Schiffbrüchige

20. Juni 2011 21:44; Akt: 20.06.2011 22:04 Print

Mutiges Schweizer Ehepaar

Nur dank Zufall und dem mutigen Einsatz eines Schweizer Ehepaars haben zwölf Schiffbrüchige im Bodensee überlebt. Der Segler- Kapitän schil­dert die dramatische Rettung.

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«Hätten wir sie nicht gesehen, wären diese Leute wahr­scheinlich tot», sagt der 67-jährige ­Ingenieur aus dem Zürcher Weinland. Bei stürmischem Wind und hohem Wellengang waren der Segler und seine Ehefrau am Sonntagvormittag unterwegs von Langenargen (D) nach Rorschach; weit und breit kein anderes Schiff. Mitten auf dem See erblickte der Mann plötzlich ein verlassenes Schlauchboot – und kurz darauf entdeckte er in etwa 150 Metern Entfernung schwarze Punkte im Wasser. «Zuerst dachte ich, es handle sich um Treibholz», so der Mann, «doch dann realisierte ich, dass es Menschen sein mussten.»

In den Wellen trieben zwölf deutsche Männer und Frauen. Das von ihnen gecharterte Boot war im Sturm gekentert und untergegangen – und mit ihm die Schwimmwesten. «Sie klammerten sich verzweifelt an Fendern, Kissen und Holzstücken fest», erzählt der Segler. «Ich musste aufpassen, dass niemand von unserem Boot getroffen wurde.»

Mit vereinten Kräften zog das Schweizer Ehepaar einen Schiffbrüchigen nach dem anderen an Bord der 10,5 Meter langen Yacht. «Die Leute schrien, sie seien am Ende – die meisten waren so ent­kräftet, dass sie nicht über die Leiter hinaufsteigen konnten.» Nach einer geschätzten halben Stunde war der letzte Deutsche an Bord. Das Boot steuerte den Hafen von Horn an, wo die aufgebotene Sanität wartete. «Im Nachhinein weiss ich nicht, wie wir das geschafft ­haben», sagt der 67-jährige Retter, «doch als es drauf ­ankam, haben wir einfach ge­handelt, ohne nachzudenken.»

(eli/20 Minuten)