Bichelsee-Balterswil TG

05. Oktober 2019 14:00; Akt: 05.10.2019 14:00 Print

Kind mit Taschenlampe auf Schultisch untersucht

Robert Weibel ist empört über die schulzahnärztlichen Untersuchung seiner Tochter: Statt in einer Klinik, wurde sie auf dem Schultisch und mit einer Taschenlampe untersucht.

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«Das kann einfach nicht so bleiben», ärgert sich Robert Weibel. Der 36-jährige ist empört. Seine Tochter, die die Primarschule Bichelsee-Balterswil besucht, sei einer unprofessionellen Zahnkontrolle unterzogen worden, sagt er.

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Als seine Tochter Ende 2018 die alljährlichen Zahnkontrolle in der Primarschule erhielt, wurde festgestellt, dass die Zahnstellung in einem guten Zustand sei. Nach einer privaten Untersuchung beim Zahnarzt stellte sich jedoch heraus, dass dies gar nicht der Fall war. «Das machte mich hellhörig. Meine Frau und ich haben dann unsere Tochter gefragt, wie die Kontrolle in der Schule abgelaufen sein.» Was sie mitteilte, konnte er kaum glauben.

Mit einer Taschenlampe

«Man habe die Kontrolle mit einer Taschenlampe auf einem Schulschreibtisch durchgeführt», sagt der Vater. Zur Sicherheit liess er sich das von der zuständigen Zahnarztpraxis bestätigen. Der Vater ärgert sich aber nicht über die Zahnarztpraxis, sondern über das Vorgehen der Schule. «Die Angestellten der Praxis machen nur ihre Arbeit.» Die Schule habe jedoch die Zähne seiner Tochter vernachlässigt.

Seiner Meinung nach hat die Schule ihre Pflicht vernachlässigt. Dies bestätigte ihm das Amt für Volksschule des Kanton Thurgau dann auch via Mail: «Es ist richtig, dass die schulzahnärztliche Untersuchung gemäss Richtlinie über die schulärztliche und schulzahnärztliche Betreuung vom 12. April 2017 zwingend in einer zahnärztlichen Praxis oder Klinik stattfinden muss», heisst es darin.

Keine Option

Als der Vater der Schule seine Bedenken in einem Schreiben mitteilte, sei er aber aufgelaufen. «Im Schreiben habe ich gebeten, einen für derartige Untersuchungen angemessenen Stuhl zu installieren oder alle Kinder in eine Praxis zu fahren», sagt er. Dies ist für die Schule aber keine Option: «Wir haben die Anfrage erhalten, besprochen und sind zum Schluss gekommen, dass wir alles so beibehalten», sagt Daniel Stamm, Schulpräsident Bichelsee-Balterswil.

Dass es Richtlinien für schulärztliche und zahnärztliche Untersuchungen gebe, sei ihm nicht bekannt gewesen. «Wenn der Kanton uns vorschreibt so zu handeln, werden wir uns fügen müssen», sagt Stamm. Bislang sei die Vorgehensweise der Schule für alle zufriedenstellend gewesen, versichert Stamm.

(maw)