Rücktritt von SVPler

13. März 2014 09:56; Akt: 13.03.2014 15:29 Print

Mit Köpfungs-Video gegen Grabfelder für Muslime

Ein SVP-Politiker hat ein Video verschickt, das die Köpfung eines Mannes durch Islamisten zeigt. Damit warb der St. Galler gegen Grabfelder für Muslime. Nun ist er zurückgetreten.

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Ausschnitt aus dem brutalen Video: Ein Mann in Syrien wird von Islamisten geköpft. Peter Kobel warb damit gegen Grabfelder für Moslems in der Stadt St. Gallen. (Bild: Screenshot)

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Das Video hat am Wochenende mehrere St. Galler Stadtparlamentarier schockiert: Es zeigt, wie ein Mann in Syrien – angeblich ein Christ – von maskierten Männern, offenbar Islamisten, mit einem Fleischmesser enthauptet wird. Den Link zum Video erhielten die Politiker am Samstagabend per Mail von ihrem Ratskollegen Peter Kobel von der SVP.

Doch genauso skandalös wie das Video selbst fanden die Politiker den Zusammenhang, in den Kobel die Aufnahmen stellte: Denn er wollte mit Blick auf die für diese Woche geplante Debatte über ein Grabfeld für Muslime auf dem St. Galler Friedhof Feldli eine «kleine Hilfe für die Entscheidungsfindung» leisten.

«Zweimal überlegen»

Mit den brutalen Bildern aus Syrien wollte der SVP-Politiker seine Kollegen gegen die Parlamentsvorlage aufbringen: «Für die Anhänger dieses Glaubens werden wir an der nächsten Sitzung ein Entgegenkommen beschliessen», schrieb Kobel. Angesichts dieses Videos müsse man sich diesen Entscheid jedoch zweimal überlegen. Und er fügte an: «Die Gläubigen im Video berufen sich auf ihren Gott, genauso die Mitbürger gleichen Glaubens hier.»

Wie das «St. Galler Tagblatt» schreibt, seien viele Empfänger des Mails schockiert gewesen über die «in eindeutiger Absicht» und «schlicht falsche» Verknüpfung dieser Bilder mit der hiesigen Politik.

«Solche Links darf man nicht versenden»

Am Sonntag schien Kobel einen Sinneswandel durchlaufen zu haben. Er schickte ein zweites Mail, in dem er sich für das erste entschuldigte. «Ich muss jetzt, selbst erschüttert und konsterniert, einsehen, dass man solche Links nicht versenden darf», heisst es wörtlich im Mail. Er sei sich der Tragweite des Mails nicht bewusst gewesen.

Kobel traf weitreichende Konsequenzen: Bereits am Montag trat er aus dem Parlament zurück und gab «persönliche Gründe» dafür an.

Grabfelder neu erlaubt

Die SVP distanziert sich ausdrücklich vom Mailversand ihres Mitglieds. Die Partei habe in den letzten Jahren im Stadtparlament klar anders politisiert und argumentiert, als es Kobel getan habe.

Dies zeigte sich auch an der Abstimmung vom Dienstag: Ohne Gegenstimme verabschiedete das Stadtparlament die Änderungen am Friedhofreglement, die die Einrichtung von Grabfeldern für Muslime ermöglichen.

(sst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. Mula am 13.03.2014 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Muslime müssen uns auch respektieren....

    Trotz allem sollten auch Muslime in anderen Ländern, unsere und andere Religionen akzeptieren und toleranter sein. Es kann nicht sein das nur wir denen alles erlauben müssen während in anderen Ländern die Christen usw. gejagt werden.... und sonst eingeschränkt werden....

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  • m.b am 13.03.2014 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Internet

    Dank den Medien und dem Internet, kann ich nichts mehr mit Glaubensrichtungen und vorallem dem Muslimischen Glauben anfangen... Die 10 Gebote sind ja schön und gut, aber die Meisten Glaubensrichtungen die einen "Herr" oder sonst ein Fantasiewesen haben, sind meiner Meinung nach nur Müll.

  • Die guten sind auch Schlecht am 13.03.2014 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Schockiert gewesen?

    mich schockiert eher, dass solche schlimmen Dinge im Namen Gottes,Allas etc sich Menschen gegenseitig solche Dinge antun weil sie meinen damit einer Ideologie zu folgen welche ihnen ein besseres Leben oder eine besssere Gesellschaftliche Position verspricht. Dies war war bei der Judenverfolgung in etwa gleich. Noch mehr schokiert mich, dass unsere Politiker und Wirtschaftskader vor solchen Tatsachen die Augen verschliessen und solche FreiheitRebellen auch noch mit Waffen und Geld sponsoren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christin am 13.03.2014 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Böse und gute

    Ich denke es gibt böse und gute moslems aber auch gute und böse christen ... Alle religionen haben gute und böse religiösen !!!

  • Krak des Chevaliers am 13.03.2014 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nicht um Mord...

    ... sondern Hinrichtungen. Ich lese von jedem hier immer "die Christen haben auch Extremisten...", das glaube ich kaum, den erstens der Ku-Klux-Klan ist keine religiöse Gruppe sondern setzen sich für die Herrschaft des weissen Mannes in Amerika ein, zweitens: Ägypten, Syrien, China, Tschetschenien, Afghanistan & die grössten Teile Afrikas schlachten die Moslems im millionen stelligen Bereich Minderheiten grausam ab (mit Macheten und so) nennt mir einen einzigen Platz an dem in den letzen 5 jahren eine Gruppe Christen wenn hinrichtete, könnt ihr nicht? Ich kann euch dafür 20 von Muslime nennen.

  • Ronny Stettler am 13.03.2014 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Fragen und Gedanken

    Als Politiker hat er einen Fehler gemacht mit dem Video, aber es zeigt nun mal die Realität. Sicher sind nicht alle Muslims Extremisten, aber es distanziert sich auch niemand davon. Ich lese nichts über Kirchenaustritte nach Terroranschlägen, ich lese nichts über Demonstrationen von Muslims gegen Gewalt Andersgläubigen gegenüber. Ich nehme dies als stille Zustimmung war und das ist zumindest besorgniserregend.

  • Danny am 13.03.2014 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Alles so bireweich.

    Juden, Christen und Moslems teilen sich alle einen Gott, und auch die Propheten dieser religionen sind grösstenteils die gleichen. Abraham, Moses, Aaron etc etc. Und denoch gibt es soviel hass und diskriminierung zwischen diesen gruppen. Da bin ich einfach nur froh ein Atheist zu sein :)

  • D.U. am 13.03.2014 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Farbe bekennen

    In der Schweiz leben doch die meisten Muslime ganz normal, wie alle anderen auch. Es gibt Muslime, die hier her gekommen sind, weil sie vor diesen Grausamkeiten, wie in diesem Video, geflüchtet sind. In vielen muslimischen Staaten, werden radikale Muslime schon lange als Terroristen gesehen, diese Differenzierung sollten wir auch machen. Auch Muslime hier, können ruhig klar Farbe bekennen und zeigen was sie von Leuten wie in diesem Video halten.