Südostbahn

22. Mai 2018 19:46; Akt: 22.05.2018 19:49 Print

Diese Frau ersetzt die Computerstimme der SOB

Nach neun Jahren setzt die Südostbahn (SOB) an ihren Bahnhöfen auf eine neue Stimme. Corinne Hobi erzählt, was diesen Job so anspruchsvoll macht.

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«Auf Gleis 3 folgt die S4 nach Wattwil, mit Halt in Mogelsberg, Brunnadern-Neckertal, Lichtensteig.» Diese und dutzende Ansagen sprach Corinne Hobi für die Schweizerische Südostbahn (SOB) neu ein. Insgesamt waren es über 6000 Aufnahmen, die die 54-Jährige gesprochen hat. Ziel war es, die bisherige automatisch generierte Stimme zu ersetzen. Dies gerade auch hinsichtlich Aussprache der Ortschaften, die bislang teils sehr holperig daher kam, da sie eben von einer Computerstimme gesprochen wurden. Diese Stimme war seit 2009 im Einsatz (siehe Video oben).

Seit dem 17. Mai ertönt an den rund 34 von der Südostbahn betriebenen Bahnhöfen und Haltestellen nun die menschliche Stimme von Hobi, einer professionellen Sprecherin und Schauspielerin. Sie spielte im Film «Heimatland» die Nebenrolle Mme. Dupont.

Die Aufnahmen waren eine Herausforderung. Bei jeder Ortschaft wurde diskutiert, wie das Wort auszusprechen und auf welcher Silbe es zu betonen sei. Denn die Vorgabe war, dass die Ortschaften auf Hochdeutsch gesprochen werden, jedoch mit schweizerischer Einfärbung.

Keine Assoziationen mit Schmerz

«Ein Deutscher soll die Ansage verstehen, ein Schweizer soll sich bei der Ansage seines Wohnortes damit identifizieren können», sagt Hobi. Doch je nach Dialekt sei das gar nicht so eindeutig. «Nicht immer gibt es ein klares richtig oder falsch.» Zum Beispiel wollte das Bahnunternehmen, dass Wollerau auf «ll» betont wurde, während im Dialekt die Betonung eher auf dem «Au» liege.

Apropos Au: Der Ort Au im St. Galler Rheintal sei ebenfalls eine Herausforderung gewesen, da es so ein kurzes Wort ist. «Zudem durfte es nicht nach dem Schmerzlaut ‹Aua› klingen», sagt Hobi. Denn das Ziel sei, dass keine Assoziationen beim Hörer hervorgerufen werden, sondern nur Ortschaften. Das sei bei Orten wie Heerbrugg SG schwierig, da einerseits das Wort «Heer», andererseits «Brücke» Assoziationen wecken könnte.

Stundenlang Haltestellen aufgesagt

Das Einsprechen dauerte fünf Tage. «Ich habe gefühlte 3000 Mal das Wort Einsiedeln gesprochen.» Bis zu sechs Stunden pro Tag habe Hobi Ostschweizer Haltestellen gesprochen. «Ich musste darauf achten, dass ich nicht heiser werde.» Zudem sei auch wichtig gewesen, dass die Stimme immer gleich klingt.

Die Ansagen wurden nur für die Bahnhöfe neu gesprochen. In den Zügen ertönt nach wie vor die bisher bekannte Stimme.

(jeb)

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  • Schwizer am 22.05.2018 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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