Wattwil SG

27. Februar 2019 12:12; Akt: 27.02.2019 13:57 Print

Räuber zu nervös, um Überfall durchzuziehen

Zwei bewaffnete Männer wollten am Mittwoch eine Tankstelle in Wattwil überfallen. Bis die Polizei vor Ort war hielten Passanten die beiden jungen Täter fest.

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Am Mittwochmorgen kam es in einer Tankstelle in Wattwil zu einem versuchten Raubüberfall. «Kurz vor 8.50 Uhr ging bei uns die Meldung ein, dass zwei Maskierte mit einer Waffe den Shop bei der Tankstelle überfielen», sagt Kapo-Sprecher Florian Schneider. Gemeldet hat dies eine Mitarbeiterin des Shops. Wie genau die Männer maskiert waren, kann er derzeit nicht sagen.

Laut Schneider fuchtelten die Täter mit der Waffe herum und forderten von der Kassiererin Bargeld. «Diese weigerte sich aber», so Schneider. Da seien die beiden Männer nervös geworden und hätten die Flucht angetreten.

Passanten hielten Täter fest

Draussen hatten laut dem Polizeisprecher Passanten das Ganze mitverfolgt und die beiden Täter schliesslich bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Die jungen Männer, 21 und 20 Jahre alt, stammen beide aus dem Kanton Luzern. Einer hat die Schweizer Staatsangehörigkeit, der andere ist Serbe.

Mittlerweile befinden sich die beiden in Polizeigewahrsam. Beute machten sie nicht. Bei der Waffe handelt es sich gemäss dem Polizeisprecher um eine Spielzeugpistole.

Gegen die beiden Männer werden nun in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen strafrechtliche Massnahmen geprüft.

Riskant ober mutig

Ladeninhaberin Miriam Tschudi sagt gegenüber dem «St. Galler Tagblatt», sie sei beim Überfall selbst nicht vor Ort gewesen.
«Natürlich war ich recht schockiert, denn es handelte sich um einen bewaffneten Überfall auf meine Kollegin», wird sie zitiert. Dass Unbeteiligte die Täter festhielten, findet sie sehr mutig.

Die Polizei nimmt die Intervention zwiespältig auf. «Natürlich sind wir froh, dass man die Täter bereits hat. Für den Fall ist das toll», so Schneider. Allerdings rate man generell davon ab, in solchen Situationen den Helden spielen zu wollen. «Die Täter waren bewaffnet und man muss im ersten Moment immer davon ausgehen, dass die Waffe echt ist.»

Auch das Verhalten der Kassiererin werde in Schulungen für Verkaufspersonal anders gelehrt: «Es wird geraten, zu tun, was die Täter verlangen, also das Geld auszuhändigen», so Schneider.

(20M)