Kaltbrunn SG

19. Juni 2018 05:50; Akt: 19.06.2018 07:52 Print

Mann kassiert Busse, weil er Enten aufschreckte

Im Kaltbrunner Riet startete ein Zürcher seinen Heissluftballon. Dabei verjagte er ein Reh und mehrere Enten. Nun gab es dafür Post von der Staatsanwaltschaft.

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Wie eine gemütliche Ballonfahrt zum Fall für die St. Galler Staatsanwaltschaft wurde, zeigt die Geschichte eines Zürchers, der seinen Ballon im April diesen Jahres im Kaltbrunner Riet startete. Wie die «Zürichsee-Zeitung» schreibt, fuhr der Mann sein Auto samt Ballonanhänger für den Start über die Ewigkeitsstrasse auf den Unteren Rietweg, vorbei an einer Naturschutzgebietstafel. Auf einer grossen Wiese hob er dann in seinem Heissluftballon ab. Dazu heisst es im Strafbefehl, den der Beschuldigte kassierte: «Während des Ballonstarts flüchtete ein Reh, zahlreiche Entenvögel flogen davon.»

Mit seiner Aktion verstiess der Mann gegen das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel. Mittels Strafbefehl wurde er zu einer Busse von 600 Franken verdonnert. Hinzu kommen Gebühren in Höhe von 400 Franken. Der Mann hat den Strafbefehl akzeptiert, inzwischen ist dieser rechtskräftig. Und das, obwohl der Ballonfahrer nicht wusste, dass die Wiese, auf der er startete, bereits zum Naturschutzgebiet gehört. Die Tafel hatte er offenbar übersehen.

Romantische Szenen für die Staatsanwaltschaft

Auch mit dem Hochzeitsvideo von Björn und Larissa Häsler, das im Oktober 2017 im Kaltbrunner Riet gedreht wurde, musste sich die St. Galler Staatsanwaltschaft schon beschäftigen.

Die Filmcrew ist mit dem Brautpaar befreundet und drehte den Film als Hochzeitsgeschenk. (Video: Tamedia Webvideo mit Material von Mauve Pictures)

Die Braut reitet im cremefarbenen Kleid durch die sonnenbeschienene Landschaft. Nur ist Reiten im Naturschutzgebiet Kaltbrunner Riet verboten. Zudem standen beim Dreh Autos im Fahrverbot, auch Wegmarkierungen wurden missachtet. Aus der Aktion resultierten sechs Strafbefehle. Die Bussen betragen inklusive Verfahrenskosten jeweils 400 Franken. Etwas härter trifft es den Chef der Filmcrew, der 550 Franken bezahlen musste. Damals wie auch im aktuellen Fall hatten Personen, die sich regelmässig im Kaltbrunner Riet aufhalten, die Verstösse beobachtet und dokumentiert.

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jörg von der Palme am 19.06.2018 06:26 Report Diesen Beitrag melden

    Und vor meinem Haus

    Ist ein Skaterpark. Da hängen im Sommer regelmässig Jugendliche bis 1 Uhr morgens ab grölen, hören laut Musik und Kiffen. Weder Polizei noch die Staatsanwaltschaft hat je eingegriffen. Aber das ist sicher Ok weil Ich bin ja keine Ente...

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  • Mosima am 19.06.2018 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    Riesiges Problem

    Wenn der Staatsanwalt überall so fleissig wäre... (Achtung, könnte Arbeit verursachen).

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  • Nina am 19.06.2018 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sportflieger?

    Dann könnte man ja auch Sportflieger büssen, wenn sie Dorfbewohnern jeweils am Samstag-Nachmittag auf die Nerven gehen! Das Bussen einziehen wird immer unverhältnismässiger in der Schweiz. Oder haben wir zu viel Polizei?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Donna M. am 19.06.2018 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde

    Der Staatsanwalt soll sich um echte Probleme kümmern. Aber da schweigt er natürlich.

  • Pater N. am 19.06.2018 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wehret den Anfängen 

    Ein bisschen reiten und filmen, ein paar Autos illegal parkiert ist doch kein Beinbruch. Eben doch! Entweder ist etwas verboten oder erlaubt. Ist es verboten muss es geahndet werden. Mit aller Konsequenz.

  • Jo STeiner am 19.06.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Wie bescheuert ist das denn ? Hat sich irgendein Tier etwas getan? Oder hatten die Behördenkerle nur nichts zu tun?

  • Tamara am 19.06.2018 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so!!

    geschieht Ihm Recht! Naturschutzgebiet bleibt NATURSCHUTZGEBIET!!! alle Insekten werden fast ausgerottet, geschweige Tiere!

  • Hitsch uf dr Alp am 19.06.2018 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Darf man fragen?

    Hat das Reh oder haben die Enten den Mann angezeigt? Oder irgendein Grüner oder gar Tierschützer? Kürzlich hat mich eine Fleischfliege belästigt und ich wollte sie tot schlagen. Kann ich deswegen eine Selbstanzeige einreichen?