Graubünden

06. November 2019 16:25; Akt: 06.11.2019 17:10 Print

Polizei stoppt illegale Whatsapp-Gruppe

Über eine Gruppe auf Whatsapp wurden illegale pornografische Inhalte verbreitet. Die Kantonspolizei Graubünden ermittelt nun gegen zehn Jugendliche.

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Im Februar 2019 erhielt die Kantonspolizei Graubünden einen Hinweis, wonach in Klosters über eine WhatsApp-Gruppe pornografische Inhalte geteilt wurden. Aufwendige Ermittlungen ergaben, dass während vier Monaten 970 mehrheitlich pornografische, für Erwachsene legale Mediendateien geteilt wurden.

Zudem konnten 19 Videos in der Gruppe festgestellt werden, die auch für Erwachsene illegal sind. Es handelte sich dabei um Filme von verbotener Pornografie sowie verbotenen Gewaltdarstellungen.

Die Ermittlungen führten die Kantonspolizei Graubünden zu zehn Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Diese Minderjährigen konnten als Verantwortliche für das Teilen der illegalen Daten identifiziert werden und sie sind laut der Mitteilung der Polizei geständig. Die strafbaren Handlungen werden durch die Jugendanwaltschaft Graubünden untersucht.

Besitz unter 18 Jahren ist verboten

Die Jugendlichen kamen aus verschiedenen Regionen im Kanton Graubünden, teilt Markus Walser, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden, auf Anfrage von 20 Minuten mit. Von wo sich die Jugendlichen kannten und woher der Hinweis kam, könne er aus polizeitaktischen Gründen nicht sagen.

Wie Walser weiter erklärt, gibt es verschiedene Präventionsprogramme der Schweizerischen Kriminalprävention, um Jugendliche darüber aufzuklären, wie man sich im Bereich Pornografie strafbar macht. Broschüren werden an Schulen verteilt, um so Jugendliche zu sensibilisieren. Entsprechende Broschüren seien auch für Lehrpersonen erhältlich. Auch am Digital Day in Chur sei das Gespräch mit Jugendlichen gesucht worden. Dort sei unter anderem darüber informiert worden, dass für Jugendliche unter 18 Jahren jeglicher Besitz von pornografischen Mediendateien verboten sei. Mache beispielsweise ein minderjähriges Mädchen ein Foto von sich und verschicke dies, mache es sich strafbar. Falls der Empfänger dieses behält, gelte das gleiche.

Kein Einzelfall

Bereits im vergangenen Jahr wurde bei einem Schüler eines Gymnasiums im Appenzell kinderpornografisches Material gefunden. Der entscheidende Hinweis kam damals vom Federal Bureau of Investigation (FBI), der US-Sicherheitsbehörde. Wie Caius Savary von der Jugendanwaltschaft Appenzell-Innerrhoden, damals mitteilte, sei es einigen nicht bewusst gewesen, dass solches Material illegal und allein schon der Besitz strafbar ist.

(doz/del)