St. Gallen

11. September 2018 13:15; Akt: 11.09.2018 13:15 Print

Pumpgun-Schütze muss länger hinter Gitter

12 Jahre Gefängnis, eine Busse von 400 Franken und eine ambulante Massnahme: So lautet das Urteil des Kantonsgerichts gegen den Haupttäter des Überfalls auf die Hanfhalle in Altstätten.

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Sechs Männer aus dem Raum Zürich hatten Anfang 2015 gemeinsam einen Überfall auf eine Hanfplantage in einer Fabrikhalle in Altstätten SG geplant und ausgeführt. Einer von ihnen nahm eine Pump-Action-Schrotflinte mit – damit schoss er auf zwei Bewacher der Anlage und verletzte sie schwer. Die Täter flüchteten später und riefen eine Ambulanz zum Tatort.

Das Kreisgericht Rheintal verurteilte den Schützen 2017 wegen
mehrfacher versuchter Tötung zu einer Freiheitsstrafe von
zehneinhalb Jahren. Zudem ordnete es eine stationäre Therapie an. Gegen diese wehrte sich der 42-jährige Chauffeur Ende August vor Kantonsgericht «mit Händen und Füssen».

Mehrfach vorbestraft

Mit Erfolg: das Gericht ordnete eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme an. Bei der Freiheitsstrafe ging das Kantonsgericht allerdings über den Antrag der Staatsanwaltschaft von 11 Jahren hinaus und verhängte für den Haupttäter eine Haftstrafe von 12 Jahren.

Dem Opfer, das lebensgefährlich verletzt wurde, muss er eine
Genugtuung von 85'500 Franken bezahlen, dem zweiten Opfer eine Summe von 28'500 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Schütze ist mehrfach vorbestraft und befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug. Er war 1997 beim spektakulären Überfall auf die Fraumünsterpost in Zürich dabei, als fünf Männer 53 Millionen Franken erbeuteten. Sie wurden alle gefasst.

(sda)