Steckborn TG

09. August 2018 10:08; Akt: 10.08.2018 13:28 Print

Nach Rutsch-Event mit Rückenbruch im Spital

Wegen der Rutsche des Summerslide-Events vom vergangenen Wochenende in Steckborn mussten vier Personen ins Spital. Eine Frau muss bereits zum zweiten Mal operiert werden.

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So hätte sich wohl die 37-jährige Thurgauerin das Ende des Rutschens auf der grössten Wasserrutsche Europas, die am vergangenen Freitag in Steckborn TG war, nicht vorgestellt. Wie «Blick» am Donnerstag berichtet, wünscht sich die Frau, sie wäre die Treppenstufen auf die 15 Meter hohe Rutsche nie hochgestiegen. Nun ist sie mit einem Wirbelbruch im Spital.

Als ihr während des Rutschens klar wurde, dass sie mit dem Rücken auf dem Wasser aufschlagen würde, bekam sie Panik. Dann knallte es: «Ich spürte einen stechenden Schmerz im Rücken», wird sie von der Zeitung zitiert. Die Sanität fuhr sie direkt ins Spital. Zwei Stunden wurde sie an der Wirbelsäule operiert, zwei Schrauben fixieren nun diese. Doch: «Die Schrauben halten den Lendenwirbel nicht richtig zusammen», sagt sie weiter. Eine erneute OP stehe an.

Unfallserie kein Einzelfall

Nebst der 37-Jährigen, die es am schlimmsten erwischte, mussten drei weitere Personen ins Spital. 17 Personen mussten vor Ort von der Sanität mit Pflaster und Salbe behandelt werden.

Nach der Unfallserie vom Freitag blieb die Rutsche am Wochenende geschlossen. Die Ursache für die hohe Zahl Verletzungen ist nach wie vor nicht genau bekannt. Auch war es nicht das erste Mal, dass es nach einem Summerslide-Event Verletzte gab. Letztes Jahr mussten in Genf Dutzende Personen von der Sanität behandelt werden.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Für einen Mann endete der Spass in Genf besonders heftig: Er brach sich den Kiefer und schlug sich zwei Zähne aus. Der 24-Jährige reichte deshalb Klage gegen die Verantwortlichen ein. Das Verfahren ist noch hängig.

Auch der Event in Steckborn wird für die Verantwortlichen Folgen haben: Die Thurgauer Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren eröffnet und ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung. Unfallexperten des forensischen Instituts Zürich waren bereits am Samstag in Steckborn, um die physikalischen Berechnungen an der Wasserrutsche vorzunehmen.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Migge am 09.08.2018 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Verklagen?

    Wenn ich beim Trampolin springen in der Turnhalle das Knie an den Mund knalle und dabei einen Zahn verliere, kann ich dann den Trampolinhersteller verklagen? Also, wenn ich mir diesen Rutsch-Event anschaue, dann sieht das heftig aus, und genau das muss man auch erwarten. Verletzungen inbegriffen.

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  • Sabrina K. am 09.08.2018 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Jahr wieder

    Letztes Jahr gab es schon Verletzte, liebe Leute informiert euch doch bevor ihr diese Treppen hochsteigt! Und wenn man einen Haftungsausschluss unterschreiben muss, sollte einem doch klar sein, dass es gefährlich werden könnte.

  • mimi am 09.08.2018 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    logisch

    wenn ich die rutsche nur schon sehe, auch deren höhe, dann ist doch nur logisch... beim aufprall fühlt sich die wasseroberfläche an wie beton. das kann nur zu unfällen führen, aber der mensch braucht vermutlich immer mehr solcher kicks... ich würde auf keinen fall da runter rutschen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Margrit am 09.08.2018 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Wer den Kick sucht, sollte selber haften und sogar einen Teil der Kosten selber zahlen! Es muss immer wilder sein und ich hab keine Lust diese Kosten mit zu tragen. Gilt für alle Adrenalin Kicks!!!

  • Mutti am 09.08.2018 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    15 Meter?

    Da steigt doch niemand mit Verstand freiwillig hoch. Im Europa-Park in eine Bahn steigen, bei voller Haftung der Betreiber, ist ok. Aber das hier ist unverständlich.

  • Pepe am 09.08.2018 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung

    Erinnert irgendwie an die tödliche Loveparade 2010: Dort wurden auch Bewilligungen erteilt und nachher wollte keiner Schuld am grauenvollen Ausgang sein. Zufall?

  • Gefährlich am 09.08.2018 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Null Toleranz

    Finde, der Kanton müsste hart zur Rechenschaft gezogen werden, der diesen Event bewilligt hat.

  • Mosima am 09.08.2018 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Grosses Rätselraten

    Die Ursache der Unfälle ist doch klar: Die rutsche weist am Ende einen Bogen auf, welcher a) die Rutschenden in eine Lage mit Rücken voraus/nach unten bringt und b) die Rutschenden mehrere Meter in die Höhe katapultiert. Von einem 3- oder 5-Meter Sprungbrett würde niemand in einer solchen Lage ins Wasser springen...