasserauen entfernt. Wie schwer verletzt Reichert ist und ob sie bleibende Schäden erlitten hat, ist unklar. «Sie ist ausser Lebensgefahr», sagte Spitalsprecher Philipp Lutz am Mittwochabend. Und: «Es laufen medizinische Abklärungen.»

«Sie gewann Wasser, indem sie Schnee schmolz»

Bange Stunden durchlebte ihr Lebensgefährte zuhause in St. Gallen. Aufgelöst sagte er am Mittwochnachmittag zu 20 Minuten, er warte auf den Bescheid des Spitals. Gemäss ersten Erkenntnissen war Mandy Reichert am Sonntag von Wasserauen zur Alp Sigel gewandert. Dabei wurde sie im Bereich Obere Mans von einer Zeugin gesehen. Von dort wollte sie zurück nach Wasserauen, kam aber vom Weg ab. Sie geriet in steiles Gelände und stürzte ab. Verletzt wartete sie zwei Tage und drei Nächte auf ihre Rettung. «Sie hatte noch wenig Brot bei sich. Wasser gewann sie, indem sie Schnee schmolz», sagt Koster.

Reichert meldete sich am Sonntag nach 16 Uhr mit dem Handy und erklärte, sie sei verletzt. Sie bat um Hilfe. Die Deutsche konnte trotz umfangreicher Suchaktionen unter anderem mit Helikoptern und Suchhunden vorerst nicht gefunden werden. Auch eine technische Ortung des Handys gelang nicht.