Graubünden

12. August 2019 04:45; Akt: 13.08.2019 15:45 Print

Plötzlich verfärben sich Bergbäche weiss

Forscher haben einen schneeweissen Bach im Münstertal entdeckt. Es ist schon der zweite im Kanton Graubünden. Ein Wissenschaftler klärt auf.

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Die Natur in Graubünden überrascht einmal mehr mit einem seltenen Phänomen: Forscher haben im Münstertal im Val Costainas einen weissen Bach gefunden. Doch eigentlich hat nicht das Wasser die weisse Farbe angenommen, sondern die Steine, berichtet das Regionaljournal Graubünden des SRF. Durch die Steine scheint es so, als wäre das Wasser weiss. Christoph Wanner, Wissenschaftler an der Universität Bern, klärt auf: «Auslöser sind Flocken aus Aluminiumverbindungen, die sich auf den Steinen ablagern.» Ganz am Anfang stehe das Mineral Pyrit, das im Kontakt mit Wasser Säure erzeugt. Diese löst im Quellgebiet des Bachs das Aluminium aus dem Gestein. Durch zufliessende Bäche kommt es dann zur Neutralisation der Säure und zu Ablagerung von Aluminium auf den Steinen, die diese weiss färbt. Sobald der Prozess abgeschlossen ist, hat das Wasser wieder eine normale Zusammensetzung.

Nachdem letztes Jahr Berichte über die Forschungsergebnisse zu einem weissen Bergbach im Engadin veröffentlicht worden waren, erhielt das Team von Wanner zahlreiche Nachrichten mit Hinweisen zu weiteren weissen Gewässern. So auch zum Bach im Münstertal. «Auf solche Zuschriften haben wir gehofft, aber das Ausmass war dann doch erstaunlich», so Wanner gegenüber 20 Minuten. Bisher seien aber erst die Forschungen zum Engadiner Bergbach abgeschlossen. Ob es sich bei allen Bächen um das selbe Phänomen handelt, kann Wanner deshalb noch nicht sagen.

Klimawandel für zunehmende Ablagerungen verantwortlich?

Eine grosse Bedrohung für Tiere und Menschen stelle das weisse Wasser nicht dar. «Die Schwefelkonzentration ist relativ hoch, das könnte im schlimmsten Fall zu Verdauungsproblemen führen. Wahrscheinlich ist es aber unbedenklich», sagt Wanner. Trotzdem empfiehlt der Wissenschaftler nicht, literweise Flüssigkeit aus dem Bach zu trinken.

Forscher sowie einige Alphirte vermuten, dass die Ablagerungen in den letzten Jahren zugenommen haben. Für die Zunahme könnte der Klimawandel zuständig sein, so Wanner. «Wir vermuten, dass dies mit dem abschmelzenden Permafrost zusammenhängt.» Dies sei zwar noch nicht bewiesen, stelle aber eine wichtige Arbeitshypothese für das Forscher-Team dar.

Bach, der einfach im Boden verschwindet

Schon vor einigen Wochen sorgte ein spezielles Natur-Phänomen in Graubünden für Aufsehen: In Innerferrera verschwindet ein Bach einfach so im Boden. Das Wasser dreht kurz im Gegenuhrzeigersinn und ist dann weg. Das trockene Bachbett führt dann noch etwa 500 Meter weiter. Die Ursache für das Verschwinden des Wassers ist unklar. Der zuständige Wildhüter vermutet ein Loch unter der Erde. Sowohl er als auch das Amt für Jagd und Fischerei sehen aber keinen Handlungsbedarf. «Das ist einfach die Natur und völlig in Ordnung so», äussert sich der Wildhüter damals gegenüber 20 Minuten.

(mwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Louis Beton am 12.08.2019 05:44 Report Diesen Beitrag melden

    Interessanter Artikel

    Interessanter Artikel, wieder mal. Hat lange gedauert

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  • roll2go am 12.08.2019 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nötig!

    Die Frage musste ja noch kommen, ob der Klimawandel daran schuld sei. Das ist tendenziöser, wenn nicht gar populistischer Journalismus. Schade für den sonst guten Artikel.

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  • Steinbock am 12.08.2019 05:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Albulus (weislich)

    In Graubünden gibt es die Albula.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sam am 13.08.2019 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Der schöne Milchhimmel mit seinen Streifen

    Oh.... sind das etwa Auswirkungen weil unter anderem Aluminium und Barium über uns versprüht wird?!...... dieses Zeug kommt halt mit dem Regen auch irgendwann runter.... bin mal gespannt wie das weiter geht.

  • forscher am 12.08.2019 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weisser bach

    forscher wollen es jetzt entdeckt haben? dieser bach war schon letztes jahr so verfärbt,also nichts neues....

    • Geh Irne am 12.08.2019 22:15 Report Diesen Beitrag melden

      @weisser bach

      Aber vor 10 Jahren doch noch nicht? Also muss in den letzten Jahren doch etwas vorgefallen sein. Es wurde nicht zufällig auf dem gesamten Planet wärmer?

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  • alex am 12.08.2019 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tote Fische

    Die Meldungen aus dem GR betreffend ihrer Bäche und flüsse häufen sich. Nun wurden in einem anderen Fluss sehr viele tote Fische gefunden. Was ist da los in den Gewässern im GR?

    • Index ID am 12.08.2019 22:13 Report Diesen Beitrag melden

      @alex

      Erwärmt sich ein Gewässer zu stark, bekommen darin lebende Organismen Probleme und sterben in der Regel. Das nennt man auch ein ausser Gleichgewicht geratenes Ökosystem. Passiert aktuell gerade fast überall auf dem Planeten. Die Klimaleugner verschliessen aber die Augen.

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  • Wählerin am 12.08.2019 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Remember Energiestrategie 2050

    Dem Grundstein dieser Klimahysterie und der Berechtigung dazu haben wir zugestimmt. Schon damals konnte ausser der SVP wohl niemand richtig rechnen. Als einzige Partei voranschlagte sie rund 3'200/Jahr für einen 4-köpfigen Haushalt. Und? Wie reell ist das heute?

  • mako am 12.08.2019 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Klimawandel

    Das Klima hat sich schon immer gewandelt. Es hat noch nie keinen Klimawandel gegeben.

    • Hermann Roth am 12.08.2019 12:14 Report Diesen Beitrag melden

      @mako

      Das bestreitet auch die Wissenschaft nicht. Normalerweise finden solche Veränderungen aber über hunderte oder tausende von Jahren statt, nicht innerhalb von 5 Jahrzehnten. Das ist ein klassischer Fehlschluss, bitte konsultieren Sie doch dazu einige wissenschaftliche Quellen, diese setzen sich genau mit dieser Argumentation auseinander. Gruss

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