Rheintal

27. Mai 2015 16:53; Akt: 27.05.2015 19:58 Print

Musikverein bringt Kinder um den Schlaf

Im Juni sind in Eichberg SG die Rheintaler Kreismusiktage 2015. Dafür müssen die Musikvereine marschieren üben. Bereits gibt es Lärmklagen via Facebook.

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Der besagte Post. (Screenshot Facebook)

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Mit folgendem Worten wendete sich Meike Halder (37) am Dienstag via Facebook an den Musikverein Rebstein: «Liebe Blasmusik Rebstein. Es ist ja ganz nett, wenn ihr das Quartier mal mit eurer Musik beehrt und auch mal ganz schön anzusehen... Aber unter der Woche bis jetzt (20.30 Uhr) sechs mal, ist definitiv zu viel. Vorallem, da die Kids schlafen – naja schlafen sollten».

Auf Kommentare musste sie nicht lange warten. Die wenigstens können ihren Post nachvollziehen und rufen zu Verständnis auf, so heisst es etwa: «Marschmusik kann man einfach nur draussen üben und eben erst dann, wenn Probe ist, und da es Leute gibt, die arbeiten müssen, findet die eben am Abend statt».

Sechs Mal am Haus vorbei

Halder hätte nie gedacht, dass ihr Post eine solche Diskussion auslöst. «Bereits letzten Freitag probte der Verein in unserem Quartier, ich hatte fünf Kinder bei mir, an schlafen war bei ihnen nicht zu denken», erzählt Halder. Am Dienstag acht Uhr abends, ging es erneut los. «Für meinen fünfjährigen Kleinen war eigentlich Zeit fürs Bett», so Halder. Aber kaum habe er die Musik gehört, wollte er zusehen. «Bei jedem Mal, als die Musik wieder an uns vorbei gelaufen war, dachte ich ok, jetzt sind sie aber fertig», so Halder. Dem war aber nicht so, ganze sechs Mal ist der Verein an ihrem Haus vorbei marschiert. Das zehre schon etwas an der Geduld, auch wenn Halder klar ist, dass der Verein üben muss. Laut Halder war der Post auch mit einem Augenzwinkern gedacht.

Via Facebook meldete sich auch Jürg Danuser, Trompeter beim Musikverein Rebstein, zu Wort. «Ich dachte, das kann doch nicht ihr ernst sein», so Danuser. Zudem würden sie jedes Jahr die Marschmusik-Route ändern und und in einem anderen Quartier proben. Bis auf diesen Post seien auch noch nie «Lärmklagen» beim Verein eingegangen, im Gegenteil. «Die Leute freuen sich, wenn wir bei ihren Häusern vorbei marschieren und klatschen sogar mit. Wir wurden sogar mal zu Bier und Grilladen eingeladen», so Danuser.

Dem stimmen auch andere Vereine zu. So etwa Marcel Zünd, Präsident der Stadtmusik Altstätten: «Wenn wir draussen marschieren, kommen immer wieder positive Rückmeldungen und die Leute kommen extra aus ihren Häusern um uns zuzusehen».

Bald ist alles vorbei

Nächsten Freitag ist der Musikverein Rebstein bei schönem Wetter wieder am Marschieren. Halder ist vorbereitet, sie will ihren Kleinen früher ins Bett bringen und dem Verein hat sie eine Kiste in Bier in Aussicht gestellt.

In knapp zwei Wochen können alle Lärmgeplagte sowieso aufatmen. Die Rheintaler Kreismusiktage 2015 finden nämlich vom 5. bis 7. Juni in Eichberg statt. In der Marschmusikdisziplin messen sich 18 Vereine. Danach werden die Vereine ihre Proben wieder ins Probelokal verlegen.

Die Aufbauarbeiten fürs Fest sind bereits in vollem Gange:


(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stephan Rohner am 27.05.2015 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Lärm - empfindlich

    Meine Frau ist (sehr) aktives Mitglied einer Guuggen- Musik. Als Geburtstags-Überraschung kamen gut 30 Guugger und brachten ihr um 21:30 Uhr ein "klangvolles" Ständchen. Der Applaus der ganzen Nachbarschaft war riesig. Trotzdem kam um 22:15 Uhr die Polizei und gebot Ruhe.("Nachtruhe !) Wir fanden heraus: Eine heuchlerische Nachbarin, die zu uns noch sagte sie fände dieses Überraschungs-Konzert sooo schön, hatte Anzeige erstattet.... Den handelnden Polizisten "stank" es sichtlich; aber sie mussten ihre Pflicht tun und einschreiten.

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  • Fubar am 27.05.2015 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz?

    Egal was man macht, es gibt immer jemanden, dem es nicht passt.

  • a Räbschtara am 27.05.2015 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    das sieht man doch nicht alle Tage

    Vor 2 oder 3 Jahren kamen sie bei uns vorbei. Auch unser Sohn wollte natürlich nicht mehr ins Bett. Ist ja klar. Aber das ist EINMAL in einem Jahr. Hopp Räbschta machids guat!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hanssan am 28.05.2015 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rhema

    Ich ertrag die lärmattacken der rhema um 3uhr morgens ja auch ,obwohl de r bass es mir sehr schwer macht,nicht in amokgedanken zu versinken.solange etwas begrenzt ist ,kann mann wohl mal auf die zähne beissen.

    • keine Rhemagängerin am 28.05.2015 16:09 Report Diesen Beitrag melden

      ....

      Und jetzt wo sie verkürzt wurde, ist es sicher auch besser.

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  • tromPETER am 28.05.2015 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindheitserinnerung

    Wenn ich heute die Blasmusik draussen proben höre, kommen bei mir Kindheitserinnerungen auf. Ich bekomme Gänsehaut und denke an die tolle Zeit, als wir im Pischi auf dem Fahrrad die Musik aufsuchten. Es hat mir nicht geschadet, mal etwas später ins Bett zu kommen, glaubs. ;-)

  • ex-nachbarin am 28.05.2015 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    amüsant

    ich bin in diesem quartier aufgewachsen und die proben der MVR waren IMMER ein highlight!!! wir durften jeweils im pischi nach draussen und zuhören! und mit dem dicken schlitten durch die 30er-zone zu rasen und zu "gäselen" ist natürlich ganz was anderes, liebe ex-nachbarin ;)

  • Armando Cozzio am 28.05.2015 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    mehr Toleranz für Musikvereine

    Ist ja klar das wiedermal die Musikvereine dran kommen. Vor allem sind die Probem 1 oder vieleicht 2 mal pro Woche. Das mögen auch kleine Kinder vertragen.

  • Dash am 28.05.2015 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachtruhe ist Nachtruhe 

    Prinzipiell habe ich nichts gegen Musik. Ich kann jedoch Leute verstehen, die sich gestört fühlen. Wenn Nachtruhe ist, dann ist Nachtruhe. Wenn einer mit einem zu lauten Auto andauernd vorbeifahren würde, oder der Nachbar nebenan seine Musik zu laut aufdrehen würde wären genau diese die hier kommentiert haben, die ersten, die die Polizei rufen würden.... Traurig