Fusion im Frauenfussball

22. Juni 2017 16:29; Akt: 22.06.2017 16:29 Print

Ostschweizer Kickerinnen wollen zurück zur Spitze

Der Ostschweizer Frauenfussball steckt in der Krise. Als letztes A-Team ist auch der FC Staad abgestiegen. Doch es gibt nun einen Plan für die Rückkehr.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Hauptgrund des Abstieges ist die Ligareduktion von zehn auf acht Teams. Ansonsten hätten wir den Ligaerhalt geschafft»: Davon ist Luc Haltner, Vize-Präsident des FC Staad und Leiter der Frauenabteilung, überzeugt. Seine Mannschaft stieg diese Saison als letztes Ostschweizer Team aus der Nationalliga A ab. «Die grossen Vereine stecken immer mehr Geld in die Frauenteams und haben Budgets im hohen sechsstelligen Bereich», erklärt Haltner. Da könne der kleine Dorfverein Staad in keiner Weise mithalten. «Staad ist ein Ausbildungsverein. Sobald eine Spielerin den Sprung in die Nationalteams schafft, wird sie von einem grossen Verein abgeworben.» Der FC Basel etwa könne den Spielerinnen Wohnung, Arbeitsstelle sowie Entlöhnung bieten. «Für den FC Staad ist das ohne grosse Sponsoren schlicht nicht möglich», so Haltner ernüchtert.

Umfrage
Setzen Sie sich mit Frauenfussball auseinander?
24 %
33 %
30 %
13 %
Insgesamt 283 Teilnehmer

Nicht mit Männerfussball zu vergleichen

Der Abstieg ist ein weiteres Kapitel einer Ostschweizer Leidensgeschichte. Denn die Frauen des FC St. Gallen erwischte es schon in der Saison 2015/16. Man peilte danach den Wiederaufstieg an. «Ein direkter Aufstieg schien uns aufgrund der Reduktion der Anzahl NLA-Teams jedoch eher unwahrscheinlich», erklärt Brigitta Mettler, Präsidentin der FCSG-Frauen.

Auch sie spricht die Dimensionen des Frauenfussballs an: «Während der Männerfussball ein Profibetrieb ist, arbeiten die Frauen trotz vier bis sechs Trainings pro Woche und Spielen an den Wochenenden alle Vollzeit in ihrem Beruf oder sind im Studium.» Im Gegensatz zu den Männern des FC St. Gallen, die 2012 aus eigener Kraft den Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse schafften, hat man einen anderen Plan.

Gemeinsam zurück in die Nationalliga A

So teilten die Verantwortlichen des FC Staad und des FC St. Gallen am Mittwoch mit, ab nächster Saison mit einem gemeinsamen Frauenteam in der Nationalliga B anzutreten. Das Team trägt den Namen FC St. Gallen-Staad. Das Ziel sei, dass in der neu noch acht Clubs umfassenden Nationalliga A wieder ein Top-Team aus der Ostschweiz spiele. Anfang Juli beginne das gemeinsame Training, bald wird auch der Trainerstaff zusammengestellt.

«Wir befürworten die Idee und finden es durchaus realistisch, dass die Ostschweiz so wieder ein Team in der Nationalliga A haben könnte», sagt Marco Von Ah, Sprecher des Schweizerischen Fussballverbands. Die Liga habe man vor allem aus Qualitätsgründen verkleinert. «In einer stärkeren Liga können sich die Spielerinnen auch besser entwickeln», so Von Ah. Dies sehe man etwa an der ersten WM-Teilnahme 2015 der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft oder an der ersten EM-Teilnahme in diesem Jahr.

(air)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SGer am 22.06.2017 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Find ich super dass hier eine solche Lösung angestrebt wird. Das die Damen nebenbei Arbeiten ändert wohl aber nichts daran dass sie mit mehr Herzblut bei der Sache sind als die Männer.

    einklappen einklappen
  • Kaiser Franz am 23.06.2017 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwieriges Unterfangen

    Schade, diesen Schritt hätte man vorausschauend machen müssen. Es wird auch in dieser Konstellation nicht einfach sein wieder A-klassig zu werden. Viel Glück.

  • Sandro Soletto am 23.06.2017 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ligareduktion

    Wie nun im Frauenfussball, ging es auch bei den Männern um Qualität. Der Ausverkauf ins Ausland begann und die eigene Liga verlor an Attraktivität. Dies ist auch im Frauenfussball so. Die Qualität spielt in der Bundesliga (Crnogorcevic, Dickenmann, Wälti, etc.) und in England (Bachmann). Der Verband hat in den Nullerjahren den Sprung verschlafen, die eigene Liga zu stärken. Seither wird der Modus so oft wie der Sport-BH gewechselt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • SG am 23.06.2017 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kommunikation

    Ich finde es toll, dass der Frauenfussball gefördert wird! Die Ostschweiz hinkt jedoch sehr hinterher. Beispielsweise die Kommunikation mit Spierlinnen ist eine Katastrophe. Da gibt es enormen Aufholbedarf. Naja ich hoffe das Beste und wünsche dem Projekt viel Erfolg.

  • kastrati am 23.06.2017 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    nichts für mich

    Sorry, aber ich finde Frauenfussball einfach langweilig! Da bringt auch der mediale Hype diesbezüglich herzlich wenig!

    • Juniorinnentrainer am 23.06.2017 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @kastrati

      Hast vermutlich noch nie ein Frauenspiel gesehen. Da wird Fussball noch aus Leidenschaft gespielt und nicht des Geldes wegen. Nach einem Foul stehen sie sofort wieder auf und wälzen sich nicht noch 5min. Kurzum hier wird der ehrlichere Fussball gezeigt

    • Sepp Klingler am 26.06.2017 11:20 Report Diesen Beitrag melden

      Frauenfussball

      @Kastrati Hier merkt man wieder wie viele Leute wenig ahnung haben von Fussball. Sie müssten ein Juniorenspiel von Jungs gegen Mädchen anschauen. Da sieht man oft wie Mädchen technisch besser sind wie jungs.

    einklappen einklappen
  • Beobachter am 23.06.2017 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkrustete Strukturen

    Das Problem der Ostschweiz ist der Verband selbst. Seit Jahren hat dort jemand das sagen der diesen Job hat nur weil er mal beim FC SG spielte und nun wie viele der Politik ein Renten Geschenk Genießer ist. Es wurde viel Potenzial in den letzten Jahren einfach verschenkt.

    • mart smart am 23.06.2017 10:55 Report Diesen Beitrag melden

      Fc staad fcsg

      Das Problem ist das der FFCSG und der Fc Staad jahrelang getrennt waren und einer die Führung machen musste.

    einklappen einklappen
  • Farner am 23.06.2017 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur eine frage des geldes

    Es ist einfach, immer alles auf das fehlende geld abzuschieben. Die anderen manschaften gegen die man in der auf-/abstiegsrunde spielen musste waren GC, Yverdon, Aarau, worb und derendingen. Diese alle operieren bei weitem nicht mit hohen 9stelligen beträgen. Es hat sportlich ganz einfach nicht gereictht.

  • Kaiser Franz am 23.06.2017 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwieriges Unterfangen

    Schade, diesen Schritt hätte man vorausschauend machen müssen. Es wird auch in dieser Konstellation nicht einfach sein wieder A-klassig zu werden. Viel Glück.