Kriminalstatistik

24. März 2014 18:39; Akt: 24.03.2014 18:42 Print

Mehr Tötungsdelikte und kriminelle Banden

Doppelt so viele Tötungsdelikte wie im Vorjahr, mehr Berufsverbrecher und Raubüberfälle: Die St. Galler Kantonspolizei hat ein hartes Jahr hinter sich.

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Absperrband der Polizei, das einen Tatort nach einem Tötungsdelikt sichert. (Symbolbild Keystone)

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14 Tötungsdelikte hat die St. Galler Kantonspolizei im Jahr 2013 erfasst. Das ist eine Zunahme von 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die schwersten Fälle: Im Januar 2013 streckte der 42-jährige Bruno D. ein älteres Ehepaar vor dessen Haus mit mehreren Schüssen nieder. Im August setzte ein Vater seine beiden Kinder in einen PW und zündete diesen an.

Nicht alle der Fälle sind so schockierend: «Unter den genannten 14 Fällen sind auch versuchte Tötungen», sagt Kripo-Chef Bruno Fehr. Den grossen Anstieg beschönigt er nicht, muss ihn aber relativieren. So würden teilweise auch Drogentote als Opfer eines Tötungsdelikts erfasst, denn: «Die Beamten gehen bei ihren Ermittlungen grundsätzlich vom schwerwiegendsten Fall aus.»

Mehr Berufsverbrecher

Sorgen bereiten der Polizei auch die immer häufigeren Raubüberfälle: 133 waren es im letzen Jahr, 77 davon ereigneten sich allein in der Stadt St. Gallen. Fehr: «Bei den besonders gefährlichen Raubüberfällen sind die Hauptakteure Banden aus Rumänien oder aus dem Balkan.» Die Berufsverbrecher seien oft in spezialisierten Gruppen organisiert und würden Schusswaffen einsetzen. Und sie sind auch nach der Verhaftung noch schwer dranzukriegen: «Weil sie Wiederholungstäter sind, kennen sie sich bestens im Straf- und Prozesswesen aus. Sie gestehen nichts», sagt Fehr.

Um ihnen die Taten nachzuweisen, muss die Polizei immer mehr Spuren und Beweise sichern und Zeugen befragen. Dies sei ein enormer administrativer Mehraufwand, der mangels Personal kaum noch zu bewältigen sei, so Fehr. «Wir müssen uns immer öfter mit der Ergreifung der Haupttäter zufriedengeben und können die Hintermänner gar nicht mehr verfolgen.»

Insgesamt gingen die Straftatbestände im Kanton St. Gallen zurück: Mit 28'255 Straftaten gab es insgesamt 766 weniger als im Vorjahr. Das ist eine Abnahme von rund 7 Prozent. So gab es 2013 auch weniger Körperverletzungen, Einbrüche und Tätlichkeiten.

(tso)