Arosa GR

02. Dezember 2019 17:40; Akt: 02.12.2019 17:40 Print

Raserpisten für Skifahrer sollen gegen Unfälle helfen

Immer wieder kommt es auf Schweizer Skipisten zu Unfällen. Der oberste Skilehrer bringt nun als Lösung Raserpisten ins Spiel. Ostschweizer Skigebiete sind skeptisch.

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Erst Mitte November kam es im Skigebiet Arosa zu einem Skiunfall. Dabei wurden zwei Personen verletzt. Unter anderem erlitt ein 5-jähriges Mädchen schwere Verletzungen. Es wurde hinter einer Kuppe von einem Mann angefahren.

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Braucht es in den Skigebieten Raserpisten?

Um Unfälle zu verhindern hat Riet Campell, der oberste Skilehrer der Schweiz, eine innovative Idee. Gegenüber dem «Regionaljournal von SRF» sagt der Engadiner: «Vielleicht wären Raserpisten mit entsprechenden Regeln die Lösung.» Nacheinander könnten auf diesen Raserpisten die Skifahrer runter blochen.

Veränderungen wahrgenommen

Campell hält fest, dass auf der Piste teilweise Aggressionen ausgelebt würden. Zudem sei das Material immer besser und schneller. Deswegen sei es nötig, neue Modelle in Betracht zu ziehen. Zu 20 Minuten sagt er: «Auf den Raserpisten könnten die Skifahrer das Material auskosten. Sie könnten erleben, wie sich die volle Geschwindigkeit auf den Skis anfühlt.» Die Verantwortung würde jeder einzelne Fahrer für sich selbst tragen.

Infrage kommen aber nicht alle Skigebiete. Die Pisten müssten eine geeignete Neigung haben, gut markiert sein und entsprechend präpariert, so Campell.

Klare Tendenz gegen Raserpisten

In der Ostschweiz halten die grösseren Skigebiete nicht viel von der Idee. Ein Punkt erwähnen alle explizit: «Wir wollen keine Raserpiste bei uns haben.» Der CEO der Pizolbahnen AG, Klaus Nussbaumer, sagt: «Ich denke nicht, dass es so weniger Unfälle geben würde.» Ähnlich klingt es auch beim Skigebiet Flumserberg. CEO Heinrich Michel erinnert daran, dass sich der Fahrer auf einer Raserpiste einem grossen Risiko aussetzen würde. Bei einem höheren Tempo, steige auch die Gefahr von einem Sturz.

Jürg Schustereit von der Bergbahnen Wildhaus AG spricht einen weiteren Punkt an. Er sagt: «In den vergangenen Jahren sind die Skifahrer viel mehr sensibilisiert worden, wie sie sich auf den Pisten zu verhalten haben.» Seiner Meinung nach sind Langsamfahrer-Strecken zielführender als Raserpisten. Alex Singenberger von der benachbarten Toggenburg Bergbahnen AG meint: «Es ist schwierig auf einer Skipiste jemanden als Raser zu bezeichnen. Es geht darum, wie gut jemand Skifahren kann und nicht wie schnell.»

Appell an die Vernunft

Stefan Reichmuth vom Skigebiet Arosa meint, nicht alle Unfälle würden wegen zu hohem Tempo passieren. Wie alle anderen Skigebiete und auch der Skilehrer Campell appelliert Reichmuth zudem an die Vernunft der Fahrer: «Gegenseitiger Respekt und das Einhalten der Regeln ist das Wichtigste für die Sicherheit.»

Campell ist nicht überrascht über die Skepsis. Er habe mit Kritik gerechnet. Mit seinen Aussagen wolle er aber eine Diskussion anstossen. Der oberste Skilehrer hält fest: «Es kann nicht sein, dass Unfälle passieren und nichts passiert. Es braucht Lösungen.»

(mig)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 8004 am 02.12.2019 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre so einfach

    Wenn man einige 100 Meter frei hat und man weit genug sieht, kann man schneller fahren. Sobald es unübersichtlich wird, fàhrt man langsamer und vorsichtiger. Ist es denn so schwierig? Ist die Menschheit wirklich so doof geworden?

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  • dudu am 02.12.2019 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    naja

    Super Idee, dann könnten wir ja auch eine Autobahn für Raser bauen.

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  • jhm am 02.12.2019 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    andere Probleme

    Das Problem sind die viel zu leistungsfähigen Skilifte immer mehr Leute in der gleichen Zeit kommen hoch und die Pisten bleiben gleich! schaut mal bei kleinen Skiliften mit bügeliften da steht man unten an aber die pieste ist halb leer und man kann super fahren. Bei den grossen Anlagen ist man schnell oben aber man kann keine kurfe fahren ohne das jemand im weg ist! Das ist ein Problem das 2 ist wieso müssen skianfänger und sportwochen Skifahrer in grosse teure Skigebiet und Pisten fahren die für sie zuschwierig sind!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • C.Sch. am 03.12.2019 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rasen NEIN

    Das ist nicht mehr normal,Raserpisten im Skigebiet,skifahren sollte doch sportlich und Spass sein,jeder der rast und Unfälle begeht sollte dies finanziell selber übernehmen und nicht KK belasten!

  • Andy Honegger am 03.12.2019 04:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Und wenn dann die Raser gehäuft schwere Unfälle bauen zahlen wir mit unseren Prämien die Heilungskosten und die IV. Es wird mit Sicherheit viele Selbstunfälle geben, da auf der Raserpiste dann eben bis an die Grenze gefahren wird - und vor allem darüber. Der oberste Skilehrer sollte wohl mal in die Rente rasen.

  • Peter A am 03.12.2019 03:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverschämtheit

    alle die es etwas schneller mögen und auch können als Raser zu bezeichnen. Wo bleibt in der heutigen Zeit bei all diesem Sicherheits-, Gesundeits- und Umweltdenken, dieser Moralapostlerei und Vernunftsheuchlerei noch der Spass?

  • Ein Skifahrer am 03.12.2019 01:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbannen.

    Raser gehören in ein Rennauto. Auf einer für Sie präparierten Strecke können sie wie die blöden für viel Geld stumpfsinnig im Kreis herum donnern. Aber auf Skipisten, auch nicht abseits, gehört solche Spezies nicht hin. Skifahrern ist ein Breitensport wo man die Natur genießen und schöne Schwünge ziehen kann. Genießen können ohne Risiko. Alles andere gehört weg.

    • Andreas am 03.12.2019 08:54 Report Diesen Beitrag melden

      Wie wärs mit Langlauf für sie?

      Leute wie sie gehören auf den übungshang oder auf Winterwanderwege. Schnell gafahren wurde seit es Ski's gibt, Carving brettchen sind nicht dafür gemacht. Meine Abfahrtskis sind auf speed getrimmt, nicht für schwünge. Wo bleibt sonst der spass? Mit ihrer Einstellung behindern sie alle Skifahrer die noch fahren gelernt haben. (Und nein, ich fahre nicht mit 160km/h wie im Rennen, aber 100km/h fahre ich auf der Piste und werde vorallem in Voralrberg auch noch von Einheimischen überholt bei dem Tempo .)

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  • Realist Mann am 02.12.2019 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    REGA Stationbauen oder Spitalbauen

    Es gibt genügend Unfälle, an die Mitarbeiter der REGA denkt niemand die sonst jedes Wochenende ca. 1000 Einsätze in den Skigebieten der Schweiz fliegen. Die Spitäler und das Personal noch mehr belasten und die haben am Wochende nie mehr frei, wärend den Wintermonaten. Die REGA muss auch aufgestockt werden, keiner wills bezahlen.

    • paolo56 am 02.12.2019 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist Mann. job

      das ist deren job und sie werden gut entlöhnt...

    • Realist Mann am 02.12.2019 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @paolo56

      Das ist ihr Job, aber trotzdem sind das keine Roboter, fragen sie mal dort an ob sie jedes Wochenend bis im Frühling dort aushelfen dürfen, die wären sicher froh.

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