Kanton St.Gallen

13. März 2019 15:32; Akt: 13.03.2019 16:00 Print

Im März an einem Freitag verunfallen die meisten

Am Mittwoch veröffentlichte die St.Galler Kantonspolizei die Verkehrsunfallstatistik von 2018. Resultat: Mehr Verletzte und mehr Todesopfer. Und ein gutes Zeugnis für Frauen.

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Im Jahr 2018 verursachte keine einzige Frau einen Unfall, während sie unter Betäubungsmitteln stand. Männer hingegen schon. Wie hier am 17.04.2018 in Buchs SG. Beim Abbiegen übersah ein 30-Jähriger ein Auto. Es kam zur Kollision. Der Mann fuhr unter Drogeneinfluss. Laut Philipp Sennhauser, Leiter der Verkehrssicherheit St. Gallen, ist der Mensch der grösste Unsicherheitsfaktor. Infrastruktur und Fahrzeug seien hingegen nur von marginaler Bedeutung. So auch bei diesem Beispiel, als ein Porschefahrer wegen Aquaplaning auf der A1 in Richtung St. Gallen die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Oder wie ein anderer Lenker, der mit einem überfüllten Anhänger auf der Autobahn A1, Fahrtrichtung, St. Margrethen, unterwegs war. Er verlor die Kontrolle über den Wagen, woraufhin sich dieser Überschlug. Der Fahrer und sein Mitfahrer hatten Glück im Unglück: Beide konnten das Fahrzeug unverletzt verlassen. Die Hauptunfallursache ist das Missachten von Vortritten. Wie hier, im September 2018, als ein 8-Jähriger in Eschenbach SG von einem Auto angefahren wurde. Auch Velofahrer leben gefährlich. Vergangenes Jahr ereigneten sich mindestens 194 Unfälle, an denen mindestens ein Velo beteiligt war. «Die Dunkelziffer, vor allem bei Selbstunfällen, dürfte aber deutlich höher liegen», so Sennhauser. So verunfallte beispielsweise ein 39-jähriger Velofahrer ende November in Oberbüren SG, nachdem er von einer Autofahrerin übersehen wurde. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Velofahrer auf die Windschutzscheibe des Autos geschleudert.

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Trotz des zunehmenden Verkehrs seien die Unfallzahlen «einigermassen stabil» gehalten worden, hiess es bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik am Mittwochmorgen in St. Gallen. Entscheidend sei, dass die Polizei mit Prävention und mit Repression am Ball bleibe.

Auffallend: Bei der Betäubungsmittelstatistik gibt es vor allem bei den Geschlechtern einen Unterschied. Die Verkehrspolizei St.Gallen verzeichnete 2018 keine einzige Frau, die unter Drogeneinfluss verunfallte. «Wir können den Frauen ein gutes Zeugnis ausstellen. Dieses Resultat liegt womöglich daran, dass Frauen etwas vernünftiger sind, während Männer meist etwas risikofreudiger geben», erklärt Philipp Sennhauser, Leiter der Verkehrspolizei St.Gallen.

Zwölf Personen, zwei mehr als im Vorjahr, starben bei Verkehrsunfällen. Merklich angestiegen von 1088 auf 1205 ist die Zahl der Verletzten. 169 Personen wurden schwer verletzt, 1024 leicht. Die Zahl der Verkehrsopfer könne von Jahr zu Jahr zufallsgebunden stark schwanken, heisst es in der Statistik.

Missachtung des Vortritts

Häufigste Unfallursache war Missachtung des Vortritts. Stark angestiegen sind laut Polizei die Unfälle bei Baustellen. «Stabil auf hohem Niveau» blieben die Unfälle mit E-Bikes, während Velofahrer deutlich öfter verunfallten. Einen leichten Anstieg registrierte die Polizei bei den Töffunfällen.

Unverändert blieben die Unfälle auf dem Schulweg, während die Unfälle auf Fussgängerstreifen marginal zurückgingen. Die meisten und folgenschwersten Unfälle ereigneten sich auf Haupt- und Nebenstrassen innerorts. Die Polizei konzentriert daher ihre Geschwindigkeitskontrollen auf den Innerortsbereich.

Viele Unfälle ereigneten sich typischerweise im Winter. Am meisten Personen kamen aber im Mai und Juni zu Schaden. Geht es nur um Unfälle mit Sachschaden ist der März der Topmonat. Insgesamt 175 Tiere wurden angefahren, am häufigsten davon Füchse und Rehe.

Viele Selbstunfälle

Am häufigsten waren laut Statistik Schleuder- und Selbstunfälle. «Hier ist die Ursache meist die überhöhte Geschwindigkeit», schreibt die Polizei. Aber auch Alkohol und Betäubungsmittel führten im Jahr 2018 zu mehreren Verkehrsunfällen. «Die Anzahl der Unfälle mit Hauptursache Alkohol hat im Vergleich zu den Vorjahren stark zugenommen», sagt Philipp Sennhauser, Leiter der Verkehrspolizei St.Gallen. Während es im Jahr 2017 noch 207 Unfälle unter Alkoholeinfluss waren, gab es vergangenes Jahr 253.

(juu/sda)