Frauenfeld

31. Juli 2018 05:42; Akt: 31.07.2018 05:42 Print

«Wir sparen Wasser und die SBB vergeudet es»

Trotz Wasserknappheit lässt die SBB den Bahnhof Frauenfeld abspritzen. Eine Leser-Reporterin ärgert sich.

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«Ich war massivst schockiert», sagt Leser-Reporterin Ruth Gamper am Montag zu 20 Minuten. Ein Arbeiter habe gegen 9 Uhr mit einem Hochdruckreiniger den Bahnhof Frauenfeld gereinigt. «Er putzte die Perrons und die Eingangsdächer aus Glas», sagt sie weiter. Die 62-Jährige habe bei dem Anblick ihren Augen kaum getraut: Überall herrsche Wasserknappheit, auch im Kanton Thurgau: «Wir achten uns und tränken unsere Rasen nicht mehr und dort wird das Wasser verschwendet», sagt sie.

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Gamper erkundigte sich darauf vor Ort: «Vom SBB-Personal fühlte sich aber niemand zuständig», sagt sie. Der Arbeiter der Reinigungsfirma habe ihr dann gesagt, er führe lediglich seinen Auftrag aus – einen Auftrag der SBB.

«Es muss sauber sein»

Auf Anfrage von 20 Minuten erklärt die SBB: «Wo auf kleinem Raum fast 15'000 Leute täglich passieren, muss es sauber sein», sagt Mediensprecher Daniele Pallecchi. Einen privaten Rasen im Garten zu bewässern sei damit nicht vergleichbar. Die Empörung der Leser-Reporterin sei deshalb wenig nachvollziehbar: «Unser Reinigungspersonal arbeitet schonend und effizient», so Pallecchi weiter. Durch die Hochdruckreiniger werde mit Druck gearbeitet und somit mit weniger Wasser.

Anpassungen wegen der vorherrschenden Wasserknappheit würden landesweit vorerst keine getroffen: «Die Benutzung der Bahnhöfe ist immer gleich, deshalb werden die Bahnhöfe auch immer gleich häufig geputzt», so der Mediensprecher.

Kantone sparen Wasser

Beim Kanton achtet man derzeit darauf, Wasser zu sparen: «Unsere Leute, die für den Unterhalt der kantonalen Liegenschaften zuständig sind, gehen zurzeit sehr sparsam und sorgsam mit dem Wasser um», sagt Marco Baumann, Leiter Wasserbau und Hydrometrie des Kantons Thurgau. Es würden keine Wiesen unnötig bewässert oder Wasser ansonsten verschwendet. Eine am vergangenen Freitag veröffentlichte Karte zeigt zudem, dass einige Gemeinden des Kantons die Bevölkerung bereits zum Wassersparen aufgefordert haben (siehe Bildstrecke).

Auch der Kanton St. Gallen hat eine allgemeine Empfehlung zum Wassersparen veröffentlicht. «Darauf wird intern sicherlich geachtet», so Silja Kempf, Stellvertretende Leiterin Hydrometrie des Kantons St. Gallen.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sehnsucht 6 7 am 31.07.2018 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist nie recht.

    Dieses zweischneidige Schwert wieder. Einerseits ist die Leserin empört darüber das angeblich Wasser verschwendet wird, andererseits ist sie sicher auch empört wenn der Bahnhof schmutzig wäre. Man könnte tun was man möchte es ist nie recht. Soll man tatsächlich alles verschmutzt lassen um Wasser zu sparen?

  • Denkpause am 31.07.2018 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich sehe...

    ... wie etliche Bahnbenutzer achtlos ihren Abfall bei den Bahnhöfen liegen lassen, oder genüsslich auf den Boden spucken und rotzen, sehe ich die Notwendigkeit der regelmässig gründlichen Reinigung. Viele Raucher/innen sind damit überfordert, trotz Nähe zu einem Aschenbecher ihre gerauchten Zigaretten dort korrekt zu entsorgen. Viele lassen ihre brennende Zigarette einfach zu Boden fallen. Bevor sich diese Lesereporterin über die SBB empört, sollte sie sich über jene Leute ärgern, die diese Reinigungsarbeiten notwendig machen.

  • Nick71 am 31.07.2018 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja ja

    Und wenn es nach Schweine stinkt ist sie die erste die reklamiert.... man muss auch schauen was die Leute alles dort wegwerfen, spucken, pinkeln in der Nacht,.... bin froh nicht mehr mit der Bahn unterwegs zu sein und mein eigenes Auto wieder zu haben...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Armin am 31.07.2018 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergeuden oder sinnvoller Umgang?

    Meines Erachtens nach, muss differenziert werden beim Wasserverbrauch. Wenn es der Hygiene und Gesundheit dient, dann hat dies Priorität. Ich dusche ja auch täglich und schränke mich da nicht ein nur um Wasser zu sparen. Seit mir ein Wasserwerker erklärt hat, was die Spartaste der Toilette für negative Auswirkungen hat, benutze ich diese nicht mehr. Unser aller Verhalten mit den Ressourcen der Welt muss verantwortlicher werden und da ist Wasser ein Teil von, aber nicht direkt das Wichtigste.

  • Peter Miller am 31.07.2018 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sei ein Vorbild

    Wenn es für Bürger , auch für Staats-Angestellte und Behörden gilt, dann auch für die SBB. Und gerade Diese sollte mit bestem Beispiel voran gehen. Die Perrons putzen kann man auch die nächste Woche oder wenn Wasserknappheit gebannt wurde.

  • Peter am 31.07.2018 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wasser haben wir noch genug....

    Es gibt in noch genug Wasser, von Wassermangel kann geredet werden wenn der Bodenseespiegel um 5 Meter gesunken ist. Es wird völlig übertrieben, sparen ja aber sinnvoll!

  • Robert am 31.07.2018 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht übertreiben

    Massiv schockiert? Hoffentlich erlebt sie nicht wie mal etwas wirklich schlimmes passiert, sonst hat sie wohl grad einen Herzinfarkt. Man sollte eher mal hinterfragen, wieso solche Reinigungsarbeiten dauernd nötig sind. Weil immer noch Millionen Menschen täglich ihre Zigarettenkippen, Kaugummis und sonstigen Abfälle einfach auf den Boden werfen. Und Antworten wie "Keine Abfalleimer" gelten nicht, grad Kleinstabfälle kann man auch ein Stück mitnehmen und sachgerecht entsorgen.

  • Nick71 am 31.07.2018 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja ja

    Und wenn es nach Schweine stinkt ist sie die erste die reklamiert.... man muss auch schauen was die Leute alles dort wegwerfen, spucken, pinkeln in der Nacht,.... bin froh nicht mehr mit der Bahn unterwegs zu sein und mein eigenes Auto wieder zu haben...