Ab ins Museum

17. August 2011 17:09; Akt: 17.08.2011 18:53 Print

Polizei gibt legendäres «Autöffli» frei

Das Autöffli ist gerettet: Der Jugendstaatsanwalt hat das Gefährt an ein Museum verkauft. Der Automech-Lehrling Sebastian Küttel muss die Busse nicht bezahlen. Und ist trotzdem ein bisschen traurig.

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Automech-Lehrling Sebastian Küttel kann aufatmen: Sein Autöffli ist am Mittwoch ins Töffmuseum Lütisburg überstellt worden. Der Jugendstaatsanwalt hat das Gefährt für 693 Franken an das Museum verkauft. Küttel kann mit dem Erlös seine Busse und die Verfahrenskosten bezahlen. «Ich finde es sehr schade, dass ich mein Autöffli weggeben muss. Aber es ist nun an einem guten Ort aufgehoben», sagt Küttel zu 20 Minuten Online.

Auf offener Strasse gestoppt

Der 17-jährige Küttel hatte mit seinem originellen Gefährt - halb Moped, halb Auto - Aufsehen erregt. Er war damit am 17. Juni in Jonschwil mit knapp 25 km/h auf einer Strasse gefahren und von der Polizei gestoppt worden.

Weil der junge Konstrukteur weder einen Fahr- noch einen Fahrzeugausweis für sein selbstgebautes «Autöffli» besass, wurde er mit 120 Franken gebüsst. Zudem musste er für einen Monat den Moped-Führerschein und den Lernfahrausweis für Kleinmotorräder abgeben.


«Nullsummenspiel»

Die Busse hat für den 17-Jährigen nun keinen Eintrag ins Strafregister zur Folge. Die Busse und die Verfahrenskosten - insgesamt 693 Franken - muss der Lehrling nicht bezahlen. Die Jugendanwaltschaft verkaufte das Auto-Töffli nämlich für exakt diese 693 Franken an ein Töfflimuseum im toggenburgischen Lütisburg.

Damit sind die Busse und die Verfahrenskosten gedeckt. Der 17- Jährige Küttel und seine Eltern seien mit dem «Nullsummenspiel» einverstanden, heisst es. Das originelle Gefährt wurde am Mittwoch in unverändertem Zustand nach Lütisburg gebracht. Dort kann es nun im Töffli-Museum besichtigt werden.

(am/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcel am 17.08.2011 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Diebstahl!

    In meinen Augen ist das Diebstahl an dem Jungen! Wetten, dass da noch mehr rauszuholen wäre? Hätte ich eine Garage, würde ich den Jungen direkt einstellen!

  • Christina am 17.08.2011 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Endlich hat die Vernunft einmal gesiegt! Gratulation der Jugendstaatsanwaltschaft für diesen Entscheid und diese Lösung.

    einklappen einklappen
  • Zürcher Zeit am 18.08.2011 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    AUTOTOEFFLI WEITER ENTWIKELN BITTE !

    Herr Küttel,Bravo für Ihren Auotöffli!Das Gericht hat die Arbeit von Herrn Küttel für 693.--an einem Museum verkauft,dann sollte dieses Geld an Herr Küttel gehen. Für einmal haben wir einen Jungen der was Intelligentes unternimmt, und da klaut man ihm die Erfindung und Moneten dazu. Tolle Motivation! Im Ausland würde man solche Erfinder schätzen und zu andere Erfindungen unterstützen. Ich bin sicher dass diese Erfindung mit Weiterentwicklung ein wertvolles neues ökologisches klein Taxi oder Schweizer Took Took für die Städte wäre. DIESE ERFINDUNG SOLLTE NICHT INS MUSEUM GEHOEREN!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ric Daniel am 18.08.2011 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    perfekto

    super lösung. dafür liebe ich die schweiz. richter und beamte sollten öfters solches fingerspitzengefühl zeigen. töfflibueb hat keine busse, polizei kommt recht weg und der töfflimuseummensch hat super werbung in der presse für einen dreisteller. ne gute lösung von a-z.

  • Zürcher Zeit am 18.08.2011 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    AUTOTOEFFLI WEITER ENTWIKELN BITTE !

    Herr Küttel,Bravo für Ihren Auotöffli!Das Gericht hat die Arbeit von Herrn Küttel für 693.--an einem Museum verkauft,dann sollte dieses Geld an Herr Küttel gehen. Für einmal haben wir einen Jungen der was Intelligentes unternimmt, und da klaut man ihm die Erfindung und Moneten dazu. Tolle Motivation! Im Ausland würde man solche Erfinder schätzen und zu andere Erfindungen unterstützen. Ich bin sicher dass diese Erfindung mit Weiterentwicklung ein wertvolles neues ökologisches klein Taxi oder Schweizer Took Took für die Städte wäre. DIESE ERFINDUNG SOLLTE NICHT INS MUSEUM GEHOEREN!

  • Marcel am 18.08.2011 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Diese Polizei und die Jungendanwaltschaft ist nur noch Lächerlich, eine Verwarnung hätte wohl gereicht. Von wo nehme diese Typen das Recht, diese geniale Erfindung einfach zu Verkaufen ? Typisch Schweizer Rechtsstaat ?

  • Patrick Zuis am 18.08.2011 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sieht cool aus

    Hallo. Ich denke nachwievor kaum,das dieses Gefährt fahrtauglich ist,schon alleine das lenken.Das "lenkede Rad" hat eine Auflagefläche von wenigen cm.Und die Clio Räder ? dann der Einschlag. Wieviel Umdrehungen macht das Lenkrad :)? Hinzu kommt noch das Gewicht und die Leistung. Aber es sieht witzig aus und Sebastian kann happy sein dass das ding nicht in der Presse(schrott) gelandet ist sondern die Busse beglichen wurde.Was wenn Unfall , dann ist Geschrei wieder gross!

  • Echo vom Pflanzblätz am 18.08.2011 06:20 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich mal was Positives ...

    Wer dies entschieden bzw. das Urteil erlassen hat, dem gehört ein "Orden" .... müsste mindestens "Pate" vom Autöffli sein/werden. Bravo!