Steve Schild

26. Juli 2015 16:20; Akt: 26.07.2015 17:13 Print

Mars-Kandidat schiebt Postiwägeli 101 Kilometer

Der Thurgauer Steve Schild hat einen neuen Weltrekord aufgestellt. Er will damit zeigen, dass er bereit ist, zum Mars zu fliegen.

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Einkaufswagen schiebt man in der Regel nur einige Meter weit: vom Regal zur Kasse und dann zum Auto. Steve Schild (30) hingegen legte in Ibach SZ mit einem Einkaufswagen in 24 Stunden eine Distanz von 101'088 Metern zurück und schaffte es damit, einen Weltrekord aufzustellen. Kein Mensch vor ihm hat eine so lange Distanz mit einem Einkaufswagen zurückgelegt. Schild ist Teilnehmer eines privaten Raumfahrprojekts, dass bis zum Jahr 2025 vier Astronauten auf dem Mars ansiedeln will. Er ist momentan aus einigen tausend Bewerbern unter den letzten hundert Kandidaten.

Der Athlet wusste bis unmittelbar vor dem Start nur, dass er in 24 Stunden eine grösstmögliche Distanz zurückzulegen hat. Die Art der Fortbewegung hielt der Veranstalter bis kurz vor dem Start geheim. «Ich hasse Einkaufswagen», sei sein erster Gedanke gewesen, als er erfuhr, dass er einen Einkaufswagen schieben muss, erzählt Schild.

Die Distanz unterschätzt

Im Vorfeld des Rekordversuchs hatte sich Schild rund sieben Wochen mit einem Trainer auf den Event vorbereitet. Trotzdem kam er an sein Limit und unterschätzte die Strecke: «Ich bin zu schnell gestartet und habe viel zu wenig Pausen gemacht», so der Sportler. Es sei äusserst schwierig gewesen, immer zu essen und sich zu konzentrieren. «Man beginnt sich irgendwann auch zu fragen, warum man so etwas überhaupt macht.» Es sei enorm langweilig gewesen, die 416 Meter lange Bahn 234 Mal zu umrunden. «Die geniale Motivation durch die zahlreichen Gäste liess mich durchhalten.»

Keine weiteren Rekorde geplant

Nach etwas mehr als 101 Kilometern hat der Astronaut in spe genug davon, Weltrekorde zu jagen: «Vorerst mache ich keine solchen Versuche mehr, und wenn, dann höchstens um eine gemeinnützige Institution zu unterstützen.» Der Athlet beklagte sich über geschwollene Füsse und schmerzende Blasen, er sei wirklich «gröber auf der Fresse». Seine gewonnene Erkenntnis vom 24-stündigen Einkaufswagenschieben ist: «Wenn man will, kann man fast alles erreichen.»

Der Rekordanlass wurde laut dem Veranstalter und Rekordrichter Rolf Allerdissen vom Deutschen Institut für Rekorde gut besucht und es gab einige mutige Rekordjäger, die ihr Glück am Einkaufswagen versucht haben. So hat die 24-jährige Thurgauerin Jennyfer Rutz in zwölf Stunden einen Einkaufswagen 50 Kilometer weit gestossen und damit den Weltrekord bei den Frauen aufgestellt

(rar)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roman Schnyder am 26.07.2015 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Held

    Ja, damit hat er sich qualifiziert auf den Mars zu reisen. Er stellt damit die Speerspitze der menschlichen Entwicklung dar. Was für ein Held, auf einer Stufe mit Neil Armstrong

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  • Sven O. am 26.07.2015 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Echter Vorbild,aber...

    ..leider war der Einkaufswagen leer, so dass er nach dem Rekordversuch nochmals zum Einkaufszentrum musste.

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  • Hannes am 26.07.2015 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einkaufen auf dem Mars

    Somit ist der geheime Plan geplatzt und wir wissen jetzt dass es vorher ein Shopping Center geben wird auf dem Mars. Ein Aldi und ein Denner.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alaska am 29.07.2015 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der 1Fränkler.

    .... aber den 1Fränkler für s die Wägelistation hat er retour erhalten .... oder? Diesen hat er nach über 100 Kilometer verdient ....

  • Tanzlehrer am 28.07.2015 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    komisches Astronautentraining

    Also wenn er jetzt während des Laufens einen Raumanzug getragen hätte, würde es ja vielleicht einen Sinn ergeben, obwohl ich den Zusammenhang zwischen Einkaufswagen, Mars nicht versehe. Zumal ich nicht weiss warum es Leute gibt die an dieses Mars One Projekt glauben obwohl sogar die Nasa sagt es seie schlicht und einfach noch nicht möglich ist so eine lange Reise im All zu überleben. Zumal ist der Mars für lange Aufenthalte einfach zu tötlich. Warum proben die das nicht zuerst auf dem Mond ?

  • B.R. am 28.07.2015 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtige Tätigkeit

    Ich glaube es ist wichtig das sich die Marsreisenden selber beschäftigen können. Steve hat hier eindeutig bewiesen das er das kann. Er hat sich stundenlang mit einem leeren Einkaufswagen beschäftigt. Gratulation! Ein wichtiger Meilenstein im auswahlverfahren geschafft.

  • mhm am 27.07.2015 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    doofi

    glaubt er wirklicj immernoch dass das mit der Mars One real ist?

  • Mein Gott am 27.07.2015 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verrückte Welt

    Neuer Weltrekord?!? Warum werden nicht die Leute geehrt, die wirklich gutes für die Mitmenschen machen?