Sparmassnahmen

10. Juli 2019 04:48; Akt: 11.07.2019 11:51 Print

Rettungssanitäter verteilen jetzt Parkbussen

Im Kantonsspital Glarus haben die Rettungssanitäter eine neue Aufgabe: Neben der Lebensrettung, verteilen sie nun auch Parkbussen. Ist das auch eine Idee für St. Gallen und Thurgau?

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Mehrmals am Tag rücken sie aus und retten unter Umständen Leben: Die Rettungssanitäter am Kantonsspital Glarus. Wenn ein Notruf reinkommt, geht es um Minuten. Den ganzen Tag stehen die Rettungshelfer deshalb auf Abruf bereit. In der Zeit zwischen ihren Einsätzen haben sie diverse kleinere Aufgaben. Die Reinigung der Krankenwagen, das Kontrollieren der Notfallrucksäcke oder die Hilfe auf anderen Abteilungen des Kantonsspital gehören zum Alltag eines Sanitäters. Das Aufgabenspektrum wurde neuerdings aber erweitert: Wie die «Glarner Nachrichten» berichten, verteilen die Rettungshelfer nun Bussen auf den Parkplätzen des Kantonsspitals Glarus.

«Um Kosten zu sparen, haben wir eine interne Lösung gesucht», sagt CEO Markus Hauser. Früher wurden die Parkplätze von einer privaten Firma kontrolliert. Die Aufgabe wurde nun den Rettungssanitätern zugeteilt. Doch die Idee sei nicht neu: «Andere Spitäler machen das schon länger so», sagt Hauser gegenüber den «Glarner Nachrichten». Das Ganze geschah nach Absprache mit dem Leiter des Rettungsdienstes. Nach wie vor sei gewährleistet, dass bei einem Notruf das Spitalauto innerhalb von drei Minuten weg sei, so Hauser.

Wie sieht es im Thurgau und St.Gallen aus?

Die Rettung St. Gallen ist anders organisiert, weshalb sich das Konzept aus Glarus in dieser Form gar nicht anwenden lasse, sagt Daniel Steimer, Leiter der Unternehmenskommunikation des Kantonsspital St.Gallen. «Der Rettungsdienst ist oftmals gar nicht bei den Standorten der Spitäler angesiedelt.» Der Auftrag, bei 90% der lebensbedrohenden Fälle innerhalb von 15 Minuten vor Ort zu sein, wäre ansonsten nicht gewährleistet.

Im Kantonsspital St.Gallen befinde sich zwar einer der Standorte der Rettung St.Gallen, trotzdem kann sich Steimer nicht vorstellen, dass die Sanitäter jemals die Parkplatz-Kontrollen durchführen müssen. «Bei uns macht das der Sicherheitsdienst.»

Im Thurgau ist es ähnlich. «Unsere Parkplätze werden von einem Partnerunternehmen gemanagt», sagt Christine Wunderlich, Assistentin der Spital- und Pflegedirektion des Kantonsspital Münsterlingen TG. Sie findet, dass diese Aufgaben nicht vermischt werden sollten.

(mwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 10.07.2019 05:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Praktisch

    Das ist doch gut . Wenn jemand wegen der Busse ausrastet, können sie gleich medizinische Hilfe leisten.

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  • Dani Tanner am 10.07.2019 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verrückt

    Der Hausdienst führt in der Zeit, wo es grad nichts zu putzen, jäten oder mähen gibt, kleinere Operationen durch. Aus Spargründen. Liebe St. Galler: Goht's no?

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  • Pfleger am 10.07.2019 05:42 Report Diesen Beitrag melden

    Einfache Lösungen nicht oder ?

    Eine Schranke würde alle Probleme lösen. Vielleicht zu teuer weil es 2 braucht ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bartli am 11.07.2019 05:57 Report Diesen Beitrag melden

    Herrlich

    Es wird wohl der Anfang sein für die Zukunft. Die Post macht es ja schon mal vor.

  • Sani am 10.07.2019 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Männedorf

    Haben wir jahrelang im Spital Männedorf gemacht.Missbraucht worden für alles.

    • Bartli am 11.07.2019 06:02 Report Diesen Beitrag melden

      Man mag es kaum glauben

      Man soll sich nun auch noch integrierte ÄMTLI für Kader und oberste Führungsetagen aussuchen. So dass da ja niemand einschläft, wenn mal gerade nicht so viel läuft.

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  • Ungläubiger am 10.07.2019 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag's nicht glauben....

    Die Rettungsleute werden aber auch Freude haben an ihrem neuen Job! Das grenzt an Nötigung, einfach nur peinlich!

    • Bartli am 11.07.2019 06:05 Report Diesen Beitrag melden

      Missbrauch vom erlernten Beruf

      Es ist schon innovativ was da einigen Käse- und Schoggiköpfen alles einfällt.

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  • Lukas Meyer am 10.07.2019 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    streicht die Notärzte um Geld zu sparen

    Warum nicht der Notarzt einfach streichen? Der kostet viel mehr Geld, und in den meisten anderen industriellen Länder gibt es keine Notärzte, sondern gut ausgebildete Rettungssanitäter. Als ich in der USA gewohnt hatte, waren die Paramedics immer TOP. Die Notärzte hier kosten viel Geld und sind meistens unerfahren (selber Erfahrung mit denen gemacht). Das würde sehr viel Geld sparen, und ich traue eher einem Rettungssanitäter der das täglich macht als die Notärzte die das nur zum "Spass" für ein paar Monaten machen

    • Nadja Zuber am 10.07.2019 12:41 Report Diesen Beitrag melden

      sehe ich auch so

      sehe ich auch so - als meine Mutter eine medizinischen Notfall hatte, haben sich die Rettungssanitäter super kompetent um meine Mutter gekümmert, jedoch mussten sie auf der Arzt warten, und der war mit der Situation überfordert und behandelte meine Mutter unter der Anleitung von der Rettungssanitäterin. Da fragte ich mich auch was das sollte. Lasst die Rettungshelfer ihren Job machen, die Ärzte im ihren Job im Spital, und der Sicherheitsdienst ihren Job mit der Parkbussen etc

    • Insider am 10.07.2019 14:16 Report Diesen Beitrag melden

      Leider wahr..

      Sehe ich genau so und ich arbeite im Rettungsdienst. Der Kanton Zürich hat dies neulich nun sogar im Gesetz verankert und Zwingt so Rettungsdienste "Notärzte" ausfahren zu lassen. Leider sind es häuffig Assistenzärzte welche sehr unsicher sind und dann auf die Patienten losgelassen werden. Und dann natürlich zum vollen Notarzttarif. Es geht auch anders und günstiger liebe Zürcher. Vergleicht die Systeme im Aargau, den Meisten teilen von Bern, Zug, Schaffhausen etc. dort kommen Erfahrene Rettungssanitäter mit Zusatzausbildung anstelle des Notarztes. Kostengünstiger und Sicherer da dailybuisness

    • Bartli am 11.07.2019 06:09 Report Diesen Beitrag melden

      An Insider

      Falls das stimmt wäre das unterirdisch, für das wir monatlich an Prämien zahlen. Gerade bei einem Notfall sollte jemand rutiniert sein, und reich an Erfahrungen. Unsichere Assistenzärzte gehören da sicher nicht hin.

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  • Roger Kraft am 10.07.2019 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RS

    Tolle Lösung! Da sieht man doch gleich den Respekt vor der Leistung der Rettungssanitäter,die beim Parkbusen verteilen ihr Wissen über neue Rettungsmethoden auffrischen! Die Oberärzte werden sicher auch die OP putzen wenn nichts los ist! Warum sieht man eigentlich nicht die wichtige Arbeit der Rettungssanitäter ohne diese kommen die Patienten nicht ins Spital !