Bodensee

02. Dezember 2019 09:57; Akt: 02.12.2019 12:17 Print

Quagga-Muschel sorgt für zusätzliche Arbeitsplätze

Keiner weiss, wie genau die Quagga-Muschel in den Bodensee gelangte. Doch nun breitet sie sich rasant aus. Um sie zu beseitigen, wurde sogar zusätzliches Personal eingestellt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Quagga-Muschel breitet sich seit rund drei Jahren massenhaft im Bodensee aus – und richtet teils erheblichen Schaden an. Das bis zu 40 Millimeter grosse Tier setzt sich zum Beispiel in den technischen Anlagen des Zweckverbands Bodensee-Wasserversorgung fest.

Um diese noch intensiver zu reinigen, seien vier Mitarbeiter zusätzlich eingestellt worden, erklärte eine Sprecherin. Ausserdem will der Zweckverband seine Aufbereitungsanlagen anpassen und Seeleitungen einsetzen, die ebenfalls gereinigt werden können.

Ziel sei zudem, die Ausbreitung der Muschel ins Trinkwassernetz zu verhindern. Das geschehe unter anderem mit Hilfe von Ozon, das die Larven der Quagga-Muschel abtötet. Sandfilter entfernten sie dann aus dem Wasser. «Wir gehen nach dem heutigen, noch sehr frühen Stand der Planung von Investitionen in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrages aus», sagte die Sprecherin weiter.

Vermutlich eingeschleppt

Die Quagga-Muschel kommt ursprünglich aus dem Einzugsgebiet des Schwarzen Meeres. 2016 wurden erste Tiere im Bodensee gefunden. Wie sie dorthin gelangt sind, lässt sich den Experten zufolge nicht mehr genau rekonstruieren.

Relativ wahrscheinlich sei eine Einschleppung per Boot oder Wassersportausrüstung, sagte Thorsten Rennebarth vom deutschen Institut für Seenforschung in Langenargen. Denkbar sei auch, dass die Tiere über Wasservögel vom Rhein eingeschleppt wurden.

Welche Auswirkungen sie auf das Ökosystem im Bodensee haben werden, ist ebenfalls noch unklar. Dazu liefen noch Untersuchungen. «Absehbar ist jedoch, dass die Muscheln in den Massen, in denen sie den Seegrund besiedeln, eine Nahrungskonkurrenz im See darstellen.»

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mary J am 02.12.2019 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Sind die Muscheln für uns essbar? Dann hätten Sie noch einen Nutzen....

    einklappen einklappen
  • Travel Guru am 02.12.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt eben gute Gründe

    warum man z.B. in Australien und NZL so pingelig ist bei der Einreise/Einfuhr von Vehikeln, Menschen, Kleidung, Esswaren, Tieren und Pflanzenmaterial. Vorsorge ist eben doch besser als der Kater danach und schlussendlich auch günstiger sowie umweltverträglicher

    einklappen einklappen
  • Pit848 am 02.12.2019 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich!

    Von ungereinigten Booten, die in die Ferien am Meer mitgenommen werden. Oder an andere Seen in halb Europa. Warum wird nicht besser kontrolliert was eingeschlept wird?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wer mag sie? Sind sind nicht heimisch, am 02.12.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    also nicht zur Vegetation gehörend

    Im Ägerisee sah ich diese vereinzelt schon vor Jahren. Ohne Badeschuhe sind die kleinen Muscheln ganz schön scharf, schneiden in die Füsse.

  • Gummibootfahrer am 02.12.2019 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    "mittleren dreistelligen Millionenbetrag"

    Also eine halbe Milliarde! Und nur weil einer zu faul war sein Boot/Ausrüstung zu reinigen!

  • Von nix kommt nix am 02.12.2019 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Fische und Muschel sind eigentlich

    Wasserfilter, wobei der Fisch eher mobil ist als die Muschel, übrigens enthält Fischkot keine Nitrate den die Stickstoffverbindungen werden über die Kiemen ausgeschieden. Wenn sich allso Muscheln derart ausbreiten muss ein entsprechendes Nahrungsangebot vorhanden sein.

    • Von Nix komt Nix am 02.12.2019 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      Nachttrag zur Verbreitung von Fischen

      und Allenfalls auch Muscheln. Wasservögel welche bei der Nahrungssuche isolierte Gewässer anfliegen tragen etwas Laich von einem zum nächsten Gewässer. Also durchaus möglich, dass auch einge Muschellarven im Gefieder verfangen und bei guten Bedingungen weiträumig verbeitet werden.

    einklappen einklappen
  • Travel Guru am 02.12.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt eben gute Gründe

    warum man z.B. in Australien und NZL so pingelig ist bei der Einreise/Einfuhr von Vehikeln, Menschen, Kleidung, Esswaren, Tieren und Pflanzenmaterial. Vorsorge ist eben doch besser als der Kater danach und schlussendlich auch günstiger sowie umweltverträglicher

    • real ist am 02.12.2019 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Travel Guru

      Gerade NZ und Australien sind da nicht die geeigneten Vorbilder. Dort werden seit Jahren, mit viel Geld und wenig Erfolg, eingescheppte Tiere bis zur Grösse von Kamelen bekämpft. Aber ja, auch dort versuchen sie es.

    einklappen einklappen
  • der Arboner am 02.12.2019 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Habe schon Krokodile gesehn im Bodensee,

    ihr glaubt mir nicht? Mir doch egal, was geht mir ab?

    • old Granddad am 02.12.2019 14:59 Report Diesen Beitrag melden

      Hab' ich auch schon!

      Wir haben nachher die Luft wieder rausgelassen und es mit heimgenommen,

    • Denny am 03.12.2019 06:31 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht zu vergessen die Blauwale

      Na klar doch, und das Monster von Loch Ness war mal im Bodensee in den Ferien. Habs gesehen, kein Witz ;-) ...Ok, vielleicht wars auch die Schwiegermutter im Badekleid, wer weiss das schon so genau?

    einklappen einklappen