Unnötige Suchaktion

18. Juni 2019 17:29; Akt: 18.06.2019 17:29 Print

Nicht schon wieder...

Am Dienstag kenterten zwei Personen mit ihrem Kanu im Hochrhein bei Diessenhofen TG. Es folgte eine unnötige Suchaktion – denn die beiden konnten sich retten.

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Kurz nach 13 Uhr ging am Dienstag bei der kantonalen Notrufzentrale die Meldung ein, dass auf dem Hochrhein bei Diessenhofen TG ein Kajak verunfallt sei. Es soll gegen eine Wiffe geprallt sein und Personen sollen sich im Wasser befinden. Wie die Kantonspolizei Thurgau schreibt, wurde sofort eine Suchaktion ausgelöst, bei der neben der Thurgauer Polizei auch das Grenzwachtkorps und die Schaffhauser Polizei mit je einem Schiff und die Feuerwehr Diessenhofen mit vier Schiffen beteiligt waren.

Zusätzlich kamen eine Patrouille der deutschen Polizei sowie der Rettungsdienst vor Ort. Insgesamt waren innert kürzester Zeit rund zwei Dutzend Personen im Sucheinsatz. Während rund einer Stunde war unklar, wo sich die beiden Personen befinden. Kurz nach 14 Uhr konnte die Feuerwehr Diessenhofen Entwarnung geben. Das Kajak konnte mitsamt Besatzung ein Stück rheinabwärts angetroffen werden.

Kein Einzelfall

Der 29-jährige Mann und die 28-jährige Frau waren nach dem Unfall unverletzt ins Kajak zurückgeklettert und weitergepaddelt, ohne sich bei der Polizei zu melden. Die beiden Deutschen werden bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht.

Bereits vor wenigen Tagen kam es in Diessenhofen zu einem ähnlichen Vorfall: Ein Boot mit vier Personen prallte am Freitag, 31. Mai 2019, ebenfalls in eine Wiffe und zerbrach daran. Alle Insassen konnten sich selbstständig ans Ufer retten, meldeten den Vorfall in einem Restaurant und gingen danach nach Hause. Anwohner auf beiden Seiten des Rheins hatten den Vorfall beobachtet und die Polizei verständigt. Weil nicht klar war, ob sich alle beteiligten Personen hatten retten können, erfolgte eine über eine Stunde dauernde, aufwändige Rettungsaktion. Die Polizei rückte mit mehreren Booten und Tauchern aus.

Polizei warnt vor Hochrhein

In diesem Zusammenhang warnt die Polizei einmal mehr vor den Gefahren des Hochrheins: Schwimmer und Benutzer von Wasserfahrzeugen sollten jederzeit aufmerksam sein, frühzeitig agieren, Schwimmwesten tragen und genügend Abstand zu Hindernissen wie Wiffen, Brückenpfeilern oder Kursschiffen halten. Mehr Infos gibt es unter www.kapo.tg.ch/hochrhein. Nach Unfällen sollen sich Beteiligte bei der Polizei melden, um Suchaktionen zu vermeiden.

(juu)