Chur GR

25. März 2020 15:55; Akt: 25.03.2020 15:55 Print

Niemand trägt Schuld an Tod von David (14)

Bei der Maiensässfahrt 2019 in Chur ist Schüler David (14) tödlich abgestürzt. Das Strafverfahren in Zusammenhang mit dem Unfall wurde eingestellt.

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In Chur ist im Mai 2019 der 14-jährige David tödlich verunglückt. Das Unglück ereignete sich an der traditionellen Maiensässfahrt der Stadtschule Chur. Der 14-Jährige war mit seiner Klasse unterwegs vom Churer Hausberg über Juchs nach Chur. Kurz vor 17 Uhr stürzte er in einer Kurve von der Alpstrasse in der Oberen Val Parghera rund zweihundert Meter über felsdurchsetztes steiles Gelände ab. Unweit der mutmasslichen Absturzstelle liegt ein steinernes Kreuz. Hier stürzte der 14-Jährige vermutlich in die Tiefe. Die mutmassliche Absturzstelle befindet sich in unwegsamen Gelände. Die Rega konnte nicht bei der Unfallstelle landen. Patrik Degiacomi (mitte), Vorsteher Departement Bildung, Gesellschaft und Kultur (BGK), Urs Marti (links), Stadtpräsident Chur und Tom Leibundgut, Departementsvorsteher Bau, Planung, und Umwelt, informierten am Tag nach dem Unglück die Medien. Am Sonntag, 26.05.2019, fand in Chur GR ein Trauermarsch für den tödlich verunglückten David statt. Mehrere hundert Menschen hatten sich auf dem Stadthallenareal versammelt... ... und nahmen daran teil. Gegen 18.45 Uhr erreichen die ersten die Quaderwiese. Dort stehen bereits Stühle und Mikrofon bereit. Kurz vor 18 Uhr ist die Wiese fast gefüllt. Nun ergreift eine Frau das Wort. Man bedankt sich, im Namen der Familie, für das zahlreiche erscheinen. Auch Davids Freunde melden sich zu Wort: «Er war der liebste Mensch auf Erden. Er hat uns immer zum Lachen gebracht», sagt einer von ihnen ins Mikrofon. Ein anderer dankt für jede Sekunde, die er mit David verbringen durfte. Gegen 18.15 Uhr löst sich der Marsch langsam auf. Einige legen noch Blumen, Kerzen und Fotos auf einem Tisch nieder.

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Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat am Montag das Verfahren zur Abklärung der Ursachen des tödlichen Unfalls eines Schülers an der Maiensässfahrt 2019 eingestellt, wie es am Mittwoch in einer Mitteilung heisst. Das Verfahren war unmittelbar nach dem Unfall vom 23. Mai 2019 eröffnet worden.


Der mutmasslichen Absturzort. (Video: jeb)

Bei diesem Unfall war der 14-jähriger Oberstufenschüler David auf dem Rückweg vom Maiensäss Juchs nach Chur rund 200 Meter über steiles, fels- und gerölldurchsetztes Gelände in die Val Parghera gestürzt. Dort wurde er noch am selben Abend von den Rettungskräften tot geborgen.

Zahlreiche Befragungen

Gestützt auf das Untersuchungsergebnis, insbesondere die zahlreichen durchgeführten Befragungen von Beteiligten und Verantwortlichen sowie die Ergebnisse der Untersuchung der Leiche durch das Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals Graubünden, konnte keiner Drittperson ein strafrechtlich relevantes Verschulden am Tod des verunfallten Schülers nachgewiesen werden. Weder fanden sich Hinweise dafür, dass andere Schüler unmittelbar vor dem Absturz auf den Verunfallten eingewirkt hätten, namentlich durch Stossen, Werfen von Gegenständen oder Erschrecken, noch dass die verantwortlichen Lehrpersonen ihrer Aufsichts- oder anderer Pflichten nicht nachgekommen wären.

Zudem wurde festgestellt, dass im Rahmen der Organisation des Anlasses, insbesondere bei der Wahl und Freigabe der Wanderroute, die notwendige Sorgfalt angewendet worden war. Auch war die Alpstrasse, auf der sich der Unfall ereignete, in ausreichendem Ausmass unterhalten.

Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.

(taw)