Wil SG

22. November 2019 04:51; Akt: 22.11.2019 04:51 Print

Polizei kann Bussen jetzt noch schneller ausstellen

Die Kantonspolizei St. Gallen hat am Donnerstag ein Pilotprojekt vorgestellt. Dabei geht es um Ordnungsbussen, die nun einfacher bezahlt werden können und zwar via QR-Code.

Hier siehst du, wie ein Polizist neu eine Busse ausstellt. (Video: maw)
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Wer erhält schon gerne eine Busse? Niemand, das ist klar. «Doch neu können sie schnell und unkompliziert online bezahlt werden», sagt Philipp Sennhauser, Leiter der Verkehrspolizei St. Gallen. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt, dass in Wil SG gestartet wurde.

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Neu hat man keinen Einzahlungsschein unter dem Scheibenwischer, sondern eine Busse mit einem QR-Code. «Man muss nur mit der Handykamera auf den QR-Code zielen und schon zeigt es einem den Link zum Bussen-Portal an», erklärt Sennhauser. Auf dem Portal muss man die Nummer der Ordnungsbusse angeben, diese steht auf dem ausgestellten Zettel. Zusätzlich muss noch die Autonummer des gebüssten Autos eintragen werden. Abschliessend wählt meine seine Zahlungsmethode. Hier stehen verschiedene Kreditkarten-Anbieter, die Post E-Finance, Postcard und Twint zur Auswahl.

Was machen Personen ohne Smartphone?

«Wir haben auch beachtet, dass es Personen gibt, die kein Smartphone und keinen Computer besitzen», so Sennhauser weiter. In diesem Fall wird nach Ablauf einer Frist von 30 Tagen ein Einzahlungsschein per Post an den Wohnort gesendet. «Um diese Rechnung zu bezahlen, hat man erneut 30 Tage Zeit bis gemahnt wird.» Bei der Bezahlung mit dem Einzahlungsschein hat sich nichts geändert.

So werden neu Bussen ausgestellt

«Für die Polizei ist das ein wichtiger Schritt in Richtung digitalisierter Polizeiarbeit», so Sennhauser. Was früher von Hand ausgestellt werden musste, kann neu schnell und einfach am Handy erledigt werden. So spielt es keine Rolle mehr, ob es regnet oder der Kugelschreiber versagt, die Busse könne grundsätzlich immer ausgestellt werden. «Wir sind viel schneller im Ausstellen von Bussen.»

Zeitersparnisse sind enorm

Das Doppel, das zur Erfassung im Büro benötigt wurde, existiert nicht mehr. Damit fällt auch das nachträgliche manuelle Erfassen im System weg. «Bei rund 45'000 Bussen, die in Wil und den Nachbargemeinden jährlich ausgestellt werden, kann im Backoffice sehr viel Zeit gespart werden», so Sennhauser. Auch fallen jegliche Falscherfassungen weg. Da das Nummernschild gescannt wird, besteht keine Möglichkeit, dass sich ein Polizist irrtümlicherweise eine falsche Nummer notiert.

Der Bussenzettel sei für mehrere Tage resistent gegen Wasser und Schnee. «Dies kommt der Umwelt zugute, denn die Plastiksäcke in denen bislang die Einzahlungsscheine unter den Scheibenwischer geklemmt wurden, werden nicht mehr benötigt», sagt Sennhauser abschliessend.

(maw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto Kleinstein am 22.11.2019 05:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wer Geld von mir will muss mir eine

    Rechnung schicken ohne bezahle ich nichts Basta. Am schlimmsten sind die Kantone die auch noch eine eigene App installiert haben möchten z.b für Parking aber ohne mich. Frohes Wochenende.

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  • Kurt Kächele am 22.11.2019 05:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    praktisch

    prima das bedeutet neu 2 monate Zahlungsfrist für alle

  • Ludimutz am 22.11.2019 05:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mensch oder Technik

    Jetzt kann nur noch die Technik "versagen", nicht mehr der Mensch. Bin mir nicht ganz sicher was/wer zuverlässiger ist. Würde mich mal interessieren was mit der im "Backoffice" gewonnener Zeit gemacht wird. Kaffeeklatsch!?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Biinaa am 23.11.2019 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schnell bezahlen

    schön und gut, aber wer keine kreditkarte oder twint hat, kann die busse dann nicht einfach 'schnell online' bezahlen.

  • Karl am 23.11.2019 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ausdrucken von "Radarbussen"

    Man kann ja in den semistationären Radarkästen einen Printer einbauen und die Busse gleich ausdrucken...

  • WiMi am 22.11.2019 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Parkbusse

    Das ist in Basel schon gang und gäbe. Habe erst kürzlich ein Parkbusse erhalten und darauf gewartet bis der Einzahlungsschein kam. Ganze 2 Monate plus 30 Tage Frist zum bezahlen. Toll.

  • Adrian M. am 22.11.2019 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Ich wohne in Frankreich und muss die Parkbussen hier in der Schweiz nicht bezahlen.

    • WiMi am 22.11.2019 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz einfach

      Würde ich nicht machen. Sollten Sie einmal in eine Kontrolle kommen, so wird auch Nachgefragt über Ausstehende Bussen. Das heisst, Sie dürfen dann alle Bussen nachbezahlen.

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  • IRON am 22.11.2019 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    IE

    "...dass sich ein Polizist irrtümlicherweise eine falsche Nummer notiert." Zahlen abschreiben kann sogar mein 4 jähriger Sohn, seine Zukunft demfall gesichert...