Trin GR

16. Oktober 2018 17:29; Akt: 16.10.2018 17:30 Print

Schutzhunde treiben Jungwölfe in den Tod

In Graubünden hat sich wohl ein zweites Wolfsrudel gebildet. Mehrere Jungtiere wurden offenbar durch Herdenschutzhunde in den Tod getrieben.

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Die Gruppe Wolf Schweiz geht davon aus, dass sich am Ringelspitz oberhalb von Trin GR ein neues Wolfsrudel gebildet hat. Wie die «Südostschweiz» berichtet, stammt das zweijährige Weibchen F33 aus dem Calanda-Rudel, während der Rüde M56 vermutlich aus Italien oder Frankreich zugewandert ist. Bereits im Sommer 2017 gab es Hinweise auf ein neues Wolfspaar am Ringelspitz.

Auf Bildern aus Fotofallen erkannte die Gruppe Wolf Schweiz dieses Jahr zwei erwachsene Wölfe im Gebiet und erhielt zusätzlich ein Foto von einem Hirten, au dem die Wölfin trächtig zu sein schien. Nachdem in der Region Nutztiere gerissen wurden, hat sich der Verdacht bestätigt, das sie Nachwuchs geboren hatte.

Letztlich bestätigen gemäss der Gruppe mehrere abgestürzte Jungwölfe, dass es sich um ein neues Rudel handelt, da sich die Calanda-Wölfe weiter östlich fortpflanzen. «Es ist somit quasi eine ganze Indizienkette, die zu unserer Einschätzung führt», sagt David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz. «Selbstverständlich bleibt eine gewisse Restunsicherheit».

Drei Jungtiere abgestürzt

Zwei tote Jungwölfe waren in den letzten vier Wochen oberhalb der Alp Culm da Sterls GR gefunden worden. Sie waren wohl abgestürzt. Am Dienstag wurde ein dritter toter Jungwolf gefunden. Das Tier sei an praktisch gleicher Stelle bei der Alp am Piz Mirutta abgestürzt, wie die beiden anderen zuvor, teilte am der Vorsteher des Bündner Amtes für Jagd und Fischerei, Adrian Arquint, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Die Abklärungen des kantonalen Jagdamtes Graubünden ergaben, dass die Wölfe vermutlich wegen Herdenschutzhunden umgekommen sind. Beide Tiere befanden sich auf einem Felsband und wurden von den Schutzhunden verbellt, was allem Anschein nach zum Sturz führte.

Die Wildhut schickte die Kadaver zur Untersuchung ans pathologische Institut der Universität Bern. Eine Gen-Analyse soll aufzeigen, ob die toten Jungwölfe zum Calanda-Rudel gehören oder ob sie die Nachkommen des zweiten Wolfspaars sind. Die Resultate sollten in etwa zwei Wochen vorliegen.

Neue Leittiere für Calanda-Wölfe?

«Die Leittiere des Calanda-Rudels nähern sich dem biologischen Lebensende», erläutert David Gerke seine Einschätzung. Die jetzigen Alpha-Wölfe sind mindestens acht Jahre alt, Calanda-Wölfin F7 hat im Sommer zum siebten Mal geworfen.

Laut Gerke dürfte es bald zu einer Ablösung kommen. Da das Streifgebiet der Ringelspitz-Wölfe an das Revier der Calanda-Wölfe grenzt, ist noch unklar, ob das neue Wolfsrudel das Revier übernimmt oder ob Calanda-Jungtiere das Rudel weiterführen.

(sav/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wolfsburg am 16.10.2018 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja logisch

    Ist ja auch der Zweck der schutzhunde Wölfe zu vertreiben oder sollen sie mit ihnen kuscheln...

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  • Lego am 16.10.2018 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizerwölfe

    Wenigstens werden Schutzhunde eingesetzt und der Wolf hat Platz bei uns. Danke Danke Danke

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  • Pseudo Naturschützer im Wald aussetzen am 16.10.2018 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Immerhin eine Möglichkeit

    auf natürliche Jagd dem Raubtier Wolf einhalt zu gebieten weil abschiessen ja mit Strafen belegt wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Babsy am 17.10.2018 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    Jungwölfe zu Tode gestürzt

    Da hat der Mensch offensichtlich eine neue Art für das Töten von Wölfen gefunden. In den Nachrichten war zu hören, junger Wolf zu Tode gestürzt? Habe mich gefrag, wie ist das möglich? Es sterben viel mehr Schafe durch ausbüxen und zu Tode stürzen, als vom Wolf gerissen zu werden.

  • Die Natur am 17.10.2018 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brutale Realität

    Ich bin ganz klar für den Wolf. Aber es ist die Aufgabe des Herdenhundes die Herde zu schützen. Wenn dabei ein Wolf vertrieben wird und abstürzt ist das Pech, aber nicht die Schuld des Hundes. In der Natur verenden tagtäglich Tiere an Verletzungen, wegen Hunger, wegen Kälte usw. Die Natur ist kein Ponyhof, sondern brutale Realität. Das wird von vielen Idealisten oft übersehen.

  • Schütztdiewildtiere am 17.10.2018 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Bald zum Abschuss frei

    Die Schweiz ist zu klein für die Rückkehr von Wildtieren. Es wird nie sichere Plätze für sie geben. Immer mehr Leute wollen nun Häuser besitzen . Daxu braucht es Platz. Wenn jetzt noch ein 2tes Rudel kommt, werden die Wölfe nicht mehr lange geschützt sein. Mein Rat: macht einen dicken Zaun um die Schweiz um die Wildtiere zu schützen!

  • Lisa am 17.10.2018 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch und die Natur

    Ja, der Mensch ist an allem schuld. Bitte gebt euer Land frei und baut alles rückgängig. Kein zubetonieren, damit jedes Tier seine Freiheit hat. Die Autobahn öffnen und ganz langsam fahren. Tiere haben Vortritt. Wir wieder in Höhlen und auf Bäumen wohnen. Alles würde so auf natürliche Weise limitiert, auch der Mensch...

  • Roland am 17.10.2018 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    In der CH gibt es kaum echte Wölfe

    Wölfe, in der Schweiz hat es kaum echte Wölfe. Um einen echten Wolf nachweisen zu können, bräuchte es qualitativ hochwertiges DNA. Somit kann man auch behaupten, die wolfsähnlichen abgestürzten Hundewelpen wurden von Schutzhunden verjagt.