Hitzesommer 2018

17. Dezember 2018 05:51; Akt: 17.12.2018 05:51 Print

Einige Rheinfische haben von der Hitze profitiert

Der Hitzesommer hat den Äschen im Rhein massiv zugesetzt. Tonnnenweise wurden tote Tiere aus dem Fluss geholt. Doch jetzt zeigt sich: Es gibt auch Profiteure.

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Über drei Tonnen Fisch, vor allem Äschen, mussten diesen Sommer aus dem Rhein geholt und entsorgt werden. Grund: Die Lachsfische waren im warmen, sauerstoffarmen Wasser erstickt.

Massnahmen haben funktioniert

Aufgrund der Erfahrungen im Hitzsommer 2003 waren Fachleute von noch höheren Verlustzahlen ausgegangen. Es wurde gar befürchtet, die Hitzwelle könnte die Äschen im Rhein vollständig ausrotten.

Heute ist klar: «Es hat noch Äschen im Rhein», wie der Schaffhauser Fischereiaufseher Patrick Wasem gegenüber dem Regionaljournal von SRF sagt. Dies zeigten Testfänge, die in den letzten Wochen im Rhein durchgeführt wurden. Zwar liessen sich noch keine gesicherten Aussagen zum genauen Bestand machen, doch zeigt sich laut Wasem, dass die im Sommer getroffenen Massnahmen gegriffen hätten.

Viele kleine Hechte

Damals wurden notfallmässig Seitenzuflüsse ausgebaggert, um den Fischen den Zugang zu den kälteren Bächen zu erleichtern. «Es wurden auch Mulden gegraben, damit sich dort kälteres Wasser ansammelt», wie Christoph Maurer, Präsident des Fischereiverbandes Thurgau, ausführt. «An mehreren Stellen wurde zudem das Wasser künstlich belüftet, um dem sinkenden Sauerstoffgehalt entgegenzuwirken.» Überdies wurde im August ein Fangverbot ausgesprochen. Mit Erfolg, wie die Tests zeigen.

Die Testfänge förderten noch eine weiterer Erkenntnis zutage: Es gibt auch Profiteure des warmen Wetters. Laut Patrick Wasem gingen erstaunlich viele kleine Hechte in die Netze. «Das haben wir so noch nie erlebt», sagt der Fischereiaufseher. Als Grund nennt er die zunehmende Zahl an Weissfischen, die sich im sauerstoffarmen Wasser wohlfühlen und die den Hechten als Nahrung dienen.

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