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04. April 2018 06:00; Akt: 04.04.2018 08:54 Print

Polizei wird via Google-Rezension übel beschimpft

Wer die Kapo SG googelt, stösst auf Google-Rezensionen, bei denen die Polizei ziemlich schlecht wegkommt. Das sorgt für Frust, einfach selber löschen geht aber nicht.

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«Mir wurde von den Hurensöhnen bei 80 km/h der Weg abgeschnitten, die standen einfach am Strassenrand ohne Signale ohne irgendwelche Lichter oder Zeichen. Die Strasse war übersichtlich und frei. Der Typ wollte, dass ich in ihn reinfahre damit er mich zum Verbrecher machen kann», beginnt eine Google-Rezension über die Kantonspolizei St. Gallen. Sie wurde vor etwa einem Monat unter dem Pseudonym «Dagobert Duck» abgegeben. Der Verfasser habe den Vorfall gemeldet, doch niemand würde etwas tun, heisst es weiter. «Das nagt so an mir. Diese Wut auf den wird immer grösser», endet der Post.

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Die Kantonspolizei St. Gallen weiss von der Rezension und ist wenig erfreut, wie es auf Anfrage heisst. «Wir sind der Sache nachgegangen, doch es gibt keinen Fall, der sich mit den Vorwürfen decken würde», sagt Sprecher Florian Schneider. Deshalb habe man den Kommentar auch bei Google gemeldet, nicht zuletzt wegen der üblen Beschimpfungen. Selber löschen könne man ihn nicht. Das ist nun schon drei Wochen her. Auf der Support-Seite von Google heisst es dazu: «Bitte haben Sie etwas Geduld. Es kann mehrere Tage dauern, bis eine Rezension überprüft wird.» Gemeldet werden können auch nur Rezensionen, die gegen die Richtlinien verstossen, nicht solche, die einfach nicht gefallen. Erst als 20 Minuten am Dienstag bei Google nachhakt, wird die Rezension plötzlich gelöscht.

Austausch via Facebook

In einer weiteren Rezension wird der Kapo St. Gallen vorgeworfen, ein Polizist aus ihren Reihen habe betrunken Autofahrer kontrolliert. Auch darauf kann sich die Polizei keinen Reim machen, wie es auf Anfrage heisst. Der Verdacht liegt nahe, dass beide Rezensionen schlicht erfunden sind. «Das ist schon sehr ärgerlich», so Schneider. Vor allem, weil man auch keine Möglichkeit habe, das zu klären, da mindestens eine der Rezensionen unter Pseudonym verfasst wurde.

Dabei gehe man mit Kritik generell offen um. Das zeige sich auch auf der Facebook-Seite der Kapo SG, die sehr intensiv betreut werde. «Wenn Kritik kommt, suchen wir mit dem Betroffenen das Gespräch», so Schneider. Die Polizei könne durchaus Fehler eingestehen und sich auch entschuldigen. Der Austausch mit der Bevölkerung via Facebook werde sehr geschätzt.

Auch die Kantonspolizei Thurgau setzt auf Facebook auf den Dialog. Zudem wird versucht, via Social Media die Bevölkerung auf einer anderen Ebene anzusprechen, wie diese Beispiele zeigen:

Polizei kann auch lustig, aber nur auf Facebook

Wer nun aber glaubt, die Kantonspolizeien würden nur mit Kritik eingedeckt, irrt. «Regelmässig erhalten wir Briefe, in denen sich Menschen für unsere Arbeit bedanken, oder sogar Geschenke», erzählt Schneider. Positives und Negatives halte sich etwa die Waage. Dabei fällt auf, dass die Rückmeldungen entweder extreme Zufriedenheit oder eben halt extreme Unzufriedenheit mit der Arbeit der Polizei ausdrücken.

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • insider am 04.04.2018 06:52 Report Diesen Beitrag melden

    Danke für den Tipp

    Da werden wohl heute noch einige Rezensionen für die Polizei geschrieben werden. Wie z.B. von mir. Über den Vorfall, als mir ein Polizist eine Parkbusse erteilt während mein Sohn in die Intensivstation geflogen wird. Nach kurzer Erklärung meiner Situation meinte dieser bloss: Auf persönliche Schicksale könne keine Rücksicht genommen werden. Danke 20 Minuten!

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  • Malaka am 04.04.2018 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Linksextremismus ist auch eine Ideologie

    Unser Recht auf Rede- und Meinungsfreiheit geht in unserer Gesellschaft aber sicher verloren. Alle fühlen sich immer gleich beleidigt und laufen ob jedem Kommentar gleich zum Richter. Heute wird alles als Hassrede bezeichnet. Was dabei übersehen wird ist dass die Definition was Hassrede ist oftmals von politischen Überzeugungen mitgeprägt wird.

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  • @Urs am 04.04.2018 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    O jee der Mensch

    Der Mensch und das Internet die dümste Erfindung der Welt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Emma am 05.04.2018 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Polizei kein Rechtsstaat!!!

    Es gibt eine gewisse sorte menschen die probleme mit der polizei haben was das für leute sind kann sich jeder selbst denken denn es gilt ohne Polizei kein Rechtsstaat

  • Sigi am 04.04.2018 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Polizei

    Ich denke es ist wie überall es gibt auch bei der Polizei ein paar schwarze Schafe, aber die Frauen und Männer machen eine sehr gute Arbeit. Die Polizisten und Polizistinnen müssen sich zuviel bieten lassen und wer kann es besser? Der Polizei müsste vielmehr Befugnis erreilt werden. Sie werden jeden Tag angelogen und sollen wissen was wem passiert ist. Studiert mal und schreibt dann, ich hab mich auch schon geärgert wenn ich eine Busse bekam aber ich war immer selber Schuld. Wer nichts zu befürchten hat braucht auch nicht zu lügen oder sich zu verstecken. Ich bin für die Polizei.

  • Mudddddaaaa am 04.04.2018 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Firmen an die Weltmacht

    Fantastische Zeiten in denen die Polizei an die Richtlinien von Internationalen Firmen gebunden ist. :D

  • MIM68 am 04.04.2018 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das einzig Tragische ist...

    ...wenn die Polizei auf jeden Schwachsinn im Internet reagiert. Ich denke, dass der grösste Teil von uns erkennt, wann eine Meinung ernstgenommen werden sollte und wann nicht.

  • Samuel Bachmann am 04.04.2018 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polizei

    Es gibt kein Wohlstand ohne Recht und Ordnung. Die Polizei will ihren Job machen, kann jedoch nicht da alles von oben falsch gesteuert ist.