St. Galler Monopoly

09. Dezember 2019 04:49; Akt: 09.12.2019 17:35 Print

Wer hier Bratwurst mit Senf isst, wird bestraft

Im Dezember ist eine neue Version des Brettspiels Monopoly herausgekommen – das Monopoly Stadt St. Gallen. Es ist im lokalen Dialekt verfasst.

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Der Dom ziert die St. Galler Ausgabe des Monopoly. Die sogenannten «Strassen» zeigen bekannte Orte der Stadt St. Gallen. Beim Erwerb einer dieser Orte gelten die gleichen Regeln wie beim klassischen Monopoly. Die Zahl unter den Bildern ist der Preis, der für den Kauf bezahlt werden muss. Die oberen Preisangaben gelten für gegnerische Spieler, die auf einem von die gekauften Feld landen. Dann muss dieser dir die Miete bezahlen. Die unten aufgeführten Kosten sind Preise für die Anschaffung eines Hauses oder eines Hotels. Die Strassen sind in verschieden Farbgruppen aufgeteilt. Wer alle Felder einer Farbgruppe besitzt, kann mit dem Bau der vorhin genannten Häuser und Hotels beginnen. Die teuersten zwei Strassenfelder bringen am meisten Profit ein, sind aber getrennt durch eine Luxussteuer. Diesen Betrag muss an die Spielbank gezahlt werden, wenn man bei einem Spielzug auf dem Feld mit dem Ring landet. Nebst den Strassenfeldern gibt es die Energiewerke. Diese werfen, je mehr man besitzt, mehr Profit ab. Die Zeitungs- und Radiomeldungen sind, wie das ganze Spiel, auf die Stadt St. Gallen bezogen und im lokalen Dialekt verfasst. Auch der FC St. Gallen hat es auf eine dieser Karten geschafft. Eine Strafe von 50 Fr. ist eigentlich zu wenig. Für dieses Vergehen sollte es auf direktem Weg ins Gefängnis gehen. Ein kleines «Hallo» an die Kantonspolizei St. Gallen. Denn wer kennt ihn nicht, den stadtbekannten Blitzer der während der derzeitigen Baustellenphase immer irgendwo auf der Stadtautobahn steht. Hier siehst du, wie die Spielfiguren und die Häuser aussehen. Grün steht für ein einfaches Haus und rot für ein Hotel.

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Das Spiel geht auch auf lokal typische Gegebenheiten ein. So heisst es etwa auf einem der Anweisungskärtchen: «Sie sind für das St. Galler Openair als Vorgruppe gebucht worden. Sie bekommen 25 Franken.» Oder: «Sie sind mit dem FC St. Gallen Schweizer Meister geworden. Als Meistertrainer bekommen Sie 100 Franken.» Auch lokale Reizthemen fanden den Weg ins Spiel: «Sie haben die Bratwurst mit Senf gegessen und wurden dabei erwischt. Zur Strafe müssen Sie jedem Spieler 50 Franken bezahlen». (Texte im St. Galler Dialekt in der Bildstrecke oben.)

Herausgegeben wird das Spiel von der Unique-Gaming Partners AG in Triesen FL. «Auf die Idee zur «Stadt St. Gallen»-Ausgabe kamen wir, weil wir zuvor bereits ein Spiel zum Kanton St. Gallen herausgegeben hatten», sagt Geschäftsführer André Tschumper. Schon damals hätten sie die Idee gehabt, dass man auch eines zur Stadt machen könnte, doch sie waren sich nicht sicher, ob das Potenzial dafür vorhanden sei. «Doch wir wurden eines Besseren belehrt», sagt Tschumper.

Das Unternehmen, das bereits über 50 Monopoly-Versionen auf den Markt gebracht hat, stellte nämlich fest, dass gerade die Versionen von kleinen Märkten sehr beliebt sind. «Je kleiner und spezifischer, desto grösser die Freude beim Publikum», sagt Tschumper. So sei etwa die Ausgabe Appenzellerland sehr gut angekommen. «Von solchen Versionen lassen wir jeweils 2000 Spiele produzieren. Diese sind dann in der Regel in wenigen Wochen ausverkauft und wir müssen nachproduzieren lassen», sagt Tschumper.

Fans konnten mitbestimmen

Damit sich die Produktion von kleinen Chargen lohnt, arbeitet das Unternehmen mit Sponsoren zusammen. Diese können beispielsweise Felder kaufen, die dann nach dem Unternehmen oder der Organisation benannt werden. «Theoretisch könnte man alle Felder verkaufen, aber das tun wir auf keinen Fall», sagt Tschumper. «Das würde dem Ganzen den Charme nehmen.»

Zur Benennung der Felder wurden die Fans aufgerufen, Vorschläge einzureichen. «Der Rücklauf auf den Aufruf war gross. Viele haben ihr Quartier oder ihre Strasse vorgeschlagen», sagt Tschumper. Das Projektteam traf daraus eine Auswahl und das Spiel wurde bis Dezember 2019 hergestellt.

Spass mit fremden Dialekten

Es ist bereits das zwölfte Spiel einer Region, welches das Unternehmen dieses Jahr herausgegeben hat. Kürzlich erschien etwa auch die Thurgau-Version. Das Monopoly der Stadt St. Gallen ist das vierte Spiel, das in einem Dialekt verfasst wurde – nach Bern, Basel und Luzern. «Für Personen, die nicht aus den jeweiligen Regionen stammen, ist es immer lustig, wenn sie Anweisungskärtchen vorlesen müssen», weiss Tschumper zu berichten.

Sein Unternehmen hat rund 50 Monopolys produzieren lassen. Auch Unternehmen bestellen manchmal ihre eigenen Editionen. So gibt es zum Beispiel ein Monopoly zu SAC-Hütten oder zum Zoo Zürich.

Die Spiele sind beispielsweise bei Manor oder Zollibolli erhältlich.

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(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sanktgallus am 09.12.2019 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    SanGGalä?

    Mit 2 G und dafür nur einem L? Man sollte euch in Senf baden.

  • Ernst am 09.12.2019 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    So ist es

    BRATWURST ohne Senf ist noch nicht so alt. Vor einigen Jahren war das noch absolut kein Thema. Vermutlich hat mal ein St. Galler Grilleur an einem Jahrmarkt seinen Senf zu Hause vergessen und Soo diesen Neumodischen gäg in die Welt gesetzt. Für mich als bald 70 jährigen St Galler Bauer gibt.s BRATWURST NUR mit Senf.

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  • Mono poly - stereo poly ! am 09.12.2019 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    @all

    ... haben die macher auch die bussen für falschparken und schnellfahren mit berücksichtigt ? ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • DL am 10.12.2019 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    :D

    Find ich eigentlich recht witzig :D

  • Bratwurst mit Bürli am 09.12.2019 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Etwa wie Pommes Frites mit Majo

    Bratwurst mit Senf zu essen, sollte eigentlich 'auf direktem Weg ins Gefängnis, Honorar nicht zahlbar' nach sich ziehen. Drei Runden aussetzen, bis der Magen im Spital ausgepumpt und die Lebensmittelvergiftung abgewandt ist.

  • Richtige st. Galler am 09.12.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Mit oder ohne Senf

    Senf hilft einem schweverträgliche Esswaren besser zu verdauen. Daher ist man normalerweise wurst mit senf da es sich nicht gerade um das beste fleisch handelt, also schwer verdaubar. Nun haben die St. Galler damit geworben das man ihre OLMA Bratwurst sehr gut verdauen kann auch ohne senf. Daraus hat sich dann ergeben, dass man die wurst ohne senf isst. Nach einiger zeit hat es sich dann eingebürgert, dass wenn man die wurst mit senf bestellt, dem metzger impliziert wurde die wurst sei schlecht. Deshalb isst man in SG die wurst ohne senf und sie ist die beste der welt!!

  • *grabs popcorn* am 09.12.2019 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nur hier...

    ...wegen den Kommentaren... Herrlich!!

  • Thommy Panhead am 09.12.2019 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Aber bitte mit Sahne

    Soll bitte jeder seine Bratwurst essen wie er mag, ob mit Majo, Ketchup, Curry, Senf oder ohne. Dieses "...ohne Senf" gehabe nervt nur noch und erinnert mich an mitteilungsbedürftige Veganer, die der ganzen Welt ihre Weisheit auf die Nase binden müssen. Und by the way, zu Bratwurst gehört Senf dazu :-)

    • Pancake with Mustard am 09.12.2019 22:22 Report Diesen Beitrag melden

      Kulinarischer Tiefflieger

      Kann ja nur ein Zürcher sein... Sorry, aber Kalbsbrät mit Senf verträgt sich einfach nicht. Das schlägt mit der Zeit auf das Nervenkostüm. Noch schlimmer ist natürlich der Vorschlag mit dem Curry. Um das runterzukriegen, muss man als Baby zuviel Milupa-Chemie erwischt haben.

    • Bratwurstesser am 10.12.2019 19:15 Report Diesen Beitrag melden

      Es MUSS ein Zürcher sein!

      Ich habe mich echt mal getraut in Züri am See eine Bratwurst zu probieren. Da braucht es wirklich Senf dazu! Also: Züri-Bratwurst nur mit, Olma-Bratwurst nur ohne Senf. So holt man das beste aus dem Produkt raus.

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