Oberengadin

12. Januar 2020 17:02; Akt: 12.01.2020 18:37 Print

Polizei kann gefrorene Seen nicht sperren

Mehrere Ausflügler sind auf den teils gefrorenen Seen im Oberengadin eingebrochen. Einige wurden schwer verletzt. Die Polizei warnt.

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Das Schwarzeis auf Seen im Oberengadin hat in den letzten Tagen sehr viele Besucher angelockt. Jedoch ist es besonders auf dem St. Moritzersee, dem Silsersee und dem Silvaplanersee derzeit sehr gefährlich – Moritz Caderas von der Kantonspolizei Graubünden warnt: «In den vergangenen Tagen kam es zu mehreren Unfällen. Die Leute sind auf den Seen eingebrochen, da die Eisschicht sie nicht getragen hat.» Bis Sonntag wurden zehn Zwischenfälle mit Verletzten gemeldet. Teils erlitten die Ausflügler durch die Stürze ins Wasser schwere Verletzungen.

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Die Polizei rät klar davon ab, die dünnen Eisschichten auf den Seen zu betreten. Es sei jedes Mal eine Gefahr, einen gefrorenen See zu betreten. Momentan sei die Gefahr aber besonders hoch. Einfluss hätten auch die Spannungen, die durch das Aufeinandertreffen von Eis und Wasser entstehen.

Feuerwehr im Dauereinsatz

Bilder zeigen, wie die Seen nicht durchgehend gefroren sind und zum Teil grosse Lücken aufweisen. Ausserdem ist das Schwarzeis tückisch. Da es sehr klar ist, sieht man durch und kann nur schwer einschätzen, wie dick die Eisschicht tatsächlich ist. Die Verantwortung trage schlussendlich jeder für sich selbst, sagt Caderas. Die Polizei könne die Seen weder sperren, noch explizit freigeben.

Ein Einsatzmann der Feuerwehr Silvaplana sagte zu 20 Minuten, dass alleine am Samstag drei Personen auf dem Silsersee eingebrochen seien: «Wir kamen kaum zum Essen, den ganzen Tag waren wir im Einsatz, weil so viele Menschen auf dem zugefrorenen Eis spazieren wollten.» Selbst pensionierte Feuerwehrleute seien aufgeboten worden.

Wettkämpfe auf dem St. Moritzersee

Auf dem St. Moritzersee finden derzeit die Eisschnelllauf-Wettkämpfe der Olympischen Jugendspiele statt. Dieser Teil des Sees wurde speziell präpariert. Laut dem Leiter des Organisationskomitees in St. Moritz herrschten für die Athleten Bedingungen wie in einer Halle.

Die aktuellen Bedingungen in St. Moritz seien aber schon eine Herausforderung gewesen. Lange war nicht klar, ob der See genügend gefriert.

(leg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Robert am 12.01.2020 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter abwärts mit den Menschen

    Es sind früher schon ab und zu Leute auf dem Eis eingebrochen, aber dann oft auf scheinbar stabilen Stellen. Heute sind die Leute einfach wirklich oft hirnlos und dumm, auch wenn ich niemandem einen Eis-Einbruch wünsche sage ich trotzdem: Selber schuld!

  • Robert am 12.01.2020 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    nur zu

    Nun ja, der Mensch kennt keine Grenzen mehr. Egal ob Lebensgefahr besteht, alles muss gemacht werden. Von mir aus, wer will nur zu, man nennt sowas natürliche Selektion.

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  • jc. heusser am 12.01.2020 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverantwortung!

    Sollte eigentlich klar sein, dass man einen zugefrorenen See erst betreten soll, wenn er von den Behörden freigegeben ist!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ganjaflash am 12.01.2020 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Barbara Gräber am 12.01.2020 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Unverantwortungslos

    Vielleicht müssten alle die, die trotz Warnung aufs Eis gehen und dann gerettet werden müssen einfach Rettung, Spitalkosten und alle weiteren Konsequenzen selbst berappen; dann würde es sicher anders aussehen.....

  • Pilot am 12.01.2020 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Zusatzgeschäft für Helis

    Jeder Einsatz und Flug sind bezahlt. Das ist wichtig in der Schweiz, der Rest interessiert niemand. Ah plus Oberengadin-Zuschlag nitt vergessen ...

  • Chääs ond Broot am 12.01.2020 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • sagamol am 12.01.2020 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SRF hat ja eingeladen

    Unser staatliches Fernsehen hat ja förmlich dazu aufgefordert mit ihrer Sendung. Ach wie wundervoll das Knacken und Singen des Eises doch sei. Sogar mit einer Schlittschuhläuferin wurde das Ganze untermalt. Kein Ton über Gefahr oder ob die Seen überhaupt freigegeben sind.