Fünf Kantone involviert

26. Februar 2020 15:14; Akt: 26.02.2020 15:14 Print

Schweizer Neuheit bei Spitalplanung beschlossen

Die Regierungen von fünf Kantonen haben in Rapperswil-Jona eine Absichtserklärung unterschrieben. Sie wollen die Spitalversorgung künftig gemeinsam planen.

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Erstmals in der Schweiz spannten fünf Kantone bei der Spitalplanung zusammen, hiess es in der gemeinsamen Mitteilung der beteiligten Kantone. Von links: Rolf Widmer, Regierungsrat Glarus, Yves Noel Balmer, Regierungsrat Appenzell Ausserrhoden, Heidi Hanselmann, Regierungspräsidentin St. Gallen, Antonia Faessler, Frau Statthalter Appenzell Innerrhoden, und Peter Peyer, Regierungsrat Graubünden. Die fünf Kantone Appenzell Ausser- und Innerrhoden, Glarus, Graubünden sowie St. Gallen sind mit an Bord. In einer Absichtserklärung haben sie am Mittwoch festgehalten, dass sie künftig bei der Planung der Sparten Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie gemeinsam vorgehen wollen. Die Kantone seien sich darin einig, dass die Gesundheitseinrichtungen nicht auf einzelne Kantone konzentriert werden sollten, sondern die Versorgungsinstitutionen im gesamten Gebiet angemessen verteilt sein müssten. Ziel sei es, die Spitallisten der einzelnen Kantone einander anzugleichen. Die Bedarfsanalyse wird deshalb künftig gemeinsam durchgeführt. Der erste Schritt in der Zusammenarbeit ist die Gründung einer Projektorganisation. Sie wird durch die Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren der fünf Kantone geführt. Im Kanton St. Gallen wird momentan eine neue Spitalstrategie ausgearbeitet. Die Regierung wird die Vorlage am Donnerstag präsentieren. Beide Projekte entwickelten sich parallel und unterstützten sich, heisst es. Das Projekt der gemeinsamen interkantonalen Planung laufe bereits seit geraumer Zeit, so die fünf Kantone.

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Erstmals in der Schweiz spannten fünf Kantone zusammen, hiess es in der gemeinsamen Mitteilung der beteiligten Kantone. Dabei sind Appenzell Ausser- und Innerrhoden, Glarus, Graubünden sowie St. Gallen. In einer Absichtserklärung haben sie am Mittwoch festgehalten, dass sie künftig bei der Planung der Sparten Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie gemeinsam vorgehen wollen.

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Die Kantone seien sich darin einig, dass die Gesundheitseinrichtungen nicht auf einzelne Kantone konzentriert werden sollten, sondern die Versorgungsinstitutionen im gesamten Gebiet angemessen verteilt sein müssten.

Spitallisten angleichen

Ziel sei es, die Spitallisten der einzelnen Kantone einander anzugleichen. Die Bedarfsanalyse wird deshalb künftig gemeinsam durchgeführt. Dafür sollen einheitliche, verbindliche und transparente Kriterien erarbeitet werden.
Sie werden angewendet, wenn es um die Frage geht, «welche Leistungsaufträge an welche Anbieterinnen und Anbieter vergeben werden oder welche Institutionen mit welchen Leistungsaufträgen auf die Spitalliste aufgenommen werden sollen», hiess es in der Mitteilung.

Zu den Kriterien gehörten Vorgaben zur Erreichbarkeit, Vorgaben an Ausbildungsplätze, Anforderungen an die Qualität und die Wirtschaftlichkeit oder Mindestfallzahlen in spezialisierten Bereichen.

Der erste Schritt in der Zusammenarbeit ist die Gründung einer Projektorganisation. Sie wird durch die Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren der fünf Kantone geführt. Das operative Projektteam setzt sich aus verschiedenen Mitgliedern der Teilnehmerkantone zusammen. Eine externe Fachperson leitet das Projektteam.

Weitere Kantone möglich

Das Projektteam soll die Auswirkungen der gemeinsamen Planung auf verschiedene Felder überprüfen. Dazu gehören die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringer, die Versorgungssicherheit oder die Sicherstellung des medizinisch-technischen Fortschritts.

Ausserdem prüft das Projektteam, in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt allfällige weitere benachbarte Kantone einbezogen werden könnten. Erkenntnisse aus der Modellplanung erwarten die fünf Kantone in zwei Jahren.

Im Kanton St. Gallen wird momentan eine neue Spitalstrategie ausgearbeitet. Die Regierung wird die Vorlage am Donnerstag präsentieren. Das Projekt der gemeinsamen interkantonalen Planung laufe bereits seit geraumer Zeit, hiess es in der Mitteilung. Beide Projekte entwickelten sich parallel und unterstützten sich.

(gab/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Abi am 26.02.2020 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Koordination grundsätzlich

    Eine Koordination wäre sowieso nötig!!!

  • Alter Sack am 26.02.2020 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bessere amassnahmen

    Parallelimport der Medikamente wäre eine Massnahme die wirklich sofort kosten senkt. Und wenn ich mich im Schwarzwald zum halben Preis behandeln lasse soll das die KK übernehmen..

  • Teddy77 am 26.02.2020 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Adee Kantönligeist

    Endlich wird gegen den Kantönligeist angekämpft! Nur so kann man verhindern, dass Spitäler geschlossen und dann (wegen des "unerwartet grossen" Bedarfs) mit grossen Zusatzinvestitionen wieder geöffnet werden müssen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stirnrunzler am 26.02.2020 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bund...Punkt.

    Die Spitalplanung gehört angesichts der Kostenexplosion längst in Bundeshand. Schweden hat 13 Spitäler. Keiner würde dort von schlechter Versorgung sprechen.

  • Sebi am 26.02.2020 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Macht mehr Witze

    Die Journalisten hätten auch mal einen Witz reissen können die Damen und Herren schauen ja ganz Betreten drein als ob es gleiche eine Beerdigung gäbe.

  • Flumser am 26.02.2020 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Walenstadt ade

    endlich ein Entscheidend, auch wenn er das Aus für Walenstadt bedeutet. Zwischen Chur und Uznach gibt es auch ohne Walenstadt eine sehr gute Versorgung.

  • Rofio am 26.02.2020 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehrkosten

    Die Krankenkasse schreibt jetz vor,was das Gesundheitministerium zu tun hat? Wie kann es sein,das man Krankenkassen abhängig betreut wird?Die faulen Eier müsste man im Aug halten!Bald sind wir wie die Amis!Wer bezahahlen kann wird bevorzugt und die Anderen speist man ab

  • Marco C. am 26.02.2020 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich, endlich, endlich

    Hoffentlich wird gegen die überrissene Spitaldichte in der CH vorgegangen. Macht wohl keinen Sinn, dass jeder Kanton vollausgerüstete Spitäler mit sämtlichen Spezialgeräten und Spezialärzten bereitstellt. Diese horrenden Fixkosten, wie die Prämien zeigen, kann sich keiner leisten!