Eklat auf dem Platz

10. Juli 2019 17:22; Akt: 11.07.2019 11:56 Print

FC St. Gallen bestreitet Rassismus-Vorfall

Ein Verteidiger der Ostschweizer soll seinen Gegner beleidigt haben. Dieser verlässt unter den Tränen den Platz, spielt dann aber weiter.

Jordi Otsei-Tutu hat genug. Wurde er rassistisch beledigt? Video: Twitter
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Zwischen dem VfL Bochum und dem FC St. Gallen ist noch keine Halbzeit gespielt, da hat Jordi Osei-Tutu genug. Erst reklamiert der Verteidiger der Deutschen heftig bei Schiedsrichter Sandro Schärer, dann verwirft er die Hände und macht sich auf den Weg Richtung Kabine. Mit Tränen in den Augen, er soll davor rassistisch beleidigt worden sein. Mitspieler und Gegner wollen ihn daran hindern, den Platz zu verlassen. Osei-Tutu, eine Leihgabe von Arsenal London, spielt danach weiter.

In den sozialen Netzwerken ist der Übeltäter bereits ausgemacht, auch der «Blick» schreibt davon, dass es sich um St. Gallens Linksverteidiger Slimen Kchouk handelt. Im Video oben ist kurz zu sehen, wie sich der Tunesier mit dem Briten ghanaischer Abstammung nach einem Zweikampf ein Wortgefecht liefert. Der VfL Bochum nahm am Mittwoch, dem Tag nach dem Spiel, auf Twitter Stellung und schrieb, dass der Verein jegliche Form von Rassismus verurteile. Die Gäste behalten sich weitere Schritte vor.

«Niemand sollte jemals diskriminiert werden, und es ist wirklich schwer nachvollziehbar, wie sich ein Profi-Fussballkollege auf diese Weise respektlos verhalten kann. Arsenal und der VfL Bochum haben mich grossartig unterstützt und ich hoffe, dass wir letztlich demonstrieren können, dass Rassismus im Fussball keinen Platz hat», kommentierte Osei-Tutu.

St. Gallen dementiert

Der FC St. Gallen streitet den mutmasslichen Vorfall ab und reagierte mit einem Dementi. «Unsere Spieler pflegen einen respektvollen Umgang untereinander, völlig unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Der betroffene Spieler hat in einem klärenden Gespräch mit den Verantwortlichen glaubhaft versichert, sich auch gestern im Spiel gegen den VfL Bochum an diesen Vereinsgrundsatz gehalten zu haben», teilte der Schweizer Erstligist mit. «Der FC St. Gallen 1879 stellt klar, dass er jede Form von Rassismus und Diskriminierung aufs Schärfste verurteilt. Entsprechende Verfehlungen würden ohne jeden Toleranzspielraum sanktioniert.»

Fussball

(red/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schlimmen Kchouk am 10.07.2019 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Ein Spieler der sich sowas erlaubt, sollte mind. für ein halbes Jahr gesperrt werden. #nogo

    einklappen einklappen
  • Stefan Ramses am 10.07.2019 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Bürgermeister

    Künden, ganz einfach.

  • Pauli am 10.07.2019 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Was das wohl war......

    ............. Ach, ich freue mich auf den Winter und die Eishockey Saison :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Sportsmann am 10.07.2019 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    abwarten

    Der FC St. Gallen tut gut daran die Sache gut abzuklären. Entweder es ist ein Missverständnis oder aber jemand hat auf dem Fussballplatz nichts zu suchen.

  • Astrid Nussbaumer am 10.07.2019 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Missverständnis

    Das ist doch vermutlich ein riesiges Missverständnis... der Fcsg Spieler ist ja in einer Mannschaft mit hell und dunkelhäutigen Mitspielern verschiedener Länder ... der macht doch keine rassistische Äusserung mitten auf dem Platz während dem Spiel... es hat ja niemand anders sowas gehört... also hat der Spieler aus Bochum da was völlig falsch verstanden... leider ! Leute überlegt doch bitte bevor ihr jemanden verurteilt .. ich komme übrigens aus dem Kanton Zug

  • Zico am 10.07.2019 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    Wenn er mit Tränen in den Augen den Platz verlassen will hat er ihm wohl nicht nur gesagt seine Frisur gefalle ihm nicht. Aber es passt zum heutigen Zeitgeist, zuerst die grossen Sprüche machen und dann versichern, es war nichts! Das St. Gallen dementiert und den Gegenspieler subito als Lügner hinstellt passt doch perfekt. Respekt vor den Gegenspielern ist anscheinend nur eine leere Worthülse, gäll Herr Hüppi! Das geistige Niveau vieler Fussballer reicht eben doch nur aus um selbstständig ins Tatoostudio zu gehen!

  • seisler am 10.07.2019 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Afrikaner beleidigt einen Afrikaner?

    ich verstehe die Welt nicht mehr. Beleidigen tut man niemanden. Ist einfach nur schäbig

    • Napoléon am 10.07.2019 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @seisler

      ein zürcher beleidigt einen berner. ich verstehe die welt nicht mehr.

    einklappen einklappen
  • bro am 10.07.2019 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    missverständnis?

    Vielleicht hat er ihn einfach nicht richtig verstanden. Ich meine aus einem Jäger wird schnell mal ein N.... Man muss nicht immer vom schlimmsten ausgehen.