Prozess

13. Januar 2011 18:45; Akt: 13.01.2011 19:06 Print

Mit Hammer getötet: Sechs Jahre Haft

von Marlene Kovacs - Nach diversen Demütigungen erschlug ein Kosovare seine Frau mit einem Hammer. Dafür muss der 28-Jährige für sechs Jahre hinter Gitter.

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«In meiner 25-jährigen Tätigkeit habe ich noch nie ein Opfer gesehen, das so zugerichtet war», so der Staatsanwalt gestern vor dem St. Galler Kreisgericht. Der Prozess behandelte den grausamen Tod einer 25-jährigen Kosovarin in St. Gallen im März 2007.

Nachdem die Frau ihrem Ehemann in ihrer St. Galler Wohnung ins Gesicht gespuckt hatte, rastete dieser aus. Der Angeklagte schlug ihren Kopf mehrmals gegen den Boden. Auch als der Nachbar klingelte, hörte er nicht auf. «Sie hat mich immer wieder beschimpft. Dann habe ich einen Hammer genommen und auf sie eingeschlagen», sagt der Kosovare weinend vor Gericht. Als die Frau blutüberströmt am Boden lag, alarmierte er die Polizei. Sie starb noch vor Ort.

Der Tat war eine Ehekrise vorausgegangen. Obwohl die Kosovarin schon länger einen Liebhaber hatte, heiratete sie 2006 den Angeklagten. «Nächtelang war sie weg und demütigte ihn», so der Verteidiger. Es kam sogar zu einer kurzzeitigen Trennung. Nach einem Neubeginn traf sie weiter ihren Geliebten. Am Tag vor der Tat verfolgte der Angeklagte seine Frau. Das ärgerte sie so, dass sie ihn beschimpfte und drohte, ihn «in den Kosovo zurückzuschicken». Am Nachmittag artete der Streit dann aus.

Das Gericht geht wegen den ständigen Provokationen von Affekt aus und verurteilte den Kosovaren wegen Totschlag zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Die Eltern des Opfers erhalten eine Genugtuung von 20 000 Franken.