Kristallhöhlenmord

25. Juni 2019 04:50; Akt: 29.06.2019 11:57 Print

Profiler versucht zu denken wie der Mörder

Tatortanalytiker Axel Petermann (66) durchforstet derzeit die Umgebung rund um die Kristallhöhle bei Oberriet SG. Seine Ergebnisse präsentiert der Profiler am Donnerstag.

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Ende Juli 1982 ereignete sich in Oberriet SG ein Verbrechen, das auch Jahre danach die Menschen beschäftigt (siehe Box). Die beiden Goldacherinnen Karin Gattiker (†15) und Brigitte Meier (†17) begaben sich in den Sommerferien auf eine Velotour, von der sie nie mehr zurückkehrten. Ihre Velos wurden bei der Verzweigung zur Kristallhöhle gefunden, ihre Leichen neun Wochen später auf dem Gelände in der Nähe der Höhle.

37 Jahre später untersucht Tatortanalytiker Axel Petermann (66) das Verbrechen erneut. «Ein Tatort verrät auch Jahre später noch viel», sagt der Profiler am Montag in Oberriet SG zu 20 Minuten. «Täter hinterlassen Informationen, ob sie wollen oder nicht.» Bei der Tat und nach dem Verbrechen müsse ein Täter Entscheidungen treffen, ebenfalls bei der Beseitigung der Opfer. «Daraus ergeben sich Spuren, die man Rekonstruieren und Interpretieren kann und schliesslich ergibt sich ein Bild.»

Deshalb ist Petermann Ende letzter Woche ins St. Galler Rheintal gereist, um zusammen mit Mitgliedern der Interessengemeinschaft Kristallhöhlenmord den Fundort der Leichen und verschiedene mögliche Wege dorthin abzulaufen und zu begutachten. Ziel ist es, neue Erkenntnisse über den Ablauf des Verbrechens zu gewinnen. Die IG Kristallhöhlenmord besteht aus Privatpersonen, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, den Fall trotz Verjährung weiter zu bearbeiten und zu lösen.


Profiler Axel Petermann im Interview. Video: mwa

Neues zur Persönlichkeit des Täters

Die Ergebnisse wird Petermann am Donnerstagabend bei einem Vortrag in Oberriet bekanntgeben. Er werde keinen Täter mit Namen nennen, aber seine Analysen präsentieren.

Petermann hatte sich 2016 schon einmal mit dem Fall beschäftigt. Nach seinen aktuellen Nachforschungen vor Ort, wird der pensionierte Kriminalist, der früher als Mordkommissionsleiter arbeitete, neues zum Persönlichkeitsprofil des Täters präsentieren. Petermann hat in seiner Laufbahn rund tausend unnatürliche Todesfälle bearbeitet. Seit seiner Pensionierung widmet sich der Bremer der Aufklärung von ungeklärten Verbrechen.

Der Vortrag von Profiler Axel Petermann findet am Donnerstag 27. Juni 2019 im Werkhof in Oberriet SG statt. Start 20 Uhr, Einlass ab 19.15 Uhr, Tickets nur noch an der Abendkasse (Vorverkauf beendet).

(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beate am 25.06.2019 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bringt nichts

    Der Täter ist bekannt. Man kann ihm nur nichts beweisen weil die Leute Angst haben. Aktenzeichen XY war nur ein Aufruf das jemand bitte sagt was er weiß.

    einklappen einklappen
  • Unternehmer am 25.06.2019 06:42 Report Diesen Beitrag melden

    Bei mir ist das Grundsatz

    Ich versetze mich immer in meinem Gegenüber, und habe damit gute Erfahrung gemacht.

  • Dirk Lüdi am 25.06.2019 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mord bleibt Mord

    ..Schlimm genug, das Mord in der CH verjähren kann. Sowas geht gar nicht. Ein Mord darf nie verjähren, es sollte stets nach einem Mörder gesucht und auch mit Hilfe neuer Techniken zur Rechenschaft gezogen werden. Vielleicht könnte man ja heute irgendwas an den Beweismittel finden, diese wurden ja aber Leider entsorgt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mörder bekannt am 25.06.2019 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Buch: "Hoffen auf Aufklärung"

    Lest das Buch: "Hoffen auf Aufklärung" von Walter Hauser, Limmat Verlag. Darin sind mehrere "unaufgeklärte" Morde in der Schweiz beschrieben. Nach dem Durchlesen weiss man, wer der Mörder der jeweiligen Fälle ist.

  • Avenarius am 25.06.2019 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Puzzle

    Spannend. Gute Sache, sich während der Pensionierung noch brennend für etwas interessieren zu können. Und der Allgemeinheit zu helfen sowieso.Well done, Mr. Sherlock Petermann.

  • Ventura am 25.06.2019 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Erschreckend...

    ist ja eher die Tatsache, dass es nicht gelungen ist den Fall aufzulösen. Es wurde keine DNA an den Mädchen gefunden, die später noch hätten analysiert werden können? Anscheinend hat es ja durchaus einen Verdächtigen gehabt, jedoch wollte man wohl den Fall gar nicht lösen....

  • billi am 25.06.2019 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polizei weiß mehr

    Der Mörder kannte sich gut aus in diesem Gebiet, hat sicher nicht weit gewohnt wo das Verbrecheb verübt wurde. Das ist ganz Sicher, er könnte zur Tatzeit 30-40 Jahre sein.

  • Dirk Lüdi am 25.06.2019 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mord bleibt Mord

    ..Schlimm genug, das Mord in der CH verjähren kann. Sowas geht gar nicht. Ein Mord darf nie verjähren, es sollte stets nach einem Mörder gesucht und auch mit Hilfe neuer Techniken zur Rechenschaft gezogen werden. Vielleicht könnte man ja heute irgendwas an den Beweismittel finden, diese wurden ja aber Leider entsorgt.