Flawil SG

07. Juni 2011 19:35; Akt: 07.06.2011 19:40 Print

Mann soll Frau vergewaltigt haben

von Marlene Kovacs - Ein heute 44-jähriger Mann soll seine Frau nach der Trennung mehrmals vergewaltigt haben. Dem Schwerkranken drohen nun sechseinhalb Jahre Sicherheitshaft.

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Der IV-Rentner im Gerichtssaal des Bezirksgebäudes in Flawil verantworten. Foto: marlene kovacs

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Nach 22 Jahren Ehe hatten sich der IV-Rentner (44) und seine Frau im Sommer 2009 getrennt, lebten aber weiterhin mit den drei Kindern im selben Haushalt. «Seit der Trennung herrschte ein Terrorregime», so die Staatsanwältin gestern vor dem Kreisgericht in Flawil. Mehrmals soll der Mann, der an einer schweren Nervenkrankheit leidet, die heute 44-Jährige im Schlaf überrascht und zu Sex gezwungen haben. Ausserdem habe er ihr wiederholt mit dem Tod gedroht. «Er war eifersüchtig und wollte sie erniedrigen, weil sie einen neuen Partner hatte», so die Staatsanwältin.

Ausgeartet sei die Situation im Januar 2010, als die Frau nicht mehr im Haus lebte. Bei einem Treffen wegen der Scheidung habe er sie ins Schlafzimmer gezerrt, ihr Mund und Nase zugehalten und sie vergewaltigt, obwohl sie sich wehrte. «Das war schlimm. Er hatte das Gefühl, er würde mich als Ehefrau besitzen», so das Opfer. Danach erstattete die Frau Anzeige.

Die Staatsanwaltschaft fordert für den Angeklagten wegen Fluchtgefahr sechseinhalb Jahre Sicherheitshaft, die Vertreterin des Opfers eine Genugtuung von 20 000 Franken. Der Mann bestreitet die Vorwürfe. «Unter Druck kann ich keinen Sex haben, ich brauche Viagra. Es wäre leicht für sie gewesen, sich zu wehren. Der Sex war einvernehmlich», sagte er vor Gericht. Sein Verteidiger fordert Freispruch. Das Urteil steht noch aus.