Tägerwilen TG

25. März 2019 04:59; Akt: 25.03.2019 04:59 Print

Musste Marina A. wegen reiner Geldgier sterben?

Wolfgang T. wird vorgeworfen, seine Freundin in der Seerheinbadi in Tägerwilen ermordet zu haben. Nun muss er sich dafür vor Gericht verantworten. Ihm droht die Verwahrung.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Ufernähe beim Parkplatz der Seerheinbadi in Tägerwilen TG wurde am 15. Mai 2016 eine tote Frau aus dem Wasser geborgen. Die Leiche lag unter einer gelb karierten Wolldecke. Schon damals ging die Kantonspolizei Thurgau von einem Tötungsdelikt aus. Spuren an der Leiche würden darauf hinweisen. Beim Opfer handelt es sich um die 38-jährige Marina A.* aus Konstanz. Bei der Untersuchung der Leiche durch das Institut für Rechtsmedizin konnten massive Kopfverletzungen festgestellt werden, die schlussendlich zum Tod geführt haben.

Nur zwei Tage danach, am 17. Mai 2016, konnte am Flughafen in Barcelona ein damals 59-jähriger Tatverdächtiger verhaftet und wenig später an die Schweiz ausgeliefert werden. Es handelt sich um Wolfgang T.* Er hatte sich am Samstag, 14. Mai 2016, in den späten Abendstunden, mit dem Opfer verabredet und wurde von Zeugen in der nahen Umgebung des späteren Fundortes der Leiche zusammen mit dem Opfer gesehen. Der Deutsche lebte auf Teneriffa. T. und sein späteres Opfer hatten offenbar eine Liaison, A. besuchte ihn auch regelmässig auf Teneriffa.

Erst geständig, dann nicht mehr

Nach der ersten Einvernahme durch die Thurgauer Staatsanwaltschaft hiess es, T. sei geständig. Allerdings zog er später sein Geständnis zurück. Seither will er von der Tat nichts mehr wissen.

Laut Recherchen von 20 Minuten könnte Geldgier ein Motiv für seine Tat gewesen sein. Wolfgang T. hatte nämlich kurz vor dem Tod seiner Lebenspartnerin Marina A. eine Risikoversicherung über eine hohe Summe auf sie abgeschlossen. Er habe dies damit begründet, dass die Frau viel reise und darum gefährlich lebe. Und: «Er liess sich als Begünstigten eintragen. Im Falle eines natürlichen Todes wäre ihm die ganze Summe zugestanden», so ein Informant damals zu 20 Minuten.

Drei Tage für den Prozess

Im August 2018 erhob die Thurgauer Staatsanwaltschaft Anklage gegen Wolfgang T. Am Montag muss er sich nun vor dem Bezirksgericht Kreuzlingen verantworten. Für die Verhandlung wurden drei Tage vorgesehen. Der Antrag lautet auf Verurteilung wegen Mordes zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe mit anschliessender Verwahrung.

* Namen der Redaktion bekannt

(20M)