WEF-Bilanz

04. Februar 2019 15:05; Akt: 04.02.2019 15:16 Print

Polizei stellt während WEF über 500 Bussen aus

Während des Weltwirtschaftsforums in Davos gab es nicht nur überdurchschnittlich viele Unfälle, sondern auch Falschparkierer. So wurden in einer Woche über 500 Bussen ausgestellt.

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501 Verkehrsbussen wurden in der WEF-Woche ausgesprochen. Rund zwei Drittel davon gingen an Falschparkierer. Der Rest wurde laut Markus Walser, Mediensprecher der Kapo GR, wegen «Nichteinhaltung der Verkehrsregeln» ausgestellt. Die Bussgelder hätten sich zwischen 40-120 Franken belaufen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 211 Bussen mehr ausgestellt. Einige Eindrücke des 49. Weltwirtschaftsforum in Davos: Unsere neue Verteidigungsministerin machte einen Frontbesuch: Bundesrätin Viola Amherd machte ein Selfie mit Soldaten . Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg reiste mit dem Zug aus Schweden ans WEF. Hier steigt die 16-Jährige am Hauptbahnhof Zürich um ... und wird sofort von Journalisten belagert. Aber sie ist inzwischen so medienerfahren, dass sie das Interview beim Umsteigen ganz routiniert gibt. In Davos war der Medienrummel um die 16-Jährige Greta Thunberg noch grösser. Die junge Schwedin machte sich am WEF für den Klimaschutz stark. Auch U2-Sänger Bono war wieder in Davos. Der Ire ist fast Dauergast am WEF. Nein, Prinz William sitzt nicht in der Arktis, sondern vor einem grossen Screen am WEF in Davos. Prinz William diskutiert mit Dokumentarfilmer David Attenborough am WEF. Aber das beste an diesem Bild ist wohl der Hintergrund. Was Ueli Maurer hier wohl fotografieren will? Jedenfalls unterstützt ihn ein gut gelaunter Alain Berset dabei. Eine Besucherin schaut sich den Virtual Reality Film "Tree" an Microsoft-Gründer Bill Gates beim Umsteigen in den Helikopter am Flughafen Zürich. Planespotter am Flughafen Zürich geraten während des WEF komplett aus dem Hüsli: Sie haben die Gelegenheit zahlreiche Flugzeuge und Helikopter abzulichten. Der Spotterhügel bei Rümlang lockt aber nicht nur ambitionierte Planespotter mit super Kameras an, sondern auch sonst zahlreiche Schaulustige, die den Betrieb in Kloten beobachten. Helikopter, Privatjets, Regierungsmaschinen: Am Flughafen Zürich herrscht während dem WEF Hochbetrieb. Bill Gates spricht im Namen seiner Bill & Melinda Gates Stiftung am WEF. Ja, das WEF findet in der Schweiz statt. Da bläst man den Gästen schon mal mit dem Alphorn den Marsch. Soll nochmal einer sagen, Teenager seien dauernd am Handy. Auch honorable WEF-Teilnehmer daddeln dauernd. Der Sprengstoffhund der Kantonspolizei Zürich kontrollierte eine Limousine, die den brasilianischen Präsident Jair Bolsonaro ans WEF gefahren hat, am Flughafen Zürich. Ein getarnter und bewaffneter Polizist überwachte das Gelände vom Dach des Kongress Zenter aus. Die Polizei installierte am 21.Januar eine "Drone Gun" auf dem Dach des Hotel Davos. Alles muss passen, alles muss sitzen. Arbeiter während den letzten Vorbereitungen in der Kongress Halle. in Bern machten Demonstranten farbenfroh auf sich aufmerksam. Auch dieses Jahr fand einige Tage vor dem Beginn eine Demonstration gegen das WEF statt.

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Ohne grössere Zwischenfälle ging am 25. Januar das 49. Weltwirtschaftsforum zu Ende. Auch wenn der Anlass wiederum für einen Grossandrang sorgte, zeigt sich WEF-Geschäftsleitungsmitglied Alois Zwinggi mit den diesjährigen Verkehrsmassnahmen zufrieden. Das Verkehrsaufkommen am WEF verglich er dieses Jahr «mit einem Spengler-Cup-Tag oder einem schönen Skitag am Wochenende».

Die Zahlen der Kantonspolizei Graubünden sprechen allerdings eine andere Sprache. 501 Verkehrsbussen wurden in der WEF-Woche ausgesprochen. Laut dem «Bündner Tagblatt» ist das eine Steigerung von 73 Prozent oder 211 Bussen zum Vorjahr. Lenker, die ihre Fahrzeuge auf dem Trottoir abgestellt oder Halteverbote missachtet hatten, mussten am häufigsten in die Tasche greifen. Diese Falschparkierer machen laut der Polizei rund zwei Drittel der Bussen aus.

Mehr Bussen wegen wenig Schnee

Die restlichen rund 170 Bussen gingen an Lenker, die die Verkehrsregeln missachteten. «Darunter fällt Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung, unnötiges Laufenlassen des Motors, Missachten der Signale oder auch die Missachtung der Gurtentragepflicht», erklärt Markus Walser, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden. Die Bussgelder hätten sich zwischen 40 und 120 Franken bewegt.

Die Zunahme der Anzahl Bussen gegenüber dem letzten Jahr (290) ist gemäss der Zeitung aber auch mit den grossen Schneemassen vom WEF 2018 zu erklären. So soll die Polizei beim letztjährigen Weltwirtschaftsforum wegen des Neuschnees Toleranz walten lassen haben, da viele reguläre Parkplätze nicht genutzt werden konnten. Zudem hätten die Einsatzkräfte 2018 dringlichere Aufgaben zu bewältigen gehabt.

Fälle, in denen Autofahrer auf den Geleisen zum Stillstand kamen und dort gar vom Zug erwischt wurden, sind laut Walser nicht mit eingerechnet. «Dies zählt als Störung des Bahnverkehrs und hat in jedem Falle keine Busse, sondern eine Anzeige zur Folge», sagt der Mediensprecher.

(juu)