St. Gallen

29. November 2018 10:49; Akt: 29.11.2018 13:40 Print

Polizisten kriegen Kaffee jetzt mit Venen-Scanner

Die St. Galler Stadtpolizei will die Sicherheit verbessern und führt Handvenen-Scanner ein. Das biometrische System funktioniert ähnlich wie der Fingerabdruck beim Handy.

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Biometrische Identifikationssysteme werden nicht nur in «James Bond»-Filmen eingesetzt, sondern haben schon vor Jahren in unserem Alltag Einzug gehalten. Vor allem mit der Verbreitung der Smartphones und Tablets hat sich die Technik etabliert.

Am häufigsten sind Fingerprints. Aber auch andere biometrische Systeme wie Gesichtserkennung oder Iris-Scanner sind weit verbreitet. Ihr grosser Nachteil ist allerdings, das sie vor Hackern nicht sicher sind.

Fälschungssicher

Das Venenbild ist bei jedem Menschen einzigartig. Der Fingerabdruck ist ebenfalls einzigartig, aber dennoch verwechselbar. Der Venen-Scanner soll zehn Mal sicherer sein als ein Iris-Scanner, 100 Mal sicherer als ein Fingerprint-Sensor und 1000 Mal sicherer als eine Gesichtserkennung.

Dieses biometrische Sicherheitssystem möchte sich auch die St. Galler Stadtpolizei zu Nutze machen. «Wir führen für alle 260 Mitarbeitenden der Stadtpolizei Venen-Scanner ein», sagt Roman Kohler, Sprecher der Stadtpolizei St. Gallen, auf Anfrage von Keystone-SDA. Zu diesem Zweck seien die Handvenen aller Betroffenen eingelesen worden.

Für Türen und Schliessfächer

Die Polizistinnen und Polizisten seien zuerst intern informiert worden. «Es gab keine negativen Rückmeldungen oder Bedenken», so Kohler. Ab Dezember sollen die Venen-Scanner bei den Hauptzugängen der Stadtpolizei eingesetzt werden. Die technischen Anpassungen sind im Gange. Das System sei nicht viel teurer als das herkömmliche Öffnungssystem, welches sowieso bald hätte ersetzt werden müssen.

«In Zukunft sollen die Handvenen-Scanner die Badges ersetzen», sagt Kohler. Sie sollen auch bei Schliessfächern oder beim Kaffeeautomaten zum Einsatz kommen. Badges könnten verloren gehen oder vergessen werden – «bei den Handvenen kann das nicht passieren», erklärt Kohler. Im Gegensatz zu den biometrischen Systemen, die sich auf äussere Merkmale abstützen, werden beim Handvenen-Scanner die im Körperinneren verborgenen Venen zur Identifikation und Authentifizierung verwendet.

Einheitlicher Ausweis

Die Einzigartigkeit der Venenmuster biete ein hohes Mass an Sicherheit. Dieses kann nicht kopiert oder gefälscht werden. Eine Identität zu fälschen sei damit nahezu unmöglich und bisher nie geschafft worden, erklärten die Hersteller der Handvenen-Scanner.

Grundsätzlich könne das System alle Vorgänge übernehmen, welche üblicherweise einen Schlüssel, Badge, Code, Ausweis, eine Karte oder Unterschrift benötigen.

Auf den Ausweis wird bei der Stadtpolizei St. Galler aber nicht verzichtet. Laut Kohler sollen alle Schweizer Polizistinnen und Polizisten einen einheitlichen Dienstausweis erhalten. «Und die Uniform ist bei den Polizisten auch eine Art Ausweis.»

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kel am 29.11.2018 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nichts ist sicher

    jedes System ist hackbar, die Frage ist nur wann.

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  • Ritter Lanzelang am 29.11.2018 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genial!

    Kann man da auch gleich noch die Krampfadern machen lassen?

  • Thomas am 29.11.2018 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst sicher und nun plötzlich nicht me

    Ich bin der Meinung unsere Indentität sollte jeweils mit dem Abdruck unseres Hinterns festgestellt werden. Hosen runter und auf Scanner pressen, fertig!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Trollgeflüster am 29.11.2018 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freude, Freude

    Bereits in Planung ist der absolut unhackbare Ohrenschmalz-Koster... Damit werden dann die neuen Geldautomaten ausgestattet...

  • Nobel muss die Dummheit am 29.11.2018 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    zugrunde gehen

    Venen-Scanner, ich nenne es Bakterienschleuder. Na dann, zum Wohle!

    • BAFI am 29.11.2018 16:33 Report Diesen Beitrag melden

      Berührungsloser Kontakt

      Da bin ich überhaupt nicht Deiner Meinung. Der Handvenenscanner funktioniert absolut berührungslos und ist daher das hygienischste Zutrittssystem überhaupt, weil gar nichts angefasst werden muss.

    • Biometrieexperte am 29.11.2018 19:24 Report Diesen Beitrag melden

      @BAFI

      ...berührungslos ja, aber es ist schwierig die Hand korrekt, ohne Handführung zu positionieren.

    • Studi am 30.11.2018 08:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Nobel

      1. Nein, du liegst absolut falsch. Das System ist berührungslos. 2. Türfallen muss man auch berühren (vor allem auf Toiletten) und da sagt niemand was.

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  • Ellbogenhuster am 29.11.2018 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rotznase

    Und alle patschen mit ihren Rotzhänden auf den Scanner Lecker Kaffee!!!

    • BAFI am 29.11.2018 16:35 Report Diesen Beitrag melden

      Touchless

      Niemand berührt den Scanner. Wenn Du zu Nahe bist, funktioniert er gar nicht. Du musst ca. 5 - 6 cm Abstand halten. Absolut berührungslos und hygienisch.

    • Daniel am 29.11.2018 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ellbogenhuster

      Bilder sollte doch jeder verstehen.

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  • Hoinnota am 29.11.2018 15:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kapo ZH first!

    Handvenenscanner werden bei der Kapo ZH schon seit zwei Jahren eingesetzt.

  • dave uus basel am 29.11.2018 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Zutritt Groupama Arena, Budapest

    Diese System wird zum Beispiel beim Stadion von Ferencváros Budapest auch verwendet. Jeder Besucher muss vor dem Kauf einer Karte einen Skan seiner Hände erstellen lasse, ebenso wird eine Portrait Foto erstellt. Danach kann eine Eintrittskarte gekauft werden. Beim Zugang zum Stadion legt man seine Hand auf ein Lesegerät und erhält den Zugang.

    • Walti Uus Züri am 29.11.2018 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @dave uus basel

      Da war ich auch schon Du hast vergessen das zum Schluss aber noch ne Darmspiegelung stattfindet

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