Untereggen SG

17. November 2019 19:42; Akt: 18.11.2019 00:19 Print

Ruhe ihrer Ponys ist Frau 175'000 Franken wert

Der Rechtsstreit zwischen der Gemeinde Untereggen und einer Anwohnerin der Schiessanlage hat nach drei Jahren nun ein Ende. Der Anwohnerin kommt die Einigung teuer zu stehen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Schiessanlagen-Streit in Untereggen SG konnten mit einem Vergleich beigelegt werden, wie die Gemeinde kürzlich auf ihrer Homepage mitteilte. «Der Schiessbetrieb auf der Schiessanlage Altburg wird demnach eingestellt und das Schützenhaus an die Anstösserin verkauft», heisst es.

Umfrage
Hattest du auch schon einen Rechtsstreit mit der Gemeinde?

Doch wie kam es überhaupt zu dem Streit? Die Anstösserin und Eigentümerin eines Ponyhofs hatte mit der Gemeinde Untereggen
einen Dienstbarkeitsvertrag. Dieser Vertrag umfasste das Recht der Anfahrt zum gemeindeeigenen Schiessstand, das Schiessen über deren Grundstück wie auch das Baurecht für Anbauten und die Verlegung von Leitungen. Nachdem der Vertrag vor rund drei Jahren auslief, wollte die Ponyhof-Besitzerin diesen nicht mehr verlängern. Daraufhin wollte die Gemeinde die Frau enteignen, was einen Rechtsstreit auslöste, der bis vors Verwaltungsgericht gezogen wurde.

Lösung gefunden

Nach rund drei Jahren der Verhandlung wurde nun eine Lösung gefunden. Da in der Schweiz aber jede Gemeinde durch das Militärgesetz verpflichtet ist, der Bevölkerung eine Schiesslanlage bereitzustellen, musste eine Ersatzlösung her.

Neu wird im Schaugenbädli trainiert, der Schiessanlage der Betriebsgesellschaft St. Gallen-Ost. Für diese Kosten muss auch die Anstösserin aufkommen. «Sie bezahlt für die laufenden Kosten die nächsten zehn Jahre jährlich 2000 Franken», sagt der Unteregger Gemeindeschreiber Norbert Näf zu FM1Today. Die gesamten Kosten für die Ponyhof-Besitzerin sollen sich so also auf mehr als 175'000 Franken belaufen. Wie die Gemeinde Untereggen bekannt gab, hat der Gemeinderat die Verträge genehmigt und die Vereinbarung mit der Betriebsgesellschaft St. Gallen-Ost dem fakultativen Referendum unterstellt.

Ein Rechtsstreit ist unschön

Gegenüber 20 Minuten wollte sich die Anwohnerin nicht äussern. Näf kann die Gründe für den Kauf nachvollziehen. «Ich kann mir vorstellen, dass es als Pony nicht sehr angenehm ist, neben einer Schiessanlage zu wohnen.» Auch sei er froh, dass man in der Gemeinde eine Lösung gefunden habe, denn ein Rechtsstreit mit Anwohnern sei unschön.


(maw)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • w8 am 17.11.2019 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschütteln

    Sorry einfach mal so enteignen wenn der Stadt es nicht passt was ein Eigentümer mit seinem Land machen möchte. Sind wir hier in der DDR

    einklappen einklappen
  • Rötsch am 17.11.2019 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    enteignung

    schön dass sich mal jemand "erfolgreich" gegen eine Enteignung der Gemeinde wehren konnte

    einklappen einklappen
  • Chris Trachsel am 17.11.2019 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsstaat

    Wenn ein Anwohner nicht spuren will, versucht man ihn eifach zu enteignen. So einfach geht das. Dumm nur, wenn sich dieser noch wehrt

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • archery am 18.11.2019 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Horse-back-archery

    Macht einen Bogenschiessstand daraus....Bogenschiessen kann man auch zu Pferd ;-)

    • Eisgenossin am 18.11.2019 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      @archery

      Stimmt!;-) Ich habe einmal mit meinem Pferd an einer Historischen Nachstellung mitgemacht! War toll,jederzeit gerne wieder!

    einklappen einklappen
  • Walter Portmann am 18.11.2019 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Tragische Entwicklung

    Diese Enteignung verstehe ich absolut nicht und ist absolut daneben. Weshalb jede Gemeinde einen Schiessstand anbieten muss, sehe ich auch nicht ein. Mehrere Gemeinden können doch eine Anlage miteinander betreiben ! Unsere Schweiz mutiert zur Bananen-Republik !

  • Alki am 18.11.2019 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versteh ich nicht

    Das man zum saufen gehen, jedesmal der Alten erzählen muss, man geht auf den Schiessstand.

  • Ballerfritze am 18.11.2019 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Bei der Sanierung der Schiessstände wollen die Gemeinden dann keine mehr haben.

  • Marco G. am 18.11.2019 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Nunja

    Schon, aber 175k CHF wäre für viele einer Enteignung gleichzustellen. Aber ich finde es gut das sich die Dame mit nachvollziehbaren Gründen durchsetzen konnte.